Maximilian Kofler zieht Bilanz von den Doppel-Rennen in Jerez und gibt einen Ausblick auf das kommende Rennwochenende in Brünn.

Mit Platz 20 im Spanien-GP und Platz 18 beim Grand Prix von Andalusien hat der Österreicher Maximilian Kofler seine besten Ergebnisse in der Moto3-Weltmeisterschaft zuerst egalisiert und dann sogar verbessert. Vor seinem achten WM-Start am Wochenende beim Grand Prix von Tschechien haben wir mit dem 19-Jährigen exklusiv gesprochen.

Advertisement

Interview: Julia Baumgartner

servusmotogp.com: Wie sieht deine persönliche Bilanz von den zwei Rennwochenende in Jerez aus?

Maximilian Kofler: Wir haben in Jerez auf jeden Fall viel gearbeitet. Wir sind mit dem Team weitergekommen und ich habe in Sachen Fahrstil und Fahrweise viel weiter gebracht. Mit den Ergebnissen kann ich zufrieden sein, wobei das Ziel trotzdem die Punkte sind. Ich habe mit Platz 18 mein bestes Ergebnis in der WM geschafft, das ist schon mal was. Mit der Arbeit der letzten zwei Wochenenden können wir insgesamt zufrieden sein.

servusmotogp.com: Wie ist es dir mit der Hitze in Jerez gegangen?

Maximilian Kofler: Es war schon zach. Im Training sowie im Qualifying ist es während dem Fahren gegangen. Da hatte ich immer wieder kurze Pausen in der Box, in denen ich was getrunken habe. Aber im Rennen war es schon heavy, es war richtig hart zum Fahren, nicht angenehm.

servusmotogp.com: Was konntest du aus Jerez mitnehmen für die nächsten Rennen?

Maximilian Kofler: Was für mich speziell ganz wichtig war und was uns auch zeigt, wie wir gearbeitet haben: Ich war im zweiten Rennen ganze 16 Sekunden schneller als im ersten Rennen. Bei 22 Runden bedeutet das fast eine Sekunde pro Runde. Außerdem sind wir von den Rundenzeiten her, also von den schnellsten Rennrunden, nicht mehr so weit weg entfernt wie wir schon waren. Der Abstand zur Spitze, zum Sieger und eben zu den Punkte-Plätzen wird also geringer. Natürlich ist ein Top-15-Ergebnis das Ziel. Aber ich wäre auch mit einem Platz 21 zufrieden, wenn ich sehe, dass der Schritt nach vorne da ist und sich unsere Arbeit auszahlt.

servusmotogp.com: Welche Rolle spielt dabei dein Teamkollege? Darryn Binder schied einmal auf Podest-Kurs aus und verpasste als Vierter einmal knapp das Podium.

Maximilian Kofler: Wir können Daten vergleichen, wir fahren im Training gemeinsam, fahren gegenseitig im Windschatten. Das ist natürlich hilfreich, ihn als Teamkollegen zu haben. Ich schaue mir seine Daten an und vergleiche auf Zehntel genau, was er anders macht. Außerdem sehe ich, wo der größte oder auch der kleinste Unterschied liegt. Besonders wichtig ist, dass wir gemeinsam auf der Strecke sind und – egal ob es Linie ist oder Fahrstil ist -, dass man sich gegenseitig unterstützt.

servusmotogp.com: Als nächstes steht der Tschechien-GP in Brünn vor der Türe. Wie gut kennst du die Strecke dort?

Maximilian Kofler: Ich kenne die Strecke, war schon ein paar Mal dort. Mit der Moto3 zwar schon länger nicht mehr, aber vor kurzem mit der R6. Ich weiß, wie es rundherum geht, kenne die eine oder andere Bodenwelle. Ich denke, dass es von den Temperaturen her nicht ganz so schlimm wird wie in Jerez. Dort war es Hardcore. Aber natürlich kann es bei den kommenden Rennen in Brünn oder Spielberg genau so heiß und ungut sein. Wobei es eine andere Hitze als in Spanien ist. Es können ebenfalls anstrengende Rennen werden. Vor allem in Spielberg kann es dann plötzlich Regen geben, mit dem eigentlich keiner rechnet. Im Gegensatz zu Jerez, dort hat niemand damit gerechnet, dass es nass wird (schmunzelt).

servusmotogp.com: Wie hast du die Zeit nach Spanien genützt?

Maximilian Kofler: Ich habe trotzdem immer wieder trainiert. Am Freitag war ich Supermoto fahren, einfach um in Bewegung zu bleiben. Aber ich habe die Zeit auch zum Entspannen genützt, war zwei Mal am Attersee, um runterzukommen. Mental habe ich mich bereits auf Brünn vorbereitet: Strecke durchgehen, erinnern, wo die Schwierigkeiten liegen, worauf muss man auf der Strecke achten etc. Am Mittwoch Nachmittag fahre ich dann mit meinem Papa nach Tschechien.

servusmotogp.com: Wie war es für dich ohne Zuschauer in Jerez – im Vergleich dazu das Heimrennen in Spielberg im Vorjahr vor 100.000 Fans?

Maximilian Kofler: Während dem Fahren bekomme ich es nicht mit, dass da keine Zuschauer da sind. Da fallt es nicht so auf. Aber danach ist es schade, dass man niemandem zuwinken kann und sich niemand freut bei der Outlap. Ich bin es aus der Junioren-WM gewöhnt, dass nur wenige Zuschauer vor Ort sind. Deshalb waren Spielberg und Silverstone vor so vielen Fans richtige Highlights für mich.

servusmotogp.com: Deine heurigen Startplätzen waren 26, 26 und 24 – wie analysierst du deine Performance im Qualifying?

Maximilian Kofler: Wir wissen, dass wir an der Quali arbeiten müssen. Wir müssen auf die eine Runde besser werden, damit die Ausgangssituation im Rennen von Haus aus etwas leichter ist und wir von weiter vorne starten können. Auch mein Teamkollege Darryn hat das gleiche Problem. Im zweiten Rennen in Jerez ist er sogar hinter mir gestartet. Das Ziel muss das Erreichen des Q2 sein – egal ob man sich über FP3 oder Q1 qualifiziert. Ich glaube, der Speed ist da. Wenn mal alles zusammenpasst, ist das realistisch. Beim zweiten Jerez-Rennen sah es schon ganz gut aus, aber da bin ich im letzten Sektor ein bisschen mit Darryn zusammengekommen und habe leider fünf bis sechs Zehntel verloren. Ob es für Q2 gereicht hätte, weiß ich nicht. Aber ein paar Plätze nach vorne wären schon noch möglich gewesen. Also ja, am Qualifying müssen wir klar arbeiten.

servusmotogp.com: Zum Schluss noch was Aktuelles: Was sagt du dazu, dass Stefan Bradl in Brünn Marc Marquez ersetzt?

Maximilian Kofler: Ich finde es cool, dass er wieder die Chance hat und fahren darf. Ich hoffe für Stefan, dass sie (Honda) ihn aber dieses Mal nicht wieder nur als Testfahrer hernehmen zum Testen und Ausprobieren, sondern dass er sein Setting fahren kann, das er im Rennen fahren will. Ich hoffe, dass er halbwegs mitfahren kann.