Einen Tag vor dem Start des Sepang-Tests hat Suzuki sein neues Bike für die MotoGP-Saison 2020 enthüllt – das Design ist eine Hommage an die Vergangenheit.

Mit Suzuki hat jetzt der dritte MotoGP-Hersteller nach Ducati und Honda sein Bike für die kommende Saison präsentiert. Am Rande des Sepang International Circuit, wo am Freitag der erste offizielle Winter-Test dieses Jahres startet, enthüllten Alex Rins und Joan Mir die GSX-RR in einem neuen Farbschema.

Zwar dominiert das strahlende Blau weiter. An den Seiten des Bikes ist aber deutlich mehr Silber hinzugekommen, das den Teamnamen „Suzuki Ecstar“ nun einrahmt. Das Design ist eine Hommage an die Vergangenheit. Denn 2020 feiert Suzuki sein insgesamt 60. Jahr im Rennsport. Ein Meilenstein, dem das neue Farbschema Tribut zollen soll.

Alles begann mit der Teilnahme an der Isle of Man’s Tourist Trophy 1960. Nur zwei Jahre später gewann Ernst Degner dort das erste GP-Rennen für Suzuki und auch den ersten Weltmeister-Titel in der 50er-Kategorie. Seitdem konnte Suzuki als Hersteller so manchen Erfolg einfahren, auch nach der WM-Rückkehr der Japaner 2015.

MotoGP: Gänsehaut-Momente der letzten Jahre

Neuer Suzuki-Look erinnert an große Tradition

„Das Erbe, das wir in diesem Jahr mit unserer Verkleidung weiterführen, repräsentiert eine lange Geschichte des Rennsports. Sie beinhaltet viele Erfolge, was ein weiterer Anstoß für uns ist, uns weiter zu verbessern“, sagt Technik-Chef Ken Kawauchi. Er begleitete den Launch zusammen mit Projektleiter Shinichi Sahara und Teamleiter Davide Brivio.

„Von Anfang an bestand die DNA von Suzuki darin, ein gutes Startpaket zu entwickeln. Und dann mit kleinen, aber stetigen technischen Schritten darauf aufzubauen. Diese Strategie hat sich in den letzten Jahren mit Podestplätzen und Siegen in der MotoGP-Moderne ausgezahlt. Ich glaube, dass sie auch in Zukunft funktionieren kann.“

2019 belegte Rins in der Fahrerwertung Platz vier und schaffte es elf Mal in die Top 5, darunter zwei Siege. Mir erzielte als Rookie zehn Top-10-Platzierungen. Beim Grand Prix von Australien war ein fünfter Platz sein bestes Saison-Ergebnis. 2020 wollen beide Piloten daran anknüpfen und vertrauen dabei auf ein verbessertes technisches Paket.

Team-Bosse nehmen Podiumsplätze ins Visier

Kawauchi verrät: „Wir haben bereits eine neue Motor-Spezifikation entwickelt. Diese wurde von unserem Testfahrer Guintoli und unseren Werksfahrern Rins und Mir bei den Tests in Valencia und Jerez geschätzt. Das wird wohl die Basis sein, mit der wir vor Beginn der Saison mit den Tests in Sepang und Katar beginnen werden.“

Über den Winter habe man in Japan weiter an der Entwicklung neuer Lösungen für das Chassis und das Set-Up sowie die Elektronik gearbeitet. „Die Verkleidungen werden ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Und wir werden einige Lösungen testen, die hoffentlich zur Verbesserung der Gesamtleistung beitragen“, so der Technik-Chef.

Mit Blick auf 2019 resümiert Projektleiter Sahara: „Die letzte Saison hat uns wichtige Informationen über unser Wettbewerbs-Niveau gegeben. Das hat auch zum Wachstum des MotoGP-Projekts beigetragen, was das technische Paket der GSX-RR, die Arbeitsmethodik innerhalb des Teams und – nicht zuletzt – die Erfahrung Rins und Mir betrifft.“

Unter die positiven Ergebnisse habe sich aber das klare Gefühl gemischt, „dass unser Potenzial noch besser genutzt werden kann“, analysiert Sahara. „Mit diesem Geist und 60 Jahren Erfahrung im Rennsport gehen wir in die Saison 2020.“ Ziel sei es, mit der GSX-RR noch konsequenter als bisher um Podestplätze zu kämpfen.