Hauchdünne Entscheidung im Moto3-Qualifying: Honda-Pilot Tatsuki Suzuki setzt sich knapp gegen Raul Fernandez auf der KTM durch – Albert Arenas rast auf Platz drei.

Die erste Pole-Position des Jahres geht an Tatsuki Suzuki. Mit einer Zeit von 2:04,815 Minuten sicherte sich der Honda-Fahrer im Moto3-Qualifying beim Katar-Grand-Prix den Spitzenplatz in der Startaufstellung. Raul Fernandez (KTM) verpasste diesen um nur acht Tausendstel. Dritter wurde mit Albert Arenas ein weiterer KTM-Pilot.

Der Startschuss für das erste Qualifying dieser Saison fiel um 17:05 Uhr Ortszeit bei langsam untergehender Sonne. Mit 23 Grad Luft- und 28 Grad Asphalttemperatur war es deutlich kühler als im letzten Training, sodass sich die Piloten auf neue Bedingungen einstellen mussten. 14 hatten es direkt in das Qualifying 2 geschafft.

Gemeinsam mit jenen vier Piloten, die über ihre Zeit in Q1 eine Runde weiterkamen, kämpften sie in einer 15-minütigen Session um die Pole-Position. Bei den Nachzüglern handelte es sich um Gabriel Rodrigo, Tatsuki Suzuki, Jeremy Alcoba (alle Honda) und Albert Arenas (KTM), die das erste Qualifying in den Top 4 beendeten.

Qualifying Moto3 aus Katar: Die ganze Session zum Nachsehen

Suzuki kann wichtigen Vorteil in Katar nutzen

Suzuki konnte den Vorteil, bereits ein Gefühl für die Bedingungen zu haben, dann auch gleich nutzen und setzte sich im ersten Run der zweiten Session an die Spitze, gefolgt von Arenas. Daran änderte sich auch im zweiten Outing nichts, und das obwohl es Suzuki für einen letzten schnellen Versuch nicht mehr über die Linie schaffte.

Er behielt die Bestzeit, auch wenn Fernandez dank eines Windschattens bis auf 0,008 Sekunden herankam und damit Arenas noch auf Rang drei verdrängte. „Auch im Vorjahr bin ich oft durch Q1 gekommen. Heute waren wir zuversichtlich, dass wir es auch schaffen“, kommentiert Suzuki seinen Durchmarsch zur Pole-Position.

Für den Japaner vom SIC58 Squadra Corse ist es die zweite Pile seine Karriere. „Ich war aber etwas nervös vor dem ersten Qualifying der Saison. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit einem guten Qualifying begonnen habe. Morgen wird es wichtig, denn heute gibt es nur eine Uhr. Ich hoffe, dass ich morgen die große Trophäe hole.“

Fernandez: „Neues Team unglaublich gut“

Fernandez schwärmte nach seinem starken Qualifying: „Mein neues Team ist unglaublich gut. Ich habe ein sehr gutes Gefühl mit meinem Crew-Chief und all meinen Mechanikern.“ Der Spanier wechselte vom Angel-Nieto-Team zu Red Bull KTM Ajo und scheint sich dort sichtlich wohl zu fühlen. Bereits in den Trainings war er schnell.

„Wir haben bisher immer mit dem Rennreifen gearbeitet. Gestern hatte ich ein sehr gutes Gefühl mit dem Motorrad“, blickt Fernandez zuversichtlich auf das Rennen. Der Drittplatzierte Arenas äußert sich indes erleichtert. „Gestern hatten wir Schwierigkeiten bei der Zeitattacke. Die Pace war okay“, analysiert der KTM-Pilot.

„Heute habe ich es probiert, aber es war im Training zu windig. Aber jetzt hat es gezählt und ich bin sehr glücklich, es in die erste Reihe geschafft zu haben.“ Die zweite Startreihe führt Darryn Binder (KTM) an, daneben reihen sich Ai Ogura und Jaume Masia (beide Honda) ein. Andrea Migno (KTM) startet als Siebter.

Maximilian Kofler noch mit Luft nach oben

Die Top 10 in der Startaufstellung komplettieren Deniz Öncü (KTM), John McPhee und Tony Arbolino (beide Honda). Alcoba beendete das Qualifying als Elfter. Sein Teamkollege Rodrigo konnte in die finale Zeitenjagd wegen eines Technikproblems nicht mehr eingreifen und wurde bis auf Platz 13 durchgereicht.

Enttäuschend endete das Qualifying für Filip Salac (Honda) aus dem deutschen PrüstelGP-Team. Aufgrund eines späten Sturzes in Kurve 6 konnte sich der Tscheche in Q1 nicht mehr steigern und wurde aus den Top 4 verdrängt. Ins Rennen wird er von Platz 20 neben Dennis Foggia (Honda/19.) und Ayumu Sasaki (KTM/21.) starten.

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Maximilian Kofler (KTM) kam bei seinem ersten Qualifying als Moto3-Stammpilot nicht über Platz 26 hinaus. Auf die Q1-Bestzeit fehlten ihm 1,532 Sekunden. Der deutsche Rookie Dirk Geiger (KTM) hatte auf dem 28. Rang gut zwei Sekunden Rückstand. Schlusslicht in der Startaufstellung ist Honda-Pilot Khailrul Idham Pawi.

Zu einer kuriosen Szene kam es am Ende von Q1, als Alonso Lopez (Husqvarna/25.) kurz nach dem Zielstrich wild in Richtung Suzuki gestikulierte und ihn schließlich fast vom Motorrad fuhr. Offenbar fühlte er sich vom Japaner auf seiner schnellen Runde behindert. Die Aktion könnte für Lopez noch eine Strafe nach sich ziehen.