Er war der Mechaniker, dem Valentino Rossi vertraute. Weil dieser Briggs nicht mit ins Petronas-Team durfte, endet seine MotoGP-Karriere. Hier erinnert sich an Höhen und Tiefen.

Nach rund 30 Jahren wird Alex Briggs in der kommenden Saison im MotoGP-Paddock fehlen. Der Australier hat als Mechaniker für Mick Doohan und Valentino Rossi gearbeitet und unzählige Erfolge gefeiert. Diese Ära geht nun zu Ende, denn Briggs kann nicht mit Rossi ins Petronas-Team wechseln.

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Nach dem Saisonfinale 2020 flog Briggs nach Australien und genoss über den Winter eine Auszeit. Einen Job in einem anderen Team hat der Mechaniker nicht angenommen. Vor 28 Jahren hatte seine Reise in der Motorrad-Weltmeisterschaft begonnen.

Landsmann Jeremy Burgess, der in den 1990er-Jahren der Crew-Chief von Doohan war, engagierte damals Briggs als Mechaniker. „Er war aggressiv wie ein Boxer vor einem Kampf“, erinnert sich Briggs bei ‚Foxsports‘ an den fünfmaligen Weltmeister zurück.

„Doohan wollte einfach alles gewinnen. Er wollte immer Erster sein.“ Mit 54 Siegen und ununterbrochenen WM-Titeln von 1994 bis 1998 zählt Doohan zu den besten Motorradfahrern aller Zeiten. Ein Sturz und eine Beinverletzung in Jerez 1999 beendete dessen Karriere.

Briggs: „Rossi kannte bald unsere Namen“

Für die Saison 2000 engagierte Honda Rossi und stellte ihm Doohans Crew zur Seite. Rossi lernte schnell und konnte in der zweiten Saisonhälfte seinen Speed auch in Ergebnisse ummünzen. Er wurde in seiner ersten 500er-Saison Vizeweltmeister.

„Schon nach zwei oder drei Tagen kannte er unsere Namen“, blickt Briggs bei der ‚La Gazzetta dello Sport‘ auf den jungen Rossi zurück. „Ich kenne Fahrer, die auch nach Jahren nicht die Namen der Mechaniker kannten. Das ist der mit den Locken, der andere mit dem Schnauzbart.“

„Es hat auch nicht lange gedauert, bis Vale verstanden hat, wie man die Honda fahren muss. Die Japaner haben auch erkannt, dass es Sinn macht, auf seine Gefühle zu hören, obwohl wir nicht das offizielle Werksteam waren.“

2001 folgte der erste Weltmeistertitel in der Königsklasse. Briggs zählt zu jenen Mechanikern, die mit Rossi von Honda zu Yamaha gewechselt sind, anschließend zu Ducati und wieder zurück zu Yamaha.

Großer Frust über Misserfolg

„Es war frustrierend, nicht mit Ducati gewonnen zu haben. Genauso wie vor ein paar Jahren (2015; Anm. d. Red.), als wir siegfähig waren und es nicht geschafft haben“, erinnert Briggs an Rossis bisher letzte WM-Chance.

„Es gab so viele Höhen, aber auch viele Enttäuschungen. Ich war dort, als sich Mick in Jerez verletzt hat, was das Ende seiner Karriere bedeutet hat. Aber wenn ich ein Rennen nennen müsste, dann war das Valencia. Ich habe das Jahr vergessen, aber es war das Jahr in dem Nicky die WM gewonnen hat.“ Briggs meint das Saisonfinale 2006.

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