Jaume Masia macht es wie in der Vorwoche und schnappt sich auf der letzten Runde auch in Aragon 2 den Sieg. WM-Leader Albert Arenas verpasst das Podest knapp.

Jaume Masia triumphiert auch in Aragon 2: Nach seinem Sieg vor einer Woche hat er sich der Honda-Pilot in einem engen Moto3-Rennen erneut durchsetzen können und dem Hersteller damit den 800. Sieg in der Motorrad-WM beschert.

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„Ich bin sehr glücklich. Es ist ein tolles Gefühl, zwei Rennen in Folge gewonnen zu haben“, sagt Masia. Und er gibt zu: „Nach dem Sieg vor einer Woche spürte ich etwas mehr Druck als sonst, weil ich in der Meisterschaft näher dran war. Ich wollte ruhig bleiben und mit meinem Team weiter arbeiten. Ich glaubte an mich selbst.“

„Heute hatte ich stärker zu kämpfen. Wir waren nicht allzu schnell. Ich hatte das gesamte Rennen über mit den KTMs zu kämpfen. Sie waren beim Bremsen stärker. Das hat mir Probleme bereitet.“ Trotzdem konnte er am Ende sowohl Ayumu Sasaki als auch Kaito Toba hinter sich lassen, die die Plätze zwei und drei eroberten.

„An diesem Wochenende waren wir sehr stark. Vor einer Woche hatten wir am Renn-Ende Probleme mit den Reifen. Doch über das Wochenende verbesserten wir uns“, hält Sasaki fest. „In der letzten Runde wollte ich den Sieg. Doch in der letzten Kurve machte ich einen kleinen Fehler und konnte Masia nicht wieder überholen.“

Der Drittplatzierte Toba resümiert: „Es war ein schwieriges und hartes Rennen. Viele Fahrer waren stark. Deshalb war es schwierig, die Position zu halten. Schlussendlich habe ich es mit KTM zurück aufs Podium geschafft. Das fühlt sich sehr gut an.“

Das Moto3-Rennen: Keiner kann sich absetzen

Am Start spielten beide noch keine Rolle: Hier gewann Tony Arbolino den Holeshot, büßte aber gleich wieder Positionen ein und fiel hinter Raul Fernandez, Albert Arenas und Celestino Vietti zurück. Pole-Setter Fernandez, der das ganze Wochenende über ein starkes Tempo zeigte, schickte sich an davonzueilen, doch Arenas blieb dran.

Dahinter reihte sich Gabriel Rodrigo als neuer Dritter ein, der kurz darauf Arenas und schließlich auch Fernandez an der Spitze attackierte. Diese wechselte in der Folge mehrfach: Sowohl Rodrigo als auch Vietti durften in den ersten Runden Führungsluft schnuppern.

Absetzen konnte sich jedoch wie so oft niemand. Die Spitzengruppe zog sich nach fünf von 19 Rennrunden noch immer über mehr als die Hälfte des Feldes. Im Kampf um die Podestplätze mischte nun auch Darryn Binder mit, der von Startplatz 15 einmal mehr eine seiner berühmten Aufholjagden gezeigt hatte.

Arenas leistet lange Führungsarbeit

In Runde sechs übernahm WM-Leader Arenas das Kommando, hinter ihm reihten sich Vietti, Binder, Toba und Aragon-1-Sieger Masia ein. Pole-Setter Fernandez hatte einige Positionen eingebüßt und rangierte an siebenter Stelle. Auch Arbolino war ans Ende der Top 10 zurückgefallen. Alle lagen jedoch eng beisammen.

Auf der Start-Ziel-Geraden sowie der Gegengeraden kam es immer wieder zu Windschatten-Duellen, die die Reihenfolge durcheinander würfelten. Eindeutige Favoriten auf das Podest oder den Sieg zeichneten auch nach der Hälfte der Renndistanz nicht ab.

Die meisten Führungskilometer sammelte Arenas, der sich zwar wiederholt verteidigen musste, aber jeden Angriff sofort abwehren konnte. Der WM-Leader schien entschlossen, sich gar nicht erst in die Positionskämpfe direkt hinter ihm verwickeln zu lassen. So zog Masia beim Versuch, dauerhaft vorbeizugehen, mehrfach den Kürzeren.

McPhee und Arenas verlieren am Ende

Die Reihenfolge bei noch fünf Runden sah Arenas vor Masia, Binder und John McPhee, der sich innerhalb der Spitzengruppe langsam, aber sich nach vorn gekämpft hatte. Auch Toba, Vietti, Tatsuki Suzuki und Sasaki befanden sich noch in Schlagdistanz zum Podest.

Mit Beginn der drittletzten Runde wagte Masia erneut einen Versuch und ging an Arenas vorbei, doch der schlug nur wenige Kurven später wieder zurück. Im nächsten Umlauf das gleiche Spiel, nur dass diesmal McPhee dazwischen funkte und Platz drei übernahm. In dieser Reihenfolge begann die letzte Runde.

Doch McPhee verlor das Momentum und fiel zurück. Und auch für Arenas ging es nach hinten: Auf der Gegengeraden wurde er nicht nur von Masia, sondern auch Sasaki und Toba aufgeschnupft. Im Ziel musste sich der WM-Leader deshalb mit Platz vier begnügen.

Masia wieder mittendrin im WM-Kampf in der Moto3

Masia überquerte die Ziellinie schließlich mit 0,051 Sekunden Vorsprung auf Sasaki, der es zum erstem Mal überhaupt aufs Podest schaffte. Auch für Toba endete mit Platz drei eine lange Durststrecke: Der KTM-Pilot stand zum letzten Mal seit seinem Premierensieg in Katar 2019 auf dem Podium.

Vietti beendete das Rennen hinter Arenas auf dem fünften Platz. McPhee wurde Sechster. Die restlichen Top-10-Plätze sicherten sich Öncü, Binder, Ai Ogura und Arbolino. Suzuki und Sergio Garcia schieden nach einer Kollision in Kurve 9 der Schlussrunde im Kampf um die Top 10 vorzeitig aus.

Pole-Setter Fernandez kam nach seiner starken Anfangsphase letztlich nicht über Platz zwölf hinaus, sammelte aber immerhin noch ein paar Punkte. Moto3-Rookie Maximilian Kofler gelang das auch diesmal nicht. Er wurde 28. und damit Letzter im Klassement.

In der Moto3-WM konnte Arenas seinen Vorsprung weiter ausbauen. Er hat nun 19 Punkte Vorsprung auf Ogura, der Platz zwei hält. Vietti liegt auf Platz drei 20 Punkte zurück. Masia ist dank seiner beiden Siege auf Rang vier geklettert und hat mit 24 Punkten Rückstand auch noch alle Chancen auf den Titelsieg in dieser Saison.

Das Rennen der Moto3: Grand Prix of Teruel