Zum ersten Mal seit 2010 holt sich ein US-Amerikaner in der Moto2 die Pole: Während Joe Roberts einen neuen Rundenrekord aufstellt, ist Tom Lüthi schwer geschlagen.

Irres Moto2-Qualifying beim Katar-Grand-Prix: Joe Roberts pulverisiert seinen Rundenrekord vom Vortag und sichert in 1:58,136 Minuten die Pole-Position. Dahinter folgen sein Kalex-Markenkollege Luca Marini, der die identische Zeit fährt, und Enea Bastianini. Es ist das erste Mal seit Kenny Noyes 2010, dass in der Moto2 ein US-Amerikaner auf Pole steht.

„Ich habe davon geträumt, darüber zu sprechen“, sagte der Pole-Setter im Parc ferme freudestrahlend. „Der nächste Schritt wäre es, das Rennen zu gewinnen. Es ist unglaublich. Es ist meine erste Pole! Ich muss meinem Team sehr danken. Sie haben mir viel Selbstvertrauen verliehen. Diese Runde war für sie.“

Nach dem Moto3-Qualifying ging es um 18:00 Uhr Ortszeit nahtlos mit dem Shootout der Moto2 weiter. Zur gleichen Zeit, sprich unter Flutlicht und bei verhältnismäßig kühlen Temperaturen, wird am Sonntag auch das Rennen der mittleren Klasse starten. Zunächst standen aber die zwei 15-minütigen Qualifying-Sessions an.

Qualifying Moto2 aus Katar: Die ganze Session zum Nachsehen

Katar: Schrötter zwischenzeitlich Schnellster

In Q1 konnten sich vier Fahrer nachträglich für den Einzug in Q2 empfehlen, darunter auch IntactGP-Pilot Marcel Schrötter auf seiner Kalex. Er ließ, anders als in den Trainings, diesmal keine Zweifel an seiner Form aufkommen und setzte mit 1:58,422 Minuten die vorläufige Bestzeit. Damit war er sicher eine Runde weiter.

Hinter ihm ergatterten auch Lorenzo Baldassarri (Kalex), Jorge Navarro (Speed Up) und Edgar Pons (Kalex) einen Platz unter den Top 4 und damit in Q2. Navarro machte dann im zweiten Qualifying gleich ernst und brach jenen Rundenrekord, der erst gestern von Roberts aufgestellt worden war, als Erster.

Doch dabei blieb es nicht: Marini zog mit einer tiefen 1:54er-Zeit nach, die nur wenige Minuten später bis auf die Tausendstelsekunde von Roberts selbst egalisiert wurde. Allerdings fuhr der Amerikaner seine Runde ganz allein, während Marini wertvolle Windschattenhilfe von seinem Teamkollegen Marco Bezzecchi hatte.

Fehler beim Schalten kostet Marini die Pole

„Wir hatten Glück, denn es hat gut funktioniert“, kommentiert Marini die teaminterne Zusammenarbeit. „Es war perfekt, aber ich habe einen Fehler gemacht, als ich in den sechsten Gang schalten wollte. Ich war zu spät und kam in den Begrenzer. Dadurch habe ich etwas Zeit verloren und die Pole verpasst.“

Zwar kam an der Rekordzeit niemand mehr vorbei, auch wenn sich Bastianini noch bis auf 0,107 Sekunden herankämpfte. Damit sicherte sich der Kalex-Pilot Platz drei. Doch obwohl zeitgleich mit Marini gestoppt, wurde Roberts als Führender gewertet, weil er die stärkere zweitbeste Zeit verzeichnen konnte als sein Verfolger.

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Dennoch gibt der Zweitplatzierte zu: „O.k., Roberts hat es sehr gut gemacht. Er ist sehr schnell und wird morgen einer der Fahrer sein, gegen den man um den Sieg kämpfen muss. Ich freue mich über diesen zweiten Platz. Wir müssen noch etwas mehr am Motorrad arbeiten und uns auf die Rennstrategie konzentrieren.“

Bastianini, der dritte Mann in Reihe eins, freut sich über seine gute Ausgangsposition für das Rennen: „Das Gefühl ist unglaublich, ich freue mich sehr. Bei den Tests waren wir immer schnell. Morgen wird es ein langes Rennen. Viele Fahrer sind schnell. Wir sind konkurrenzfähig und bereit, um den Sieg zu kämpfen.“

IntactGP-Duo Schrötter & Lüthi abgeschlagen

Speerspitze der zweiten Startreihe bildet Navarro auf seiner Speed Up, auch ihm fehlten nun 0,180 Sekunden nach vorn. Bo Bendsneyder (NTS) und Remy Gardner (Kalex) nehmen in der Startaufstellung neben ihm Platz. Bezzecchi, Jorge Martin, Baldassarri und Xavi Vierge (alle Kalex) komplettieren die Top-10-Plätze in Katar.

Für das IntactGP-Duo lief das Qualifying nicht rund. Nach seiner Q1-Bestzeit schaffte es Schrötter mit einer halben Sekunden Rückstand nur auf Platz 13. Tom Lüthi kam gar nicht zurecht, er wurde 18. und damit Letzter seiner Session. Im Ziel fehlten dem Kalex-Piloten satte 1,148 Sekunden auf die Rekordzeit von Roberts.

Für den Schweizer Jesko Raffin, nach einem Jahr in der MotoE zurück in der Moto2, endete das erste Qualfiying der Saison auf dem 22. Platz. In Q1 fehlten dem NTS-Piloten acht Zehntel auf die Sessionbestzeit von Schrötter. MV Agusta kam mit Stefano Manzi und Simone Corsi nicht über die Plätze 21 und 28 hinaus.