Mit seiner letzten Bestzeit liegt Scott Redding in Misano auf Augenhöhe mit den MotoGP-Zeiten – Jonathan Rea macht nach seinem Sturz am Mittwoch deutliche Fortschritte.

Einige Teams der Superbike-WM und der Supersport-WM waren in dieser Woche in Italien auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli im Einsatz. Die Ducati-Teams rückten schon am Dienstag aus. Kawasaki und der Rest stiegen dann am Mittwoch und Donnerstag in die Test-Arbeit ein. Vor allem Ducati-Pilot Scott Redding setzte dabei mit starken Runden-Zeiten ein Ausrufezeichen.

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Der amtierende BSB-Champion wurde mit 1:33,067 Minuten gestoppt. Damit steigerte sich Redding im Vergleich zum Vortag um fast eine Sekunde. Er unterbot auch den Qualifying-Rekord, den Tom Sykes 2018 in Misano aufgestellt hatte. Damals kam Sykes mit der Kawasaki auf 1:33,640 Minuten.

Außerdem war Redding mit seiner Zeit auf Augenhöhe mit den MotoGP-Zeiten von Aleix Espargaro (Aprilia) und Michele Pirro (Ducati). Reddings Teamkollege Chaz Davies war um fast eine Sekunde langsamer und belegte in der inoffiziellen Zeitenliste den fünften Platz. Ducati arbeitete an technischen Details und einer etwas veränderten Ergonomie.

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WSBK-Champion Jonathan Rea tüftelt am Set-Up

Weltmeister Jonathan Rea war am Mittwoch gestürzt. Der im Frühling neu aufgetragene Asphalt bot in der Hitze zu viel Grip für die Kawasaki. In der Folge arbeitete man am Set-Up der ZX-10RR, um den Grip zu reduzieren. Im Fokus stand auch die Langlebigkeit der Reifen. Seine schnellste Runde fuhr Rea mit Rennreifen.

Der Weltmeister war um knappe zwei Zehntelsekunden langsamer als Redding. Die zweite Kawasaki von Alex Lowes fuhr am Vormittag 20 Runden am Stück. Er konzentrierte sich somit auf eine Renn-Simulation. Mit der Konstanz und der viertbesten Zeit zeigte sich der WM-Leader zufrieden mit diesem Test.

Zwischen die beiden Kawasaki-Fahrer schob sich Michael Ruben Rinaldi (GoEleven-Ducati). Leandro Mercado (Motocorsa-Ducati) konzentrierte sich auf Longruns. Sein Team arbeitete an den beiden Tagen auch an der Kupplung, an der Abstimmung der Dämpfer und an neuen Motor-Teilen. Mercado fuhr die sechstschnellste Zeit.

Sylvain Barrier (Brixx-Ducati) fuhr zum ersten Mal seit 2014 wieder in Misano und zum ersten Mal mit der Panigale V4 R auf dieser Strecke. Ein harmloser Sturz in Kurve 3 kostete das Team einige Test-Zeit. Auch der von Verletzungen geplagte Leon Camier (Barni-Ducati) war in Misano im Einsatz. Sein Rückstand war allerdings groß.

SSP: Krummenacher mit MV Agusta im Einsatz

Unter den wenigen 600er-Fahrern war auch Supersport-Weltmeister Randy Krummenacher. Der Schweizer hatte vor Kurzem die Superbike-Ducati des Barni-Teams in Misano getestet. Nun war Krummenacher mit seiner MV Agusta im Einsatz. Er wurde in seiner besten Runde mit 1:38,813 Minuten gestoppt.

Auch Krummenachers MV-Agusta-Teamkollegen Raffaele de Rosa und Federico Fuligni waren auf der Strecke. Die Supersport-Bestzeit sicherte sich Andrea Locatelli (Bardahl-Yamaha) mit 1:37,644 Minuten. Nach seinem Sieg auf Phillip Island (Australien) wird Locatelli die Saison als WM-Führender fortsetzen.

Andernorts haben jüngst weitere Supersport-Fahrer getestet. GMT94-Yamaha fuhr mit Jules Cluzel und Corentin Perolari auf dem Circuit Carole sowie in Ales in Frankreich. Der Belgier Loris Cresson (Toth-Yamaha) testete bereits in Assen und in Spa-Francorchamps. Anfang Juli werden einige Superbike-Teams die Testarbeit in Barcelona fortsetzen.

Misano-Test – die inoffiziellen WSBK-Zeiten am Donnerstag:

1. Scott Redding (Ducati): 1:33,067 Minuten
2. Jonathan Rea (Kawasaki): 1:33,206
3. Michael Ruben Rinaldi (GoEleven-Ducati): 1:33,560
4. Alex Lowes (Kawasaki): 1:33,694
5. Chaz Davies (Ducati): 1:33,854
6. Leandro Mercado (Motocorsa-Ducati): 1:34,859

Misano-Test – die inoffiziellen SSP-Zeiten am Donnerstag:

1. Andrea Locatelli (Bahrdahl-Yamaha): 1:37,644 Minuten
2. Raffaele De Rosa (MV Agusta): 1:38,444
3. Randy Krummenacher (MV Agusta): 1:38,813
4. Federico Fuligni (MV Agusta): 1:39,325