Nach einigen Trainingsrunden sieht Marc Marquez ein, dass es keinen Sinn macht, den Andalusien-GP in Jerez zu bestreiten. Trotzdem ist er glücklich, denn er hat es probiert.

Marc Marquez hat sich schließlich doch dazu entschieden, das zweite MotoGP-Rennen in Jerez nicht zu fahren. Erst am Dienstag war sein gebrochener rechter Oberarm operiert worden. Am Samstag stieg der Weltmeister wieder auf seine Honda und probierte es.

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Im vierten Freien Training am Vormittag fuhr Marquez zunächst sieben Runden: „Es war recht gut. Es war überraschend, dass ich diese Zeit geschafft habe und gut gefahren bin. Ich habe mich ganz gut gefühlt. Der Rhythmus im ersten Versuch war eine Überraschung.“

Sein Rückstand auf die Spitze betrug nur eine Sekunde. Das bedeutete im FP4-Ergebnis Platz 16. Nach seinen ersten Runden fuhr Marc Marquez noch einmal auf die Strecke, kehrte aber nach drei Umläufen zurück an die Box. Nun begannen die körperlichen Probleme.

„Als ich nach dem Boxenstopp wieder hinausfuhr, habe ich es sofort im Ellbogen gespürt. Ich habe sofort Kraft verloren. Dadurch wurde es gefährlich. In diesem Moment hat mein Körper gesagt, dass ich an die Box fahren soll“, sagt Marquez.

Er verschwand kurz im LKW hinter der Box und kehrte dann für Q1 zurück. „Ich wollte es dann noch einmal in Q1 probieren. Wenn ich dann das gleiche Gefühl habe, gebe ich auf. Das habe ich dann auch gemacht.“ Nach einer Aufwärmrunde kehrte der Spanier zurück an die Box.

Die MotoGP in Andalusien: Spektakel in Jerez

Marc Marquez: „Heute werde ich gut schlafen“

Erneut verschwand er im LKW hinter der Box und beriet sich mit seinem Team. Seine Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt schon klar. „Ich habe Honda versprochen, dass ich aufhören werde, wenn ich mich unsicher fühle“, betont Marc Marquez.

„Mir war klar, dass es sehr schwierig werden würde, das Motorrad zu fahren und die 25 Rennrunden zu beenden. Aber ehrlich gesagt, nach der Operation hatte ich eine kleine Chance gesehen. Man muss es probieren, wenn man die Leidenschaft für etwas hat.“

„Heute werde ich gut schlafen. Ich habe es probiert, aber es war nicht möglich. Ich habe auf meinen Körper gehört. Mein Körper hat mir gesagt, dass ich es probieren soll. Es war der Plan, dass ich am Samstag meinen Zustand auf der Strecke checke.“

„Ich versuche zu verstehen, was mein Körper verlangt. Mein Instinkt hat mir gesagt, dass ich nach Jerez reisen und das Motorrad fahren soll. In Q1 hat mein Instinkt mir gesagt, dass ich aufhören soll. So ist meine Mentalität.“

„Selbst wenn ich fit bin, ist das schwierig“

„Heute werde ich gut schlafen, weil ich weiß, dass ich nicht fahren kann. Aber am Donnerstag habe ich einen schwierigen medizinischen Check bestanden. Sie haben mich mehr als gewöhnlich gefordert. Ich musste 40 Liegestütz machen. Selbst wenn ich fit bin, ist das schwierig.“

Insgesamt ist Marc Marquez mit sich im Reinen, denn er hat es probiert. Und dann erkannt, dass es unmöglich ist, den Grand Prix so kurz nach der Operation zu bestreiten. Die Aussicht auf ein gutes Ergebnis war vom letzten Startplatz in seiner Verfassung ohnehin gering.

„Ich möchte mich bei den Ärzten, den Physiotherapeuten und meinem Team bedanken. Denn wir haben hart gearbeitet und haben es probiert. Jetzt werde ich mich auf Brünn vorbereiten“, blickt er bereits voraus. „In eineinhalb Wochen sind wir in Brünn. Auch dort werde ich nicht komplett fit sein, aber ich werde versuchen, dort meine Leidenschaft – das Motorradfahren – zu genießen.“

Qualifying MotoGP: Grand Prix of Andalucía