Im heißen Jerez sichert sich Enea Bastianini seinen ersten Sieg in der Moto2. Das VR46-Duo Luca Marini und Marco Bezzecchi feiert den Podest-Erfolg mit einem kuriosen Crash.

Erster Moto2-Sieg für Enea Bastianini: Der Kalex-Pilot übernahm beim Grand Prix von Andalusien früh die Führung und brachte sie mit einem komfortablen Vorsprung souverän ins Ziel. Damit verwies er das VR46-Duo Luca Marini und Marco Bezzecchi (beide Kalex) auf die Plätze zwei und drei.

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„Ich weiß gar nicht, wie ich das gemacht habe“, zeigte sich Bastianini im Parc Ferme vom Sieg überrascht. „Aber ich hatte schon am Morgen ein gutes Gefühl, dass es klappen könnte. Gut war, dass ich in den letzten zehn Runden einen kleinen Vorsprung auf Marini hatte. Vielen Dank an mein Team.“

Pole-Setter Bezzecchi behielt am Start zunächst die Führung, verlor im Laufe der ersten Runde aber zwei Positionen an Bastianini und Marini. Lowes und Navarro reihten sich nach einem Umlauf auf den Plätzen vier und fünf ein. Das IntactGP-Duo mit Lüthi und Schrötter lag auf acht und neun innerhalb der Top 10.

WM-Leader Nagashima von Startplatz 17

WM-Leader Nagashima, der nur von Startplatz 17 ins Rennen ging, konnte in der Anfangsphase keine Plätze gutmachen. Er lag nach drei Runden noch immer da, wo er gestartet war. An der Spitze konnte sich Enea Bastianini derweil einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Den beiden VR46-Fahrern fehlte bereits eine halbe Sekunde.

Früh zu Ende war das Rennen für Jake Dixon und Kasma Daniel. Beide gingen unabhängig voneinander in Kurve 6 zu Boden. Wenig später stürzte auch Lorenzo Dalla Porta, dem Moto3-Weltmeister von 2019 wurde Kurve 2 zum Verhängnis. Den Sturzreigen komplett machte Hector Garzo, denn auch er stürzte.

In Führung lag weiterhin Bastianini, der seinen Vorsprung weiter ausbaute. Marini und Bezzecchi kämpften um den Anschluss, während Lowes abreißen lassen musste. Dahinter musste Navarro eine Position wieder abgeben, nachdem er unter Gelb überholt hatte. Somit erbte Speed-up-Markenkollege Canet Platz fünf.

Enea Bastianini: Kampf um die Spitze

Nach zehn Runden war Marini wieder dran an Bastianini und eröffnete den Kampf um die Spitze. Bezzecchi konnte den Speed der Top 2 nicht mitgehen. Sein Rückstand war auf 1,5 Sekunden angewachsen und von hinten kam Lowes wieder näher. Navarro schied derweil – wie schon in der Vorwoche – mit einem Sturz aus.

Weiter hinten im Feld konnte Nagashima einige Plätze gutmachen und war in der Punkteränge vorgedrungen. Die beiden IntactGP-Piloten behaupteten sich in den Top 10. Lüthi hielt Rang sieben, Schrötter verlor eine Position an Vierge und fiel auf Platz neun zurück. Mit der Vergabe des Podestplätze hatten sie einmal mehr nichts zu tun.

Mit Anbruch der letzten zehn Runden konnte sich Bastianini wieder etwas mehr Luft zu Marini verschaffen, auch Bezzecchi fuhr sich von Lowes wieder frei. Bei den hohen Temperaturen in Jerez ging es jetzt vor allem darum, die Reifen über die Distanz zu bringen und vielleicht für einen Schlussangriff zu schonen.

Doch Marini schien sein Pulver verschossen zu haben. Bei noch fünf zu fahrenden Runden lag Bastianini knapp zwei Sekunden voran. Und auch Lowes auf Platz vier schien im Kampf ums Podest geschlagen. Ihm fehlten anderthalb Sekunden auf Pole-Setter Bezzecchi, der weiterhin auf dem dritten Platz lag.

Kuriose Szene zwischen den VR46-Fahrern

Zwar verkürzte Lowes den Rückstand in den Schlussrunden noch deutlich, kam aber nicht mehr heran. Somit behielt Bezzecchi Platz drei hinter Rennsieger Bastianini und Teamkollege Marini. Mit kam es in der Auslaufrunde zu einer kuriosen Szene, denn beim Versuch, sich zu gratulieren, stürzten die VR46-Fahrer.

Doch das passierte nach dem Zieleinlauf und hatte somit freilich keinen Einfluss auf das Rennergebnis. Dieses sah Moto2-Rookie Canet auf einem starken fünften Platz. Er sorgte zusammen mit Stefano Manzi (MV Agusta) auf Platz neun für etwas Abwechslung in der von Kalex dominierten Top 10.

Jorge Martin schaffte es anders als in der Vorwoche nicht aufs Podest. Er wurde Sechster vor Lüthi und Vierge. Schrötter kam am Ende nicht über Rang zehn hinaus. WM-Leder Nagashima sicherte sich als Elfter wichtige Punkte, den letzten Zähler holte sich Marcos Ramirez auf Platz 15.

Insgesamt kamen nur 20 Fahrer ins Ziel, neun sahen die Zielflagge nicht. NTS-Pilot Jesko Raffin war gar nicht erst angetreten, nachdem er am Samstag über Kreislaufprobleme geklagt und Anzeichen eines Hitzschlags gezeigt hatte. Sein Teamkollege Bo Bendsneyder beendete das Rennen auf dem 19. und vorletzten Platz.