In Italien werden die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie schrittweise gelockert – Ducati und Aprilia dürfen unter strikten Auflagen ihre Fabriken wieder aufsperren.

Italien ist in Europa eines der Länder, das von der Coronavirus-Pandemie am stärksten betroffen ist. Rund 200.000 Menschen wurden bisher positiv getestet. Fast 27.000 sind laut den Daten der Johns-Hopkins-Universität verstorben (Stand 27. April). Die Dunkelziffer soll sogar noch höher liegen. Trotzdem bereitet sich das Land schrittweise darauf vor, die Einschränkungen im öffentlichen Leben zurückzunehmen.

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„Wir erwarten eine komplizierte Herausforderung“, sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte. „Wir werden mit dem Virus leben und alle Vorsichtsmaßnahmen beachten müssen, die möglich sind. Die Lockerung ist erlaubt, wenn alle Firmen die Sicherheitsvorgaben strikt einhalten.“ In Bezug auf den Motorrad-Sport bereiten sich Ducati und Aprilia auf die Wiedereröffnung ihrer Werke vor.

Ducati: Schichtdienst in Minimal-Besetzung

Ducati musste die Produktion von Motorrädern in der Fabrik in Borgo Panigale bei Bologna am 13. März schließen. Jetzt aber wurden erste Bereiche der Fabrik wieder freigegeben und die Produktion neu organisiert. Es wird in zwei Sieben-Stunden-Schichten gearbeitet. Außerdem dürfen nur die minimal notwendigen Arbeiter in die Fabrik kommen.

Alle Ducati-Mitarbeiter, die ihre Arbeit von zu Hause aus machen können, werden das auch weiterhin tun. Das betrifft die Bereiche Vertrieb, Marketing, IT, Personal- und Finanzmanagement sowie Logistik. Auch die Forschungsabteilung läuft auf „Sparflamme“. Nur Personen, die Prüfstand- und andere Tests durchführen, sind in der Fabrik. Der Rest bleibt vorerst im Home-Office.

In der Fabrik sind strikte Sicherheits-Maßnahmen vorgeschrieben. So müssen zu jeder Zeit Masken getragen werden. Viele Vorschriften wurden von den Fabriken der Volkswagen-Gruppe in China übernommen. In Changchun musste die Produktion nur für eine Woche unterbrochen werden, ehe man die Arbeitsweise umgestellt und genug Sicherheits-Mechanismen implementiert hatte.

Bei Aprilia geht’s ab 4. Mai langsam wieder los

Auch die Piaggio-Gruppe bereitet sich auf die Wiederaufnahme der Produktion vor. Am 4. Mai werden das Piaggio-Werk in Pontedera, Aprilia in Noale und Moto Guzzi in Mandello del Lario schrittweise wieder geöffnet. Dazu wurden eigens Vereinbarungen mit den Gewerkschaften unterzeichnet.

Darin sind alle Richtlinien und Maßnahmen festgelegt, um die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit aller Mitarbeiter bei der Wiederaufnahme der Produktion zu gewährleisten. Die Einzelheiten dieser Vereinbarung basieren auf den von der italienischen Regierung erlassenen Verordnungen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19.

Die Organisation der Arbeitsprozesse erfolgt entsprechend den Anforderungen des Gesundheitsschutzes als auch der Produktionsabläufe. Dies beinhaltet auch Lösungen, um das „Social Distancing“ zu gewährleisten. Davon betroffen sind verschiedene Arbeitsprozesse an den Ein- und Ausgängen des jeweiligen Betriebs, in Kantinen sowie in Gemeinschaftsräumen.

Unter Berücksichtigung technischer und organisatorischer Voraussetzungen ist auch Home-Office geplant. Für Mitarbeiter, die zu besonderen Risikogruppen zählen, sind medizinische Expertisen vorgesehen. Piaggio wird fortlaufend Messungen der Körpertemperatur der Mitarbeiter durch externe Fachleute durchführen lassen. Zudem wird schrittweise der Einsatz von Thermo-Scannern eingeführt.