Beim WSBK-Saisonstart in Australien mischte Loris Baz an der Spitze mit – mit dem Wechsel zum 2020er-Motor sollen nun auch Spitzen-Ergebnisse folgen, hofft der Franzose.

Nach dem vielversprechenden Saison-Auftakt auf Phillip Island wollte Ten-Kate-Pilot Loris Baz schnellstmöglich wieder auf sein Bike steigen. Um das Potenzial der Yamaha R1 auch in Top-Ergebnisse umzumünzen. Dann aber durchkreuzte die Corona-Krise diesen Plan. In Australien behauptete sich Baz in der Spitzengruppe, war wegen seines Topspeed-Nachteils aber eine leichte Beute.

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„Das Wochenende war gemischt“, resümiert Baz, der aktuell WM-Siebter ist. „Einerseits war es sehr positiv. Andererseits aber auch frustrierend wegen der Punkte, die wir einfahren konnten. Schlussendlich ist das am wichtigsten. Wir hätten deutlich mehr Punkte holen können.“

Homeoffice: Loris Baz in den Schweizer Alpen

Baz: „Waren in Australien nicht vom Glück verfolgt“

„Doch wir waren nicht gerade im Glück“, ärgert sich Baz im Gespräch mit ‚WorldSBK.com‘. „Ich sage es nur ungern, aber ich hatte Pech, weil ich zwei Mal abgedrängt wurde.“ Damit spielt der Franzose auf die unfreiwilligen Offroad-Einlagen an, um seinen Gegnern auszuweichen.

Baz‘ Renn-Tempo beeindruckte dennoch. Im Winter gelang dem Ten-Kate-Team ein großer Fortschritt. „Im letzten Jahr fehlte uns die Vorbereitung und Erfahrung, um vorne mitzumischen. Aber in diesem Winter hatten wir ein starkes Test-Programm. Wir waren bereit, um den Sieg zu kämpfen“, so Baz.

„Ten Kate, Yamaha und Loris Baz bilden ein Trio, das gewinnen kann. Wir haben in jedem Rennen an der Spitze gekämpft“, blickt er auf den WSBK-Auftakt zurück. Ein großer Nachteil war dabei allerdings, dass der 2020er-Motor noch nicht verwendet werden konnte.

Mit dem Motor-Upgrade sollen nun auch Podiumsplätze folgen. „Ich erwarte etwas mehr Top-Speed und Leistung bei hohen Drehzahlen. Das fehlt uns aktuell. Im zweiten Rennen auf Phillip Island hat man gesehen, wie ich auf den Geraden überholt wurde. Es war schwierig, sich im Rennen vorne zu behaupten.“

WSBK-Yamaha erinnert an MotoGP-Bike

Vom Handling her erinnert die R1 zweifellos an die M1 in der MotoGP. Baz mag die Charakteristik des Yamaha-Superbikes. „Es ist wie in der MotoGP. Das Bike ist sehr sanft, gibt in maximaler Schräglage die Leistung perfekt weiter.“

Aktuell ist unklar, ob und wann die Saison 2020 fortgesetzt wird. „Am schwierigsten ist es, weiterhin motiviert zu bleiben und weiterzuarbeiten“, gesteht Baz. „Ich nutze diese Chance, um meine Fitness zu verbessern. Ich mache sehr viel Ausdauer- und Krafttraining. Zum Glück bin ich sehr gut ausgestattet, um alle Einheiten Zuhause zu machen.“