Wäre er Noch-Ducati-Star Andrea Dovizioso, würde MotoGP-Legende Mick Doohan über ein Karriere-Ende nachdenken – oder über einen Wechsel in die Superbike-WM.

Andrea Dovizioso wird nächstes Jahr voraussichtlich als MotoGP-Testfahrer im Einsatz sein. Die Gespräche mit Yamaha sind dem Vernehmen nach schon weit fortgeschritten. Ob es auch Wildcard-Starts geben wird, ist noch nicht entschieden. Aber: Neben MotoGP-Tests will der Italiener auch die Möglichkeit haben, Motocross-Rennen zu fahren.

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Ob es zu einer Einigung zwischen „Dovi“ und Yamaha kommt und wie die Eckpunkte der Vereinbarung genau aussehen, werden die kommenden Wochen zeigen. Dass ein erfahrener Pilot ein Projekt voranbringen kann, haben Dani Pedrosa bei KTM und Sylvain Guintoli bei Suzuki bewiesen.

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Doohan: „Dovizioso hat noch viel zu bieten“

„Dovizioso hat immer noch viel zu bieten“, ist auch MotoGP-Legende Mick Doohan überzeugt. „Er hat extrem viel Erfahrung, kann Rennen gewinnen und potenziell die Weltmeisterschaft. Ich bin nicht nahe genug dran. Aber es wäre seltsam, wenn er kein gutes Team finden würde.“

„Es wird schwierig für ihn, wenn er kein gutes Team findet. Wenn ich es wäre, würde ich sagen, dass man besser aufhört oder in die Superbike-WM wechselt“, meint der Australier bei ‚MotoGP.com‘. „Dort wäre er sicherlich konkurrenzfähig.“

Einen Wechsel in die Superbike-WM hat Dovizioso aber immer kategorisch ausgeschlossen. Stattdessen hatte der dreimalige Vize-Weltmeister zuletzt erstmals offen darüber gesprochen, sich die Rolle als Testfahrer vorstellen zu können.

Als Edeltester wäre Dovizioso wertvoll

In der heutigen MotoGP sind schnelle Testpiloten mit viel Erfahrung gefragt. „In meinen Tagen waren die Testfahrer um mehrere Sekunden langsamer“, erinnert sich Doohan an die 1990er-Jahre. „Also haben in Wahrheit wir getestet.“

„Sie konnten zwar Teile testen, aber am Ende mussten wir das bestätigen oder eine andere Richtung einschlagen. Als Fahrer will man aber Rennen fahren. Bei Testfahrten ist das Risiko genauso groß, wenn man bis auf wenige Zehntelsekunden an die Zeiten herankommt.“

„Es ist auch eine sehr einsame Erfahrung. Schließlich dreht man immer alleine seine Runden“, gibt Doohan zu Bedenken. „Aber wenn so ein Job für ihn greifbar wäre, er Spaß daran hat und gleichzeitig ein anderes Leben führen kann als bisher gewohnt, kann das eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein.“

„Man hat gesehen, dass Pedrosa für KTM einen Fortschritt gebracht hat. Sie haben mit Dani jemanden gefunden, der das Projekt in die richtige Richtung führen kann. Mit Dovizioso könnte es ähnlich sein. Jemand wie er kann für ein Team ein Vorteil sein.“