Franco Morbidelli befindet sich seit Aragon 2 mitten im WM-Kampf. Von seinem Mentor Valentino Rossi versucht er, alle hilfreichen Informationen aufzusaugen.

Mit seinem überzeugenden Start-Ziel-Sieg beim Teruel-Grand-Prix am Sonntag im Motorland Aragon hat Petronas-Yamaha-Pilot Franco Morbidelli zum zweiten Mal in der laufenden MotoGP-Saison 2020 ein Rennen gewonnen.

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Nach dem San-Marino-Grand-Prix im September war es Morbidellis zweiter Sieg in der Königsklasse. Und mit diesem hat der aus der VR46-Akademie von Valentino Rossi kommende Italiener den Anschluss im WM-Kampf geschafft.

Auf die Frage, ob er von Rossi auch heute noch Tipps bekommt, antwortet Morbidelli: „Schwierig, da einen Tipp hervorzuheben. Wenn man mit so einer Legende aufwächst, dann nimmt man Dinge auf, ohne dass er etwas sagt. Man nimmt wahr, wie er mit Situationen umgeht. Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, dann übernimmt man Dinge von seinem Charakter.“

Die Analyse des MotoGP-Rennens: Grand Prix of Teruel

Als Beispiel dafür sagt der nächstjährige Teamkollege von Rossi: „Ich frage mich oft, wie sich ‚Vale‘ in einer bestimmten Situation verhält, weil er immer das richtige zum richtigen Zeitpunkt macht. Es ist aber schwierig, einzelne Tipps von ihm hervorzuheben.“

In der MotoGP-Gesamtwertung 2020 liegt Morbidelli nach seinem zweiten Saisonsieg nun als Vierter mit nur noch 25 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Joan Mir (Suzuki) in Reichweite. Aber sieht er sich selber überhaupt als Titelkandidat?

„Das ist schon witzig, denn am Samstag war ich noch nicht Teil des WM-Kampfs. Jetzt aber bin ich dabei“, macht Morbidelli deutlich, wie schnell sich die Dinge in der extrem abwechslungsreichen MotoGP-Saison 2020 ändern können.

Konzentration auf Morbidelli nicht angebracht

Dass Yamaha nun alle Karten auf ihn setzen sollte, weil sowohl Fabio Quartararo als auch Maverick Vinales im Motorland Aragon Punkte eingebüßt haben, hält Morbidelli nicht zwingend für angebracht. „Ich glaube, wir sollten uns alle darauf konzentrieren, unser Bestes zu geben“, sagt er. „Bei Yamaha gibt es drei Fahrer mit WM-Chancen“, legt Morbidelli nach. Ich konzentriere mich auf mich. Die anderen beiden Jungs sollten das auch machen.“

„Yamaha sollte uns Drei bestmöglich unterstützen“, findet Morbidelli, der allerdings im Gegensatz zu Quartararo und Vinales nicht die neueste Spezifikation der M1 fährt. So fehlt an Morbidellis Bike insbesondere das Holeshot-Device.