Drei Italiener jubeln in der Moto2 beim Heimrennen in Misano: Luca Marini gewinnt vor Marco Bezzecchi und Enea Bastianini. Marcel Schrötter durch Sturz ausgeschieden.

Das Moto2-Rennen in Misano war der 900. Grand Prix in der Geschichte der mittleren Klasse. Auf italienischem Boden wurde es ein Triumph auf ganzer Linie für die lokalen Fahrer. Luca Marini feierte vor seinem VR46-Teamkollegen Marco Bezzecchi seinen zweiten Saisonsieg. Enea Bastianini fuhr als Dritter ins Ziel.

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Der Deutsche Marcel Schrötter schied sieben Runden vor Rennende auf Platz fünf liegend durch Sturz in Kurve 13 aus. Es war sein dritter Crash im Laufe dieses Wochenendes.

Im Qualifying hatte Sam Lowes die Pole-Position erobert. Weil er zuletzt in Spielberg eine Kollision ausgelöst hatte, musste der Brite aus der Boxengasse starten. Somit erbte Remy Gardner die Pole-Position. Der Australier war allerdings am Vormittag im Warm-up gestürzt. Bei diesem Highsider hatte sich Gardner den Daumen der linken Hand gebrochen sowie eine Fußverletzung zugezogen. Er erhielt keine Starterlaubnis.

Moto2: Italienische erste Startreihe

Somit starteten die drei Italiener Marini, Bezzecchi und Bastianini aus der ersten Startreihe. In dieser Reihenfolge beendete das italienische Trio auch die erste Runde. Schrötter konnte sich an der vierten Stelle festsetzen, während Tom Lüthi nach der Startphase Siebenter war. Schrötter überholte in der Anfangsphase Bastianini für Platz drei.

Bastianini, der im nächsten Jahr MotoGP fahren wird, überholte Schrötter aber rasch zurück. An der Spitze drehte das VR46-Duo Marini und Bezzecchi souverän eine Sekunde vor den vielen Verfolgern ihre Runden.

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Kleine Fehler machen den Kampf um den Moto2-Sieg spannend

17 Runden vor Rennende machte Bezzecchi einen kleinen Fehler. Dadurch hatte Marini eine Sekunde Vorsprung auf seinen Teamkollegen. Bastianini folgte eineinhalb Sekunden hinter „Bez“. Die weitere Gruppe hatte den Anschluss bereits verloren.

Bezzecchi hielt den Druck auf Marini konstant hoch, während auch Bastianini durch einen Fehler und einen tollen Save abreißen lassen musste. Acht Runden vor Rennende machte dann Marini in Kurve 14 einen Fehler (er kam in den Leerlauf) und plötzlich führte Bezzecchi.

Das Duell um den Sieg war eröffnet. Mehrmals überholten sich die beiden Teamkollegen. Vier Runden vor Rennende schaffte es Marini, wieder an Bezzecchi vorbeizukommen. Durch das Duell kam Bastianini wieder deutlich näher.

In der vorletzten Runde machte Bezzecchi einen kleinen Fehler (auch er kam in den Leerlauf) und sorgte für die Entscheidung. Marini baute mit seinem zweiten Saisonsieg seine WM-Führung auf Bastianini, der knapp hinter Bezzecchi Dritter wurde, auf 17 Punkte aus .

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Luca Marini: „Mein bestes Rennen“

„Das war ein wichtiger Sieg“, denkt Marini an die WM . „Ich würde sagen, dass es mein bestes Rennen bisher war, weil ich nicht so schnell war wie erwartet. Die Strecke ist jedes Mal anders. Heute war sie langsamer. Ich konnte nicht so wie in den Trainings fahren, versuchte aber den Vorsprung auf Bezzecchi zu halten.“

„Dann kam ich in den Leerlauf und verlor eine Sekunde. Bezzecchi überholte mich und wir kämpften. Ich war ein bisschen schneller und kam erneut vorbei. Als ich vorne lag, pushte ich in den finalen drei Runden, weil ich einige Reserven hatte. Das war tolle Teamarbeit.“

„Luca“, sagt Bezzecchi, „war einen Tick stärker als ich heute. Als er zum finalen Mal an mir vorbei war, sagte ich mir, dass ich hinter ihm bleibe. Doch dann kam ich in den Leerlauf und verlor beinahe die zweite Position an Bastianini. Ich musste in der letzten Runde wie verrückt pushen, um den zweiten Platz zu retten.“

Moto2: Tom Lüthi kommt als Sechster ins Ziel

Xavi Vierge und Augusto Fernandez waren die ersten Verfolger des italienischen Trios. Der Schweizer Tom Lüthi kam als Sechster ins Ziel. Dahinter folgte Fabio di Giannantonio. Lowes zeigte von der Boxengasse eine starke Aufholjagd und eroberte noch den achten Platz.

Für Jorge Navarro (Speed Up) ging die schwarze Serie weiter. In Misano stürzte der Spanier in Kurve 1. Im siebenten Saisonrennen war es bereits Navarros fünfter Ausfall. Auch Tetsuta Nagashima, der den Saisonaufakt im März gewonnen hat, schied zu Beginn der letzten Runde durch Sturz aus.

Jesko Raffin schaffte es bei seinem Comeback nicht über die Renndistanz von 25 Runden. Der Schweizer musste vorzeitig an der Box aufgeben.

Bereits am kommenden Wochenende findet das zweite Rennen in Misano statt. „Beim zweiten Rennen auf der gleichen Strecke habe ich bisher immer zu kämpfen“, meint Marini. „Während die anderen Fahrer ihr Tempo steigern können, bleiben meine Rundenzeiten gleich. Daran muss ich arbeiten. Doch erst einmal müssen wir den Erfolg feiern.“

Das Rennen der Moto2: Grand Prix of San Marino