Platz fünf reichte für Enea Bastianini zum Weltmeister-Titel. Remy Gardner gewann seinen ersten Grand Prix-Sieg.

In einem spannenden Moto2-Finale in Portimao (Portugal) besiegte Remy Gardner. Luca Marini und feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Enea Bastianini fuhr als Fünfter ins Ziel und krönte sich damit zum Moto2-Weltmeister 2020. Der Italiener hat am Ende neun WM-Punkte Vorsprung auf Marini und Sam Lowes.

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„Es war eine fantastische Saison mit den Jungs“, jubelt Bastianini. „Es war ein schwieriges Jahr durch die Covid-Situation, die alles erschwert hat. Jetzt bin ich Weltmeister. Es ist unglaublich! Ich widme diesen Titel meinem Team, meiner Freundin, meinem Trainer und den anderen.“

„Es ist ein fantastischer Tag für mich, der beste meines Lebens“ Es war heute ein unglaubliches Rennen. Der Sieg war unmöglich. Schlussendlich wurde ich Fünfter. Ich kann mein Gefühl aktuell nicht beschreiben.“

Moto2-Weltmeister Enea Bastianini: "Auch Mia, mein Motorrad ist glücklich"

Gefährlicher Unfall beim Start

Beim Start zum Rennen über 23 Runden ereignete sich in der ersten Kurve ein Unfall zwischen zwei Italienern. Fabio di Giannantonio fuhr innen zu weit über den Randstein, verlor die Kontrolle und stürzte. Er rutschte nach außen in den Weg von Nicolo Bulega.

Bulega erwischte di Giannantonio und ging ebenfalls zu Boden. Beide waren okay. Di Giannantonio wurde für Checks ins Medical Center gebracht. Im Laufe der ersten Runde übernahm Gardner vor Bastianini und Marini die Führung.

Gardner riss zunächst die Kontrolle des Rennens an sich und baute sich in der Anfangsphase einen Vorsprung von einer Sekunde auf. Die Verfolgergruppe führte Bastianini vor Marini an. Lowes arbeitete sich auf Platz vier nach vor.

Bastianini muss in der Verfolgergruppe kämpfen

Bastianini musste in der Folge seinen zweiten Platz abgeben, denn er wurde von Marini und Lowes auf Rang vier verdrängt. Gardner, Marini und Lowes setzten sich an der Spitze ab, während sich Bastianini an der Spitze der Verfolgergruppe verteidigen musste.

Am Ende der achten Runde wurde Gardner in Kurve 1 in einem Zug von Marini und Lowes überholt. Bastianini fuhr zu diesem Zeitpunkt an der fünften Stelle. In der zehnten Runde wurde „Bestia“ von Marco Bezzecchi und Jorge Martin überholt und war nur noch Siebter.

Zwölf Runden vor Rennende verbremste sich Lowes in Kurve 13 und verlor dadurch den Anschluss an Marini. Der Italiener hatte an der Spitze schlagartig mehr als eine Sekunde Vorsprung auf das Duo Gardner und Lowes.

Gardner greift zum Schluss Marini an

Im Duell um Platz sechs konnte sich Bastianini gegen Martin durchsetzen. Der Spanier verlor auch etwas den Anschluss an diese Verfolgergruppe. Der Sieg von Marini war aber noch nicht in trockenen Tüchern, denn Gardner machte in der zweiten Rennhälfte wieder Druck.

Zwei Runden vor Schluss attackierte Gardner in Kurve 3 und übernahm die Führung von Marini. Das war die Entscheidung. Gardner feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Sein Vater Wayne Gardner, der 500er-Weltmeister von 1987, hat zum letzten Mal in Donington 1992 gewonnen.

„Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte“, sagt Gardner jun. „Mein erster Sieg, es war auf der Auslaufrunde sehr emotional. Ich war das gesamte Wochenende hier sehr stark und wusste, dass ich gewinnen kann. Ich hatte nichts zu verlieren. Wir schafften es. Als Team arbeiteten wir sehr hart.“

„Im Rennen passte ich meinen Stil weiter an und lernte von Luca. In den letzten Runden wusste ich, dass ich schnell genug bin. Ich fuhr ein paar Runden hinter Luca und in den beiden letzten Runden zog ich vorbei und zog das Tempo an. Ich fuhr einen Vorsprung heraus. Mir fehlen die Worte.“

Marini auf Grund von mehr zweiten Plätzen Vizeweltmeister

Marini und Lowes standen als Zweiter und Dritter auf dem Podest. Das waren auch ihre WM-Endergebnisse. Da beide drei Saisonsiege gefeiert haben, zählten die zweiten Plätze. Diesbezüglich hat Marini mit drei die Nase vorne und wurde deshalb als Vizeweltmeister gewertet.

In der Schlussphase setzte sich Bastianini zunächst gegen Augusto Fernandez durch und machte noch Druck auf Bezzecchi auf Rang vier, aber er kam nicht mehr vorbei. Platz fünf reichte für „Bestia“ zu seinem ersten WM-Titel .

Der Deutsche Marcel Schrötter beendete das letzte Rennen auf Position zwölf. Die beiden Schweizer sammelten keine WM-Punkte. Tom Lüthi fuhr als 16. über die Ziellinie. Dominique Aegerter, der wieder bei NTS einsprang, wurde 20.

Die Herstellerwertung hat auch in diesem Jahr Kalex gewonnen. In der Teamwertung holte sich VR46 den WM-Titel.

Rennen Moto2: Grande Prémio de Portugal