Zehn Jahre nach Shoya Tomizawas Moto2-Sieg in Katar triumphiert Tetsuta Nagashima an gleicher Stelle – Marcel Schrötter und Tom Lüthi landen in den Top 10.

Moto2-Pilot Tetsuta Nagashima hat beim Großen Preis von Katar einen emotionalen Sieg errungen. Der Japaner setzte sich zehn Jahre, nachdem sein Landsmann Shoya Tomizawa an gleicher Stelle den ersten Sieg in der neuen Moto2-Klasse feierte, mit einem Vorsprung von 1,347 Sekunden gegen die Konkurrenz durch.

Für Nagashima, der in dieser Saison eine Kalex im Team von Aki Ajo pilotiert, ist es nicht nur der erste Sieg, sondern auch das erste Mal überhaupt auf dem Podium. Im Parc ferme erinnerte er an den 2010 verstorbenen Tomizawa, den er selbst gut kannte.

„Shoya war wie ein Bruder für mich. Als ich mit dem Rennsport begonnen habe, waren wir viel zusammen. Er hat mir viel beigebracht. Ich kann mich auch noch gut an seinen Sieg hier erinnern. Es ist unglaublich, dass ich meinen ersten Sieg auf der gleichen Strecke geschafft habe. Ich bin sehr glücklich“, sagte der Rennsieger unter Tränen.

Das Rennen der Moto2: Grand Prix of Qatar

Katar: Italien-Duo komplettiert Siegerpodest

In einer starken Schlussphase hatte er Lorenzo Baldassarri und Enea Bastianini hinter sich lassen können, die das Kalex-Podest in Katar komplettierten. „Ich habe ein gutes Rennen erwartet, aber nicht so eines“, freute sich Baldassarri über Platz zwei.

„Es war wie ein Moto3-Rennen. Nicht ganz so verrückt, aber schwierig, weil wir viel gekämpft haben. Ich habe mich mit dem Motorrad wohlgefühlt und habe versucht, mein Bestes zu geben und keine Fehler zu machen. Danke an mein Team, denn die Tests waren schwierig. Ich hatte Sorgen, aber jetzt bin ich glücklich.“

Bastianini stellt nach seinem dritten Platz klar: „Ich bin zurück! Mit diesem Rennen bin ich sehr zufrieden. Ein Podium ist immer sehr schön. Auf der Geraden war ich nicht so schnell. Deshalb war Überholen sehr schwierig. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Wir werden bei den nächsten Rennen sehen, was wir tun können.“

Moto2: Flutlicht-Atmosphäre zur MotoGP-Startzeit

Aufgrund der Absage des MotoGP-Rennens startete die Moto2 später als ursprünglich geplant, nämlich um 18 Uhr Ortszeit und somit unter Flutlicht. Bei den Reifen hatten sich fast alle vorne und hinten für die weichere Mischung entschieden. Nur fünf Piloten, darunter Pole-Setter Joe Roberts (Kalex) fuhren am Hinterrad die härtere Variante.

Luca Marini (Kalex) und bog als Führender in die erste Kurve ein, konnte die Position aber nicht halten und verlor den Spitzenplatz noch in Runde eins an Bastianini. Pole-Mann Roberts hielt Platz drei, bekam aber Druck von Jorge Martin (Kalex).

Schon im zweiten Umlauf wechselte die Führung wieder auf Marini, der sich zunächst jedoch nicht absetzen konnte. Bastianini, Roberts, Martin und auch Baldassarri hielten den Anschluss. Für Augusto Fernandez (Kalex) war das Rennen indes schon vorbei. Er stürzte in Kurve 6, schuld war ein Kontakt mit Stefano Manzi (MV Agusta).

Schrötter und Lüthi verlieren den Anschluss

Während zur erweiterten Spitzengruppe nach vier absolvierten Runden noch sieben Fahrer zählten, hatte das IntactGP-Duo da bereits den Anschluss verloren. Zwar konnte sich Tom Lüthi (Kalex) von Startplatz 18 auf 13 vorkämpfen, lag aber fünf Sekunden zurück. Sein Teamkollege Marcel Schrötter war nur noch an 15. Stelle zu finden.

An der Spitze wagte Roberts zu Beginn der siebten Runde einen ersten Angriff auf den weiter führenden Marini, musste jedoch zurückstecken. In der Folge konnte sich Marini zusehends vom Rest des Feldes abschließen. Zur Rennmitte der insgesamt 200 Runden hatte er sich einen Vorsprung von einer Sekunde erarbeitet.

Roberts hielt weiterhin Platz zwei, während es in der Verfolgergruppe immer wieder zu Positionskämpfen kam. Hier mischte mittlerweile auch Nagashima mit, der sich Runde um Runde weiter nach vorn kämpfte und langsam am Podium schnupperte.

Marini verliert die Führung, Nagashima holt auf

In der zweiten Rennhälfte schob sich das Spitzenfeld wieder enger zusammen. Nur eine Sekunde trennte die Top 6 aus Marini, Roberts, Baldassarri, Nagashima, Bastianini und Jorge Navarro (Speed Up). Nun sollte sich zeigen, wer mit den Reifen am besten umgegangen war und sich genug Körner für die Schlussphase aufgespart hatte.

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Mit Beginn der fünftletzten Runde verlor Marini nach einem Fehler nicht nur seine Führung, sondern büßte gleich mehrere Plätze ein und fand sich schließlich am Ende der Spitzengruppe wieder. Vorne übernahm Baldassarri das Kommando, musste sich aber den Angriffen von Bastianini und Nagashima erwehren.

Letzterer ließ drei Runden vor Rennende den Hammer fallen, ging an Baldassarri vorbei und erarbeitete sich innerhalb kürzester Zeit eine Lücke. Damit war er für Baldassarri und Bastianini uneinholbar, die sich jedoch einen Podestplatz sicherten.

Pole-Setter Roberts verpasst das Podium

Roberts musste sich am Ende mit Platz vier zufriedengeben. Remy Gardner (Kalex) schob sich mit einer starken Schlussphase noch auf den fünften Rang, gefolgt von Speed-Up-Pilot Navarro. Schrötter schaffte als Siebter noch den Sprung in die Top 10, ebenso wie Lüthi, der hinter Aron Canet (Speed Up) und Xavi Vierge (Kalex) Zehnter wurde.

Für Marini ging es nach seiner langen Führung hingegen nur rückwärts. Er hatte seine Reifen wohl zu sehr strapaziert, fiel erst aus der Top 10 und ging nach einer Kollision mit Jake Dixon (Kalex) im letzten Umlauf zu Boden. Neben ihm und Fernandez sahen auch Marcos Ramirez und Kasma Daniel Kasmayudin (beide Kalex) die Zielflagge nicht.