Der fünffache Weltmeister wäre gerne Seite an Seite mit Valentino Rossi gefahren. Er bewundert dessen Durchhaltevermögen.

Bevor Valentino Rossi seinen Siegeszug in der MotoGP begann, war es Mick Doohan, der mit 500er-Honda in den Jahren 1994 bis 1998 fünf Titel in Folge gewann.

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Im Jahr nach seinem letzten Triumph entschied sich der Australier in Folge einer schweren Beinverletzung noch vor dem Saisonende für einen Rücktritt.

So verpasste er, wie Rossi als frischgebackener 250er-Weltmeister aufstieg und die Königsklasse aus dem Stand aufmischte. Das bedauert Doohan bis heute, wie er in der Fox-Sendung ‚Under the Visor‘ verrät: „Valentino war von Anfang an schnell, deshalb hätte ich ihn mir als Teamkollegen an meiner Seite gewünscht.“

Es wäre mit Sicherheit eine „schwierige Herausforderung“ gewesen, glaubt Doohan, „sowohl für mich als auch für ihn“. Doch dazu kam es nicht. Mittlerweile ist Rossi der Routinier, der sich mit neuen, jungen Talenten messen muss.

Packende MotoGP-Doku: Marquez – Unlimited

Doohan bewundert Rossi Engagement – auch mit 41

Doohan geht davon aus, dass Yamaha alles tun wird, um Rossi zu überzeugen, ein weiteres Jahr dranzuhängen, wenn auch „nur“ bei Petronas und nicht im Werksteam. „Sie werden ihm das beste Material geben, auch wenn er Teil eines Satelliten-Teams ist“, ist sich Doohan sicher und sieht in der Kombi eine gelungene Paarung.

„Es gibt niemand Besseren als Rossi für die Entwicklung eines Motorrads, er ist perfekt. Er ist immer noch konkurrenzfähig, und ich bewundere sein Engagement, denn er ist auch in der Lage, vom achten Platz auf das Podium zu fahren.“ Die letzten Podestplätze des „Doktors“ sind allerdings schon mehr als ein Jahr her.

Doohan weiß: „Im Moment ist es schwer zu sagen, ob er oder jemand anderes das Tempo eines Marc Marquez hat. Valentino ist 41. 20 Jahre auf einem so hohen Level zu fahren, das ist eine Menge. Ich selbst habe weit weniger hinter mich gebracht und kenne den Druck. Er wird ein Jahr Urlaub brauchen, wenn er aufhört.“

MotoGP: Mehr Reifenlieferanten, weniger Elektronik?

Was die MotoGP im Vergleich von damals und heute angeht, lobt Doohan die Dorna für „eine gute Vision“, schränkt aber ein: „Ich würde mir wünschen, dass mehr Reifenlieferanten zurückkommen. Die Michelins sind überall gut, aber nicht außergewöhnlich. Als ich Rennen fuhr, machten die Dunlops beinahe den Unterschied.“

Auch die wachsende Bedeutung der Elektronik gefällt nicht jedem. Wie steht Doohan dazu? „Die aktuellen Motorräder sind außergewöhnlich. Wie viele könnten sie ohne all die Elektronik fahren?“, merkt er an.

„Einige Fahrer brauchen sie, Marquez könnte definitiv darauf verzichten, auch wenn es für das Qualifying schwierig wäre.“