Der Weltmeister startet mit einem weiteren Save ins Sepang-Wochenende und nutzt den Trainingstag für ein Experiment. Die Yamahas stuft er als Favoriten ein.

Honda-Werkspilot Marc Marquez beendete den Freitag in Sepang (Malaysia) auf Position sechs. Knapp eine Sekunde fehlte auf Spitzenreiter Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha). Marquez startete mit einer Schrecksekunde in das erste Training und rettete in gewohnter Manier einen eigentlich unvermeidbaren Sturz. Später experimentierte der Spanier mit der Hinterradbremse seiner Honda RC213V.

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Da Marquez kein Fan der Daumenbremse ist, montierten die HRC-Ingenieure einen zweiten Hebel am linken Lenkerstummel. Damit konnte Marquez die Hinterradbremse wie bei einem Roller bedienen. „Am Vormittag fuhren wir mit der Standard-Maschine und am Nachmittag waren beide Motorräder mit dem Bremshebel am Lenker ausgerüstet“, schildert er.

„Wir probierten es bereits in der Vergangenheit, doch ich mochte das Gefühl nicht. Dann hat HRC einen anderen Weg eingeschlagen und etwas Neues gebracht“, so Marquez. Ziel ist es, den Weltmeister in Rechtskurven schneller zu machen: „Normalerweise bin ich linksrum immer sehr schnell und rechtsrum ist es okay. Ich bin schnell, aber nicht besonders schnell. Deshalb versuchen wir, in diesem Bereich mehr zu finden.“

Am Samstag kommt das neue System nicht zum Einsatz. „Es ist momentan noch nicht bereit. Am Samstag rüsten wir zurück. Es war am Freitag der erste Test, um zu sehen, ob es für die Zukunft eine Möglichkeit gibt“, erklärt Marquez.

Zu wenig Grip am Kurvenausgang

Richtig zufrieden ist er mit der Performance in Sepang noch nicht. „Wir haben beim Grip am Kurvenausgang zu kämpfen. Die Yamaha hat mehr Haftung und ist in diesem Bereich momentan das beste Bike. Vor allem mit frischen Reifen ist es unglaublich. Das ist eine Sache. Zudem belasten wir beim finalen Teil des Bremsvorgangs das Vorderrad zu stark. Deshalb sieht man so viele Saves.“

„Wir konnten in diesem Jahr einen Schritt machen, doch wir müssen versuchen, den Vorderreifen weniger stark zu belasten. Zudem brauchen wir am Kurvenausgang mehr Haftung“, stellt der Champion klar. Gleich zu Beginn des ersten Trainings zog Marquez das Interesse auf sich, als er in der Recht-Links-Kombination nach der Zielgerade mit dem Vorderrad schwarze Striche zog.

„Bereits in Kurve 1 bekam ich in der gleichen Runde eine Warnung. Dann folgte der Save in Kurve 2. Ich erkannte, dass ich meinen Fahrstil ändern muss, weil wir von einer Strecke mit einer anderen Charakteristik kommen. Ich begann jedoch mit dem gleichen Fahrstil“, schildert er.

Yamaha laut Marquez in Sepang der Favorit

Verwundert ist Marquez, dass die Yamaha M1 in Sepang so schnell ist. Alle vier Yamaha-Piloten behaupteten sich am Freitag vor Marquez. „Alle Yamahas sind vorne. Es ist nicht nur ein Yamaha-Pilot. Alle vier Yamahas sind sehr schnell, vor allem bei der Zeitenjagd, aber auch beim Renntempo“, analysiert Marquez.

„Vor allem im FP1 war es merkwürdig, weil der Motor hier normalerweise sehr wichtig ist. Und Yamaha und Suzuki lagen vorn. Die Ducati und die Honda sind normalerweise die schnellsten Maschinen auf den Geraden, waren aber langsamer“, grübelt Marquez. Sowohl im FP1 als auch im FP2 führten drei Ducati-Piloten die Topspeed-Wertung an. Der beste Yamaha-Pilot fand sich im FP2 auf Position zwölf wieder.