Der Test in Misano soll laut Marquez wichtige Erkenntnisse für Honda gebracht haben. Seinem Bruder bietet er Tipps an. Selbst meldet er sich bei ihm aber nicht.

Ohne Marc Marquez läuft Honda den großen Erfolgen hinterher. Bei Halbzeit der MotoGP-Saison 2020 ist der japanische Motorradgigant ohne Podestplatz auf dem fünften und vorletzten Platz der Markenwertung zu finden. Alle 63 WM-Punkte hat Takaaki Nakagami gesammelt.

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In der Teamwertung ist Repsol-Honda an der elften und letzten Stelle. Bei keinem Rennen hat man eine zweistellige Punktezahl gesammelt. In Spielberg 2 und Misano 1 kamen Alex Marquez und Stefan Bradl außerhalb der Punkteränge ins Ziel.

„Das Repsol-Honda-Team ist in einer schwierigen Situation“, sagt Marc Marquez. „Natürlich habe ich das Gefühl, dass ich dort wichtig bin. Ich kann viele gute Ergebnisse holen. Wenn auf der einen Seite der Garage ein Rookie ist und ich beim ersten Rennen ausfalle, dann kann man die Richtung verlieren.“

Im zweiten Misano-Rennen belegten Nakagami und Alex Marquez die Plätze sechs und sieben. Für Alex Marquez war das das beste Ergebnisse seiner Karriere. Der Spanier hat Fortschritte gemacht, denn er war auch im Warm-up der Schnellste.

„Der Test am Dienstag in Misano war sehr wichtig“, glaubt Marc Marquez. „Dort haben sie etwas gefunden. Nakagami und mein Bruder haben einen großen Schritt gemacht. Ich denke, es war für beide ein gutes Rennergebnis.“

Marc Marquez: „Alex muss mich anrufen“

Wie kann Marc Marquez seinen Bruder von zu Hause aus unterstützen? „Wir haben eine Regel und müssen professionell sein. Er muss mit seinem Team arbeiten“, sagt der noch amtierende MotoGP-Weltmeister.

„Sollte er Zweifel haben, dann ruft er mich an. Ich rufe ihn aber nie an“, betont Marc Marquez. „Er muss mich anrufen, weil er an der Strecke mit seinem Team arbeitet. Er hat Alberto Puig und Emilio Alzamora bei sich. Aber natürlich telefonieren wir zwei, dreimal pro Tag.“

Alex Marquez sah bisher in allen sieben Rennen die Zielflagge. Seine Ergebnisse lauteten Platz 12, 8, 15, 14, 16, 17 und 7. Für einen Rookie galt die Honda schon in den vergangenen Jahren nicht als einfachstes Motorrad. Zudem sind die Zeitabstände im Feld sehr eng.

„Das MotoGP-Level ist jetzt sehr ausgeglichen“, findet auch Marc Marquez. „Das ist gut für uns Fahrer, weil am Ende wir den Unterschied ausmachen. Es ist für alle eine schwierige Saison, aber speziell für einen Rookie, weil so viele Rennen hintereinander stattfinden.“

„Das ist seltsam, denn normalerweise fährt man nach einem Rennen nach Hause und man versteht dann, wie man sich verbessern kann. Jetzt passiert aber alles so schnell – zu schnell für einen Rookie. Es gibt auch keine Tests. Es gab nur diesen einen Tag in Misano. Normalerweise haben wir vier oder fünf Testtage, die eine große Hilfe sind.“