Wer kann Weltmeister Marc Marquez in der kommenden MotoGP-Saison das Wasser reichen? Altmeister Max Biaggi glaubt: Valentino Rossi zumindest nicht.

Der letzte Triumph in seiner eigenen Fahrer-Karriere, der Gewinn eines sechsten WM-Titels, liegt zwar schon acht Jahre zurück. Trotzdem ist Max Biaggi dem Rennsport noch immer eng verbunden. Ob als Besitzer eines eigenen Moto3-Teams, als Markenbotschafter von Aprilia oder als jüngst gekürte MotoGP-Legende.

Neben Jorge Lorenzo und Hugh Anderson ist der Italiener in diesem Jahr einer von drei Fahrern, die in die sogenannte „Hall of Fame“ aufgenommen werden. „Ich weiß nicht, ob das ein gutes Zeichen ist. Ich werde zu alt“, scherzte der 48-jährige Biaggi jetzt in einem Interview über die Auszeichnung.

„Es ist eine schöne Ehre. Etwas, auf das ich schon lange gewartet habe – sehr lange. Ehrlich gesagt, ich hatte alle Hoffnung verloren. Denn es sind schon einige Jahre vergangen. Ich bin seit 15 Jahren nicht mehr in der MotoGP gefahren. Das ist eine lange Zeit. Natürlich habe ich auch zwei SBK-Titel gewonnen. Wie viele gibt es also insgesamt?“

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Biaggi: „Rossi wird es sicher nicht sein“

Mit seinen vier aufeinanderfolgenden Titeln in der 250er-Klasse der Motorrad-WM (1994 bis 1997) macht das insgesamt sechs. „Wenn ich nicht aufpasse, vergesse ich es schnell“, schmunzelt Biaggi. In der Königsklasse war ihm kein Titel vergönnt. Dreimal wurde er jedoch Vize-Weltmeister, war zudem nie schlechter als Gesamt-Fünfter.

Mit Blick auf die bevorstehende Saison und das Kräfteverhältnis sagt er: „Dies ist die Ära von Marquez in der MotoGP. Mit der Honda bildet er eine enorm starkes Paket. Vielleicht wird es eine Yamaha sein, die versuchen kann, ihn zu herauszufordern. Wir müssen sehen, ob Quartararo den extra Schritt macht, den es braucht.“

Als Rookie habe der junge Franzose im letzten Jahr auch ihn beeindruckt. „Aber wir müssen sehen, wie er in seiner zweiten Saison abschneidet. Es wird hart für ihn werden“, mutmaßt Biaggi. „Dann müssen wir auch sehen, wie Vinales sich schlägt. Denn er will seinen Platz als führender Yamaha-Fahrer bestätigen. Rossi wird es sicher nicht sein.“

Schon 2019 musste sich der „Doctor“ hinter den eigenen Markenkollegen einordnen. Ducati vermutet Biaggi hingegen „auch an der Spitze“. „Und dann will auch Aprilia näher ran. Um den Sieg zu kämpfen, ist für uns noch nicht möglich. Aber wir wollen Schritte nach vorne machen. Und ich denke, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“