Beim Großbritannien-GP stellt Franco Morbidelli sein bestes Saisonergebnis als Fünfter ein. Wie er den Vergleich mit Valentino Rossi und Maverick Vinales sieht.

Franco Morbidelli egalisierte beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone mit dem fünften Platz sein bisher bestes Saisonergebnis. Bereits in Austin und Assen wurde der Petronas-Yamaha-Pilot Fünfter. In der WM verbesserte er sich auf den zehnten Gesamt-Rang und kommt nach zwölf Saisonrennen auf nunmehr 69 Punkte.

Im Rennen am Sonntag lag der Italiener die meiste Zeit an fünfter Stelle. Nur einmal büßte er diese im Zweikampf mit Cal Crutchlow (LCR-Honda) ein. Er ging aber sofort wieder vorbei und kam schließlich sechs Sekunden vor dem Briten ins Ziel. Auf den viertplatzierten Valentino Rossi (Yamaha) fehlten weniger als zwei Sekunden.

„Zu Beginn des Rennens waren wir gut dabei. Aber wir mussten dann etwas abreißen lassen, vor allem im Vergleich zu Maverick“, zieht Morbidelli den Vergleich zu Yamaha-Markenkollege Maverick Vinales. Dieser wurde Dritter und lag im Ziel 12,5 Sekunden vor ihm. „Aber im Vergleich zu Vale waren wir sehr nah dran. Die Reifenwahl mit hard-hard war die richtige.“

Morbidelli bester Kundenfahrer in Silverstone

Anders als Rossi, der in Silverstone über Probleme mit dem Hinterreifen klagte, betont Morbidelli: „Ich hatte das ganze Rennen über guten Grip, insbesondere am Hinterrad. Mit dem Vorderreifen war die Strecke recht ‚bissig‘. Er hat am Ende ziemlich gelitten.“

Insgesamt ist der Petronas-Yamaha-Pilot mit dem Ergebnis zufrieden. Zumal er nach Fabio Quartararaos frühem Sturz der einzige aus dem Team war, der punkten konnte. „Wir sind das beste Kundenteam. Das motiviert natürlich für die nächsten Rennen. Auch weil wir jetzt genau wissen, was ich, was wir brauchen, um schnell zu sein“, bekundete Morbidelli.

„Wir haben viel an jenen Bereichen gearbeitet, in denen uns bisher immer noch etwas gefehlt hat. Ich denke, dass wir jetzt ein besseres Verständnis dafür entwickelt haben“, erklärt Morbidelli weiter. „Allerdings blieb uns nicht allzu viel Zeit, um am Set-up zu arbeiten. Damit haben wir etwas spät angefangen. Aber wir konnten schnell reagieren und gut aufholen.“

Besseres Verständnis für die Yamaha M1

Welche Stellschrauben genau gedreht wurden, darüber schweigt sich der Italiener aus: „Das kann ich nicht verraten. Fakt ist, dass wir sehr viel arbeiten, viele Dinge ausprobieren. Das geht manchmal in die richtige Richtung, manchmal aber auch in die falsche.“

„Leider mussten wir am Ende feststellen, dass das Motorrad, das mir Ramon (Forcada, Crew-Chief; Anm. d. R.) zu Beginn des Jahres gegeben hat, das richtige war. Nach einigen Experimenten haben wir das jetzt verstanden. Manchmal muss man eben einen Schritt rückwärts machen, um letztendlich voranzukommen“, weiß er jetzt.

Fortschritte will Morbidelli auch beim anstehenden MotoGP-Test in Misano machen. Der ist nicht nur für die Arbeit am Bike, sondern auch als Vorbereitung auf den Grand Prix Mitte September wichtig. Denn: „Wir wissen, dass wir alle mit dem Grip zu kämpfen haben werden. Misano hat zu dieser Jahreszeit oft gar keinen Grip.“

Schwierige Gripverhältnisse in Misano erwartet

Schuld seien die hohen Temperaturen und das Salz des Meeres, das den Grip ebenfalls beeinflusst. Morbidelli erklärt. „Ich kenne die Strecke sehr gut. Daher weiß ich, wie sie reagiert. Im Sommer gibt es so gut wie keinen Grip. Zu Beginn des Sommers, Mai, Juni, ist es noch okay. Ab Juli wird es kritisch. Der Unterschied im Grip-Level von Sommer zu Winter ist wirklich unglaublich.“

Deshalb wäre es aus seiner Sicht vielleicht besser, dort im Mai zu fahren. „Doch was die Zuschauer und die Stimmung angeht, ist es gut, dass der Grand Prix im Sommer stattfindet. Aber Misano ist immer ein tolles Rennwochenende, ganz unabhängig vom Grip.“