Noch mindestens eine weitere Saison bleibt Valentino Rossi der MotoGP als Fahrer erhalten. Falls er zurücktritt, sieht Yamaha-Teamchef Lin Jarvis aber keineswegs schwarz.

Die MotoGP ohne Valentino Rossi? Für viele ist das unvorstellbar. Der Italiener hat die Motorrad-WM geprägt wie kaum ein anderer, und das nicht nur wegen seiner neun WM-Titel und vielen Rekorde. Auch wenn er schon seit zwei Jahren keinen Sieg mehr feiern konnte, halten seine Fans ihm die Treue. Und sie sind an den Rennstrecken dieser Welt klar in der Überzahl.

Wem werden sie zujubeln, und wie wird sich die MotoGP weiterentwickeln, wenn Rossi seine aktive Karriere als Rennfahrer beendet? Bis Ende 2020 läuft sein Yamaha-Vertrag, dann ist der „Doctor“ 41 Jahre alt. Ob er aufhören oder doch noch ein Jahr dranhängen wird, bleibt offen. Weder das eine noch das andere schloss selbst Yamaha-Teamchef Lin Jarvis zuletzt aus.

„Die Formel 1 hat den tragischen Unfall von Senna überlebt“

Auf die Frage, ob die MotoGP für Rossis Rücktritt bereit sei, hat Jarvis im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘ hingegen sehr wohl eine Antwort: „Ich denke schon. Wann immer ein großer Champion in einer Sportart aufhört, hat das natürlich einen sofortigen Effekt. Zum Beispiel in der Formel 1, als der tragische Unfall von Ayrton Senna passierte. Aber trotzdem ging es weiter. Die Rennserie hat überlebt, genauso wie beim Rückzug von Michael Schumacher.“

Genauso wie er ist auch Rossi ein absoluter Zuschauer-Magnet in seiner Klasse. Jarvis ist deshalb aber nicht Bange. „Wenn man im Moment auf eine Rennstrecke rund um die Welt kommt und die Anzahl der gelben T-Shirts zählt, könnte man denken, dass die Besucherzahl um 50 oder 60 Prozent sinken wird, wenn Valentino geht. Aber ich glaube nicht, dass es so sein wird“, sagt er.

Lin Jarvis: „Der Sport und das Leben werden weitergehen“

„In der MotoGP ist die Qualität der Rennen jetzt so hoch. Es sind sechs Hersteller beteiligt, viele große Unternehmen, sodass der Sport weitergehen wird.“ Natürlich werde man Rossi vermissen, sollte er aufhören. „Ohne Zweifel, absolut. Aber das Leben wird weitergehen. Und ich denke, er wird sich weiterhin mit dem Sport beschäftigen“, blickt Jarvis in die Zukunft.

Immer wieder wird Rossi für die Zeit nach seiner Fahrerkarriere als möglicher Teamchef gehandelt, etwa bei einem Yamaha-Satellitenteam. In den kleineren Klassen engagiert er sich ja bereits mit dem Sky Racing Team VR46. Deshalb ist Jarvis für den Fall des Rücktritts zuversichtlich: „Er wird nicht bei jedem Rennen dabei sein. Aber er wird sich weiterhin mit der Marke beschäftigen – er hat seine eigenen Rennteams.“

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