Honda-Pilot Tatsuki Suzuki kann seine Pole-Position in Jerez in einen Sieg verwandeln. John McPhee und Celestino Vietti auf dem Podium. Einige Stürze im Spitzenfeld.

Tatsuki Suzuki hat den Grand Prix von Andalusien in Jerez gewonnen. Von der Pole gestartet, lag der Honda-Pilot die meisten der 22 Rennrunden in Führung und setzte sich schließlich gegen John McPhee (ebenfalls Honda) und Celestino Vietti auf der KTM durch. Für Suzuki ist es der zweite Grand-Prix-Sieg überhaupt.

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„Ich bin sehr glücklich“, sagte der Japaner aus dem Sic-Racing-Team im Parc Ferme. „Ich habe das gesamte Rennen angeführt. Das war der Plan, denn ich werde immer aggressiv, wenn ich mitten im Feld fahre. Der Plan ist aufgegangen und ich bin sehr zufrieden.“ In der Vorwoche war Suzuki im Pulk noch gestürzt.

Der Pole-Setter behielt vom Start weg die Führung, während Rodrigo sich gegen Ogura durchsetzte und Platz zwei übernahm. WM-Leader Albert Arenas verharrte nach einer Runde auf Rang sechs. Das Feld lag wie immer eng zusammen, schon in den ersten Runden kam es im Pulk zu harten Zweikämpfen, absetzen konnte sich niemand.

Mehrere Kollisionen in Startphase des Rennens

Nach drei Umläufen klaffte zwischen den ersten neun Fahrern und dem Rest des Feldes bereits eine kleine Lücke, die Darryn Binder jedoch bald wieder schloss. Er fuhr zu diesem Zeitpunkt die schnellsten Zeiten im Feld und hatte von Startplatz 25 bereits zahlreiche Positionen gutmacht. Nach fünf Runden lag er schon auf Platz acht.

Vorne behauptete Tatsuki Suzuki die Führung, auch wenn er sich den Angriffen von Rodrigo erwehren musste. Im sechsten Umlauf schaffte er es dann aber doch vorbei an Suzuki. In der Folge wechselte die Führung zwischen beiden mehrfach. Schließlich mischten sich auch Arbolino und Fernandez in den Kampf an der Spitze ein.

Weiter hinten ereigneten sich in kurzer Abfolge gleich zwei Kollisionen: Erst räumte Andrea Migno bei einem Überholversuch Ayumu Sasaki ab. Wenig später stürzte Jaume Masia und riss Ai Ogura aus der Führungsgruppe mit. Alle vier Fahrer nahmen das Rennen jedoch wieder auf und jagten dem Feld verzweifelt hinterher.

Tatsuki Suzuki führt – schwerer Sturz vom WM-Leader

Zur Rennhälfte zeichnete sich noch immer kein Favorit ab. Tatsuki Suzuki lag weiter in Führung, befand sich aber weiter unter Druck von Rodrigo, Fernandez, McPhee, Arenas und Co. Hinzu kam eine Track-Limits-Warnung für den Spitzenreiter. Er musste also auf seine Linienwahl achten, um keine Strafe der Rennleitung zu riskieren.

Bei noch zehn zu fahrenden Runden umfasste die Führungsgruppe noch zehn Fahrer und langsam wurde es hektischer. Einige Fahrer schienen mit den Reifen zu kämpfen zu haben. Zu einer entscheidenden Rennszene kam es acht Runden vor Schluss, als Albert Arenas in Kurve 6 böse abflog und sich im Kiesbett vor Schmerzen krümmte.

Für den WM-Leader war damit nicht nur das Rennen vorbei, er schien sich auch verletzt zu haben und musste auf einer Trage weggebracht werden. Die Spitzengruppe dividierte sich damit weiter auseinander. Noch sieben Fahrer kämpften um die Podestplätze, doch Suzuki schien sich mit Anbruch der letzten fünf Runden etwas abzusetzen.

Darryn Binder für Aufholjagd belohnt

Die Verfolger ließen aber nicht locker. Vor allem Darryn Binder machte einen starken Eindruck und fuhr bis auf Platz zwei vor. In der vorletzten Runde wagte er einen ersten Angriff auf Suzuki, kam aber nicht vorbei. Stattdessen musste er McPhee durchlassen und verlor nach einem Rutscher weitere Positionen in der Spitzengruppe.

Mit einem Vorsprung von 0,064 Sekunden überquerte schließlich Suzuki als Erster die Ziellinie und sicherte sich den Sieg, gefolgt von McPhee und Vietti. Jeremy Alcoba kam zwar als Vierter ins Ziel, erhielt aber eine Drei-Sekunden-Strafe, weil er eine Long Lap Penalty für die Überschreitung der Track-Limits nicht angetreten hatte.

Damit erbte Binder Rang vier. Auch Rodrigo und Fernandez rutschten in der Wertung einen Platz nach vorn, Alcoba wurde auf Platz sieben zurückgereicht. Sergio Garcia, Ryusei Yamanaka und Arbolino komplettierten die Top 10. Den letzten Punkt sicherte sich Niccolo Antonelli, Teamkollege des Rennsiegers, auf Platz 15.

Insgesamt acht Fahrer sahen die Zielflagge nicht. Unter ihnen auch Deniz Öncü, der lange in der Führungsgruppe mitgekämpft hatte, wenige Runden vor dem Rennende aber in Kurve 5 stürzte. Der Österreicher Maximilian Kofler beendete das Rennen auf dem 18. Platz – sein bestes Ergebnis. Letzter wurde der gestürzte Migno, der als 22. ins Ziel kam.

Rennen Moto3: Grand Prix of Andalucía