KTM-Teammanager Mike Leitner räumt ein, dass Pol Espargaro andere Optionen hat – für CEO Stefan Pierer ist der Abgang des Teamleaders aber noch nicht beschlossene Sache.

In der MotoGP-Saison 2021 wird Pol Espargaro aller Voraussicht nach für Honda an den Start gehen. Beim Weltmeister-Team soll er neuer Teamkollege von Marc Marquez werden. Dieses Szenario ist sehr wahrscheinlich, aber noch nicht in Stein gemeißelt. Denn ein Vertrag soll bislang noch nicht unterschrieben worden sein.

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„Ich kann lediglich bestätigen, dass Gespräche geführt werden“, wird KTM-Teammanager Mike Leitner von ‚MotoGP.com‘ zitiert. „Natürlich wollen wir versuchen Pol zu halten. Aber wir wissen, dass er eine andere Option hat.“

Espargaro-Wechsel: KTM zum Zuschauen verdammt

„Im Moment müssen wir abwarten, wie sich die Situation rund um Pol entwickeln wird. Gleichzeitig müssen wir an die Zukunft denken. Bei uns liegen schon einige Szenarien auf dem Tisch. Wir gehen es Schritt für Schritt an.“

Ursprünglich hatte KTM geplant, mit allen Fahrern auch im kommenden Jahr weiterzumachen. Also mit Pol Espargaro und Brad Binder im Werksteam sowie mit Miguel Oliveira bei Tech 3. Für Iker Lecuona ist 2020 die erste MotoGP-Saison. Wie gut er ist, kann daher noch nicht bewertet werden.

KTM wird sich also eine Alternative für Espargaro überlegen müssen. Auch wenn KTM-CEO Stefan Pierer bei ‚Speedweek.com‘ erklärt: „Das Thema, ob Pol bei KTM bleibt, ist aus unserer Sicht noch offen. Die Entscheidung fällt spätestens am 15. September.“

Pol-Abschied für KTM-Boss Pierer noch offen

Vor dieser Deadline darf Espargaro offenbar keinen Vertrag bei einem anderen Werksteam unterschreiben. Bis zu diesem Termin werden sechs MotoGP-Rennen in Jerez, Brünn, Spielberg und Misano gefahren sein.

Ist die neue KTM konkurrenzfähig und würden die Österreicher ihr finanzielles Angebot aufbessern, könnte Espargaro theoretisch vom Bleiben überzeugt werden. Andererseits sollen sich der Spanier und sein Manager zumindest mündlich mit Honda einig sein.

Honda äußerte sich in den letzten Wochen nicht zu einer Verpflichtung von Espargaro. Dafür lobte Teammanager Alberto Puig den Moto2-Weltmeister von 2013 in den höchsten Tönen – und schloss dadurch eine Zusammenarbeit zumindest nicht kategorisch aus.

Jorge Martin scheidet für KTM als MotoGP-Fahrer aus. Ducati will den Moto3-Weltmeister von 2018 im nächsten Jahr im Pramac-Team platzieren. Aber auch diesbezüglich müssen im Hintergrund noch Details geklärt werden, wodurch eine offizielle Bestätigung noch aussteht.

Kommt ein erfahrener Pilot oder ein junges Talent?

Mit Espargaro verliert KTM seinen Nummer-eins-Fahrer. Seit 2017 ist der Spanier an Bord, hat seitdem maßgeblich zu den Fortschritten des Teams beigetragen. Wie wichtig ist ein erfahrener Pilot für das Projekt? Zwingend notwendig, oder könnte KTM auch konsequent auf neue Talente setzen?

„Zu Beginn, als wir 2017 in die MotoGP gekommen sind, war es sehr wichtig, jemanden mit Erfahrung zu haben“, sagt Leitner. In den ersten beiden Jahren fuhr neben Espargaro Bradley Smith, der heute Test- und Ersatzfahrer bei Aprilia ist.

„Jetzt hat unser Motorrad ein bestimmtes Level erreicht. So war zum Beispiel Brad Binder beim Test in Katar in den Top 10. Und in Sepang hatten wir drei Fahrer unter den ersten Zehn. Ein erfahrener Pilot ist sehr wichtig. Aber wenn das Motorrad konkurrenzfähig ist, nimmt die Bedeutung ab.“

Mit Dani Pedrosa hat KTM einen äußerst erfahrenen Mann in den eigenen Reihen. Der dreimalige MotoGP-Vize-Weltmeister konzentriert sich aber voll und ganz auf seine Rolle als Testfahrer. Und kommt daher – vermutlich – nicht als Espargaro-Nachfolger in Frage…