Nach enttäuschenden Wochen gelingt Marcel Schrötter beim zweiten Valencia-Rennen der erhoffte Befreiungsschlag – anders bei IntactGP-Teamkollege Tom Lüthi.

Beim Valencia-Grand-Prix auf dem Circuit Ricardo Tormo gelang Moto2-Pilot Marcel Schrötter endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Der Deutsche mischte im Spitzenfeld mit und kam am Ende als starker Vierter ins Ziel. Weniger als eine Sekunde fehlte Schrötter dabei auf Sieger Jorge Martin. Bei IntactGP-Teamkollege Tom Lüthi platzte der Knoten dagegen nicht. Der Schweizer beendete das Rennen als 16.

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„Die Erleichterung ist natürlich groß, und ich freue mich sehr über dieses Ergebnis“, sagt Schrötter. Es war sein erstes gutes Ergebnis seit Platz fünf im zweiten Misano-Rennen. „Wir hatten ein starkes Wochenende, aber ich hätte gerne mehr geholt.“

„Mein Gefühl war im Rennen nicht ganz so gut wie in den Trainings. Aber im Rennen sind die Bedingungen dann immer ein bisschen anders“, schildert Schrötter weiter. „Hauptsächlich deshalb, weil man immer einige andere Fahrer um sich herum hat.“

Rennen Moto2: Grand Prix of Valencia

Valencia 2: Starker Wind macht Schrötter zu schaffen

„Außerdem war der Wind deutlich stärker als an den letzten Tagen. Das war anfänglich nicht einfach zu verstehen. Erstens, weil man wegen des Rückenwinds in Kurve 1 um einiges schneller war. Und zweitens, weil im nächsten Eck der Wind von innen kam.“

„Im Verlauf einer Runde war es diesbezüglich ein ständiges hin und her. Es gibt einfach Tage, an denen dieser Faktor störender ist als an anderen. Aber mit diesem Umstand hatten alle zu tun. Daher war auch die Pace nicht so schnell, wie ich es eigentlich angenommen hatte.“

„Leider hat mir über die gesamte Distanz das Bisschen gefehlt, das meine direkten Gegner immer wieder für ein, zwei Runden ausspielen konnten. Ich war daher immer ein wenig hinten dran. Das war für mich ein bisschen enttäuschend.“

„Hatten ein konstant starkes Wochenende“

„Aber ich denke, wir sollten nicht dem nachtrauern, was wir verpasst haben. Sondern uns über die Tatsache freuen, aus welchem Loch wir zurückgekommen sind. In dieser Hinsicht haben wir nicht nur ein gutes Rennen abgeliefert, sondern vielmehr ein konstant starkes Wochenende hinter uns.“

„Der wichtigste Aspekt ist, dass ich mich auf dem Motorrad wieder um einiges wohler fühle. So macht es einfach unglaublich mehr Spaß, wenn man den Sieger im Verlauf des Rennens immer im Blickfeld hat. Und am Ende sogar fast in Reichweite.“

Nun steht am kommenden Wochenende mit Portimao eine neue Strecke im Moto2-Kalender. Beim Saisonfinale in Portugal will Schrötter, der in der WM aktuell Platz neun belegt, wieder ein gutes Ergebnis einfahren, um die schwierige Saison doch noch versöhnlich zu Ende zu bringen.

Teamkollege Lüthi kommt auf keinen grünen Zweig

Während sich der Deutsche über sein starkes Rennen freute, setzte sich die enttäuschende Serie von Lüthi fort. „Leider ging es für uns erneut rückwärts statt vorwärts“, seufzt der Routinier. „Der Sturz im Warm-Up hat natürlich nicht geholfen, das Vertrauen zum Vorderreifen wieder aufzubauen.“

„Im Rennen hatte ich immer das Gefühl, dass ich nach mehr Vertrauen suchen musste. Am Anfang waren die Rundenzeiten zwar ähnlich wie die an der Spitze. Aber ich war nicht in der Lage zu überholen.“

„Die Jungs vorne haben dann nachgelegt mit 1:35er-Rundenzeiten, und da war ich locker eine halbe Sekunde zu langsam. Ich konnte zwar die Leute um mich herum hin und wieder mal überholen. Aber dann kamen auch einige Fehler meinerseits hinzu.“

„Ich habe auch eine Track-Limit-Verwarnung bekommen, weil ich in Kurve 1 immer zu weit gegangen bin. Leider bin ich aber auf keinen grünen Zweig gekommen. Jetzt steht nur noch Portimao an und es wird sicher schön, mal wieder eine neue Strecke kennenzulernen. Hoffentlich können wir dort ein besseres Resultat einfahren.“