Es war das wohl heißeste MotoGP-Gerücht der letzten Wochen: Bahnt sich ein Comeback von Jorge Lorenzo bei Ducati an? Jetzt verrät der Ex-Weltmeister, was an den Spekulationen dran ist.

In seinen fast zwei Jahrzehnten als Grand-Prix-Pilot war Jorge Lorenzo immer für seine Ehrlichkeit bekannt. Eine Eigenschaft, die im MotoGP-Fahrerlager nicht unbedingt weit verbreitet ist. Und die Lorenzo auch nicht immer zum Vorteil gereichte. Gewohnt offen spricht der Ex-Weltmeister nun darüber, wie nahe sein Renn-Comeback mit Ducati in der MotoGP-Saison 2021 wirklich war.

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„Es war eine echte Möglichkeit, und es wäre beinahe zustande gekommen“, verrät Lorenzo jetzt gegenüber „Motorsport-Total.com“. „Während des Lockdowns erhielt ich an meinem Geburtstag einen Anruf von Gigi Dall’Igna (Ducati-Rennleiter, Anm. d. Red.). Wir sprachen über persönliche Angelegenheiten, die Familie und solche Dinge. Und am Ende des Gesprächs fragte ich ihn aus Neugier, wie die Zukunft des Teams und der Fahrer aussieht.

Lorenzo spürte Interesse von Ducati

Lorenzo weiter: „Kurz danach erhielt ich eine Nachricht von Michele Pirro (Ducati-Testfahrer, Anm. d. Red.). Er fragte mich – halb im Spaß, halb im Ernst – ob ich wieder zu Ducati zurückkehren will. In der Zeit zwischen dem Anruf von Gigi und der Nachricht von Michele erkannte ich ein gewisses Interesse seitens Ducati. Und daraufhin zog ich in Betracht, wieder Rennen zu fahren. Vielleicht wegen des Lockdowns, oder weil ich das Gefühl von Siegen vermisste. Jedenfalls löste dieser Anruf den Gedanken an ein Comeback bei mir aus.“

Als das Thema dann jedoch konkreter wurde, machte der Ex-Weltmeister einen Rückzieher. Lorenzo: „Wir nahmen Verhandlungen auf. Aber als eine Einigung näher rückte, bekamen die Gründe, warum ich aufgehört hatte, plötzlich wieder mehr Gewicht. Und nach einigen Tagen Bedenkzeit musste ich Gigi dann leider absagen, was sich wirklich schlecht anfühlte. Es tut mir nach wie vor leid, weil ich ihn dadurch mit dem Werk in eine ungute Position gebracht habe. Und das hätte ich vermeiden können.“

Renn-Comeback weiter eine Option?

Ein mögliches Renn-Comeback ist für Lorenzo dadurch in noch weitere Ferne gerückt. „Mit jedem Jahr sinkt die Chance, dass das passiert. Nachdem ich so eine schwierige Entscheidung getroffen habe, denke ich, dass meine Renn-Karriere vorbei ist. Auch wenn ich dem Sport gerne auf irgendeine Art und Weise erhalten bleiben will.“

Seinen Vertrag als Yamaha-Testpilot würde der 33-Jährige deshalb nur allzu gerne verlängern. „Ja, das ist mein Ziel,“ erklärt Lorenzo. „Ich hoffe, dass Yamaha mich nach wie vor möchte und sie ein Test-Team aufbauen wollen, das dabei helfen kann, das Motorrad besser zu machen. Ich denke, dass ich mit meiner Erfahrung und meinem Gefühl viel dazu beitragen kann.“