KTM-Pilot Jorge Martin trotzt dem Regen in Australien und beendet das erste Moto2-Training als Schnellster – zahlreiche teils schwere Stürze auf nasser Strecke.

In einem sturzreichen Moto2-Training blieb Jorge Martin unbeschadet und sicherte sich die Bestzeit. Auf nasser Strecke umrundete der KTM-Pilot den Kurs auf Phillip Island in 1:45,823 Minuten und war damit 0,771 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Nicolo Bulega (Kalex). Stefano Manzi (MV Agusta) wurde mit mehr als einer Sekunde Rückstand Dritter.

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Zu Beginn des Trainings hatte der Regen zwar nachgelassen, die Strecke war aber noch sichtlich durchnässt. Das führte bei zwei Piloten gleich in der Aufwärmrunde zu Stürzen. Sowohl Luca Marini, der die letzten zwei Grands Prix gewann, als auch WM-Leader Alex Marquez lagen am Boden und mussten zurück an die Box.

Gut zurecht kam gleich zu Beginn Lokalmatador Remy Gardner, der sich auf seiner Heimstrecke sofort an die Spitze setzte und dort eine Bestzeit nach der anderen drehte. Auch Marcel Schrötter schoss sich schnell auf die Bedingungen ein und schaffte nach drei fliegenden Runden den Sprung in die Top 3.

Ständig wechselnde Postionen im Klassement

Allerdings wechselten die Positionen im Klassement ständig. Nur Gardner fuhr in einer eigenen Liga und distanzierte die Konkurrenz nach zehn gefahrenen Minuten um fast eine Sekunde. Für Fabio Di Giannantonio lief es derweil weniger gut. Auch er ging in der frühen Phase des Trainings zu Boden und musste einen Zwangs-Stopp einlegen.

Im weiteren Verlauf stürzten auch Dimas Ekky Pratama und Xavi Cardelus, während Gardner seine Führung einbüßte. Denn nun kämpften Bulega und Marco Bezzecchi im Fern-Duell um die Bestzeit. Die Bedingungen hatten sich zur Halbzeit wieder etwas verschlechtert. Das machte sich in weiteren Stürzen bemerkbar.

In kurzer Folge gingen Enea Bastianini, Somkiat Chantra und Jake Dixon zu Boden. Trotz der vielen Crashs und widrigen Bedingungen herrschte auf der Strecke aber reger Fahrbetrieb, auch wenn sich im Klassement keine deutlichen Steigerungen erkennen ließen. Einzig Stefano Manzi machte einen Satz nach vorn und kletterte bei noch zehn zu fahrenden Minuten auf Platz zwei hinter Bulega.

Martin mit spätem Angriff an die Spitze

Gegen Ende der Session konnten einige Fahrer noch einmal zulegen, sodass sich einige Verschiebungen im Klassement ergaben. So luchste KTM-Pilot Martin Bulega mit einem starken Schlussangriff die Bestzeit ab und setzte sich mit deutlichen Vorsprung auf ihn und Manzi an die Spitze.

Andere bezahlten ihre Zeitenjagd mit späten Stürzen, unter ihnen Lukas Tulovic, Xavi Vierge, Lorenzo Baldassarri und Gardner. Dessen Kalex katapultierte sich so hoch in die Luft, dass die Front schließlich nur noch lose am Motorrad baumelte. Auch Ekky Pratama erwischte es zum Schluss ein zweites Mal.

Im Klassement ordnete sich hinter der Top 3 trotz des Sturzes Vierge ein. Tom Lüthi wurde Fünfter vor Andrea Locatelli (beide Kalex) und KTM-Pilot Bezzecchi. Sam Lowes, Marquez und Schrötter (alle Kalex) rundeten die Top 10 ab. Drei Fahrer gingen ohne gezeitete Runde nicht in die Wertung ein, darunter der früh gestürzte Marini sowie Mattia Pasini (Kalex) und Iker Lecuona (KTM).