Franco Morbidelli erklärt, warum er im Oktober auch ohne MotoGP-Bike in Portimao testete – und Petronas-Teamkollege Fabio Quartararo stellt klar, warum er damals verzichtete.

Auf dem Algarve International Circuit steigt am kommenden Wochenende mit dem Portugal-Grand-Prix das Saisonfinale der Motorrad-WM 2020. Die Strecke in Portimao ist der erste neue Kurs im MotoGP-Kalender, seit 2018 erstmals auf dem Buriram International Circuit in Thailand gefahren wurde.

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In Vorbereitung auf das Portimao-Debüt hatten Anfang Oktober schon mehrere MotoGP-Piloten auf der Berg- und Talbahn an der Algarve getestet. Dabei durften allerdings nur die Testfahrer der Werksteams tatsächlich auch mit MotoGP-Bikes ausrücken. Die Stammpiloten mussten stattdessen auf Serien-Motorräder ausweichen.

Morbidelli nutzte Test-Chance in Portimao

Franco Morbidelli ist einer derjenigen, der beim Portimao-Test mit dabei war und die Strecke daher vorab schon kennt. Mit einer Yamaha R1 drehte der Petronas-Pilot seinerzeit zahlreiche Runden. Auch die Yamaha-Werkspiloten Valentino Rossi und Maverick Vinales nutzten damals die Gelegenheit, Runden auf einer R1 abzuspulen.

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„Wenn man das erste Mal an eine neue Rennstrecke kommt, ist normalerweise alles neu. Es fällt also recht schwer, sich von Beginn an richtig auf alles einzustellen. Für eine so besondere Strecke wie Portimao gilt das umso mehr“, erklärt Morbidelli. Und stellt heraus: „Ein paar Runden mit einem Straßen-Motorrad gedreht zu haben, war definitiv hilfreich. Auch wenn es sich von einem MotoGP-Bike komplett unterscheidet.“

So hat Morbidelli beim Test „einen Eindruck davon bekommen, was ich am Renn-Wochenende sehen und spüren werde“. Und das sieht er als nicht zu unterschätzenden Vorteil im Vergleich dazu, „wenn man die Strecke nur von Onboard-Videos oder den Übertragungen der Superbike-WM kennt“.

Quartararo wollte kein Verletzungs-Risiko eingehen

Im Gegensatz zu Morbidelli blieb Petronas-Teamkollege Fabio Quartararo dem Portimao-Test Anfang Oktober fern. Der Franzose wird die Strecke damit im Freitags-Training auf seiner M1 erstmals unter die Räder nehmen. Warum ließ Quartararo die Test-Gelegenheit Anfang Oktober aus? „In erster Linie wollte ich das Risiko einer Verletzung vermeiden. Denn der Test fand kurz vor einem Triple-Header statt“, erinnert der Franzose an den Termin.

Tatsächlich fand der Portimao-Test am Mittwoch und Donnerstag vor dem Frankreich-Grand-Prix statt. Direkt im Anschluss folgte der Double-Header im Motorland Aragon. Damals kämpfte Quartararo noch ernsthaft um den MotoGP-Titel mit. Inzwischen ist die WM zu Gunsten von Suzuki-Pilot Joan Mir entschieden. Und Quartararo belegt vor dem Portimao-Finale in der Fahrerwertung nur noch Platz fünf, während Teamkollege Morbidelli Gesamt-Zweiter ist.

Quartararo nennt aber noch zwei weitere Gründe, weshalb er die Test-Chance Anfang Oktober verstreichen ließ. „Ich war vor sechs Jahren schon mal dort. Und außerdem werden das erste und zweite Freie Training sehr lang sein.“ Damit spielt der Franzose darauf an, dass beim Portugal-Wochenende beide Freitags-Sessions jeweils auf 70 anstatt der üblichen 45 Minuten angesetzt sind.

Nur vier MotoGP-Piloten ohne Test-Erfahrung

Unter den MotoGP-Piloten, die das Finale in Portimao bestreiten, waren neben den Yamaha-Fahrern Morbidelli, Rossi und Vinales beim Oktober-Test auch Aleix Espargaro und Lorenzo Savadori (Aprilia), Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci (Ducati), Stefan Bradl und Alex Marquez (Honda), Brad Binder und Pol Espargaro (KTM), Joan Mir und Alex Rins (Suzuki), Tito Rabat und Johann Zarco (Avintia-Ducati), Jack Miller (Pramac-Ducati), Takaaki Nakagami (LCR-Honda) und Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) mit dabei.

Heißt im Umkehrschluss, dass neben Quartararo nur drei weitere Piloten beim Oktober-Test nicht vor Ort waren: Francesco Bagnaia, Cal Crutchlow und Mika Kallio. Letztgenannter wusste damals freilich noch nicht, dass er das Saisonfinale für Tech-3-KTM anstelle von Iker Lecuona bestreiten würde…