Ähnlich wie in Misano verliert Maverick Vinales in Thailand im ersten Renndrittel den Anschluss an die Spitze und ist dann konkurrenzfähig. Die Hintergründe dazu.

Maverick Vinales eroberte beim Grand Prix von Thailand zum dritten Mal in den vergangenen vier Rennen den dritten Platz. Aber ähnlich wie in Misano verlor der Yamaha-Werksfahrer im ersten Renndrittel den Anschluss an das Duo Marc Marquez und Fabio Quartararo. Obwohl er dann im späteren Rennverlauf die gleichen Rundenzeiten fahren konnte, war der Zug abgefahren.

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Was war das Problem? „Wenn man mit vollem Tank keine Traktion hat, ist es sehr schwierig, die Rundenzeit zu halten. Wenn der Tank leichter wird, kann ich mehr Kurvenspeed fahren und die Rundenzeit erzielen“, erklärt Vinales. „Im Warm-up hatte ich ein viel besseres Gefühl als im Rennen, denn im Rennen konnte ich nicht attackieren. Wir müssen das verstehen und für Japan verbessern.“

In der Anfangsphase verlor Vinales zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde auf das Spitzen-Duo. In Runde zehn betrug sein Rückstand schon drei Sekunden. Dann kam der Spanier wieder bis auf zwei Sekunden heran. Hätte er theoretisch zu Beginn nicht den Anschluss verloren, hätte Vinales zum Schluss mit Marquez und Quartararo um den Sieg kämpfen können.

Warum war Quartararo schneller als Vinales?

Aber warum konnte Quartararo mit der Yamaha schneller fahren? „Er macht es sehr gut, versteht das Motorrad und fährt super“, lobt Vinales seinen Markenkollegen. „Wir müssen verstehen, wie er fährt, weil wir uns verbessern können. Sie haben ein besseres Set-up als wir gefunden.“ Das Yamaha-Werksteam fuhr in Thailand übrigens wieder mit dem alten, kurzen Auspuff, wofür wiederum die Motor-Mappings angepasst werden mussten.

Auch wenn Vinales betont, dass er sich derzeit mit der M1 wohlfühlt, ist es für ihn nicht einfach: „Ich stelle mich auf das Motorrad ein, denn es passt überhaupt nicht zu meinem Stil. Ich muss entgegen meinem natürlichen Stil fahren, aber das Motorrad funktioniert gut. Das ist klar. Ich hole jetzt viele Podestplätze. Vielleicht sind die Rennstarts noch nicht optimal, aber wir sammeln derzeit viele WM-Punkte.“

Die zuletzt gewonnene Konstanz wirkt sich auch in der Weltmeisterschaft aus. Vinales überholte in Thailand Danilo Petrucci (Ducati) und ist nun WM-Vierter. Nur vier Punkte fehlen auf den dritten Platz, den momentan Alex Rins (Suzuki) hält. Seit dem Sieg in Assen stimmt die Richtung für Vinales. Seither war lediglich Brünn mit Platz zehn ein schlechtes Rennen. Nun sieht der Spanier sein Team gefordert, um das Puzzle zu vervollständigen.

„Wir brauchen nicht viel. Wenn wir in den ersten Runden besser sind, können wir um den Sieg kämpfen“, verweist Vinales auf die Beispiele Misano und Buriram. „Wir müssen die Traktions-Probleme lösen, dann haben wir eine Chance. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Wir sind jetzt sehr konstant, aber jetzt muss sich das Team verbessern.“ Deutlich größere Probleme mit mangelndem Grip hatte sein Teamkollege Valentino Rossi, der Achter wurde.