Franco Morbidelli fährt in Aragon 2 souverän zum MotoGP-Sieg. Suzuki ist erneut mit beiden Fahrern auf dem Podium. Takaaki Nakagami und Alex Marquez stürzen.

Zweiter MotoGP-Sieg für Franco Morbidelli: In Aragon 2 zeigte der Petronas-Yamaha-Pilot ein fehlerfreies Rennen und setzte sich damit gegen die beiden Suzuki-Piloten Alex Rins und Joan Mir durch. Die beiden schaffen es erneut auf das Podium, nachdem sich gleich zwei Honda-Fahrer frühzeitig aus dem Rennen nahmen.

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„Ich wusste, dass ich ein aggressives Rennen fahren muss“, erklärte Morbidelli im Parc Ferme. „Als ich freie Fahrt hatte, gab ich alles. Und das in jeder Runde. Die Konzentration war sehr hoch. Beim Fahren hatte ich ein fantastisches Gefühl. Die 23 Runden vergingen extrem schnell. Ich wusste, dass ich alles geben muss.“

Sein Team habe vorab ganze Arbeit geleistet: „Wir modifizierten das Motorrad so, dass wir über das gesamte Rennen schnell waren. Ich konnte mich darauf konzentrieren, gleichzeitig aggressiv und präzise zu fahren. Ich hatte sehr viel Spaß. Dieser Sieg geht ans Team, denn sie haben fantastisch gearbeitet.“

MotoGP: Sieg für Suzuki dieses Mal außer Reichweite

Für Suzuki war der Sieg diesmal außer Reichweite. Rins ist dennoch zufrieden: „Es war ein gutes Rennen, deutlich schneller als vor einer Woche. Franco war von Beginn an sehr schnell. Ich wollte ihm folgen, doch es war schwierig. Maverick und ich waren die einzigen Fahrer mit dem weichen Vorderreifen.“

„Zu Beginn des Rennens fühlte ich mich damit wohl. Doch Runde für Runde spürte ich, wie das Vorderrad wegklappen wollte. Ich sagte mir, dass ich mich ein bisschen entspannen muss. Ich wollte den Anschluss halten und aufs Podium fahren. Das habe ich schlussendlich geschafft“, erklärt der Sieger der Vorwoche.

Mir, der erneut Dritter wurde, gibt zu: „Ehrlich gesagt konnte ich heute nicht viel mehr zeigen. Ich denke, wir fuhren ein sehr gutes Rennen. Die Fahrer vor mir waren zu Beginn schneller. Ich konnte das nicht wieder aufholen. Sie waren super schnell. Ich muss ihnen gratulieren. Ich hätte nicht schneller fahren können heute.“

Joan Mir: „Podium ist heute wie ein Sieg“

„Vermutlich beanspruchte ich zu Beginn die Reifen stärker und das warf mich gegen Rennende ein bisschen zurück“, sucht der WM-Leader nach Erklärungen. „Doch es ist okay. Ein weiteres Podium. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis von Startplatz zwölf aus. Ein Podium ist heute wie ein Sieg.“ Auf diesen muss er weiter warten.

In puncto Reifen war Rins einer von nur drei Fahrern, der sich für die Kombination soft-soft entschieden hatte. Bei Temperaturen von knapp 22 Grad in der Luft und 30 Grad auf dem Asphalt setzten die meisten vorne auf den Medium-Reifen, hinten dominierte die weiche Mischung. Morbidelli fuhr mit medium-medium.

Am Start bleib er zunächst Zweiter hinter Polesetter Takaaki Nakagami, der jedoch schon nach wenigen Kurven stürzte und damit Morbidelli die Führung überließ. Auch weiter hinten im Feld kam es in Runde eins zu einem Sturz: Brad Binder und Jack Miller schieden nach einer Kollision in Kurve 2 vorzeitig aus.

MotoGP-Rookie als Einziger mit hartem Vorderreifen

Die Reihenfolge nach der ersten von 23 Rennrunden sah Morbidelli vor Rins, Johann Zarco, Maverick Vinales und Mir, der von Startplatz zwölf nach vorn geprescht war. Fabio Quartararo war Sechster, gefolgt von Honda mit Cal Crutchlow und Alex Marquez. Letzterer war als Einziger mit dem harten Vorderreifen unterwegs.

In der Anfangsphase bestimmte Morbidelli das Tempo und fuhr die schnellsten Runden, abschütteln konnte er Rins aber nicht. Zarco musste auf Platz drei wiederum etwas abreißen lassen. Eine kleine Lücke klaffte auch hinter Vinales und Mir. Doch Marquez, einmal vorbei an Crutchlow und Quartararo, kam langsam wieder ran.

In Runde vier schrieb der MotoGP-Rookie mit 1:48.186 Minuten die bis dato schnellste Rennrunde und klebte bereits am Hinterrad von Mir. Der trat die Flucht nach vorn an und attackierte Vinales, um Platz vier zu übernehmen. Marquez konnte er damit jedoch nicht abschütteln, denn auch er kassierte Vinales und war nun Fünfter.

An der Spitze bestimmte Morbidelli weiter das Tempo. Er hatte Marquez‘ Rundenzeit noch einmal getoppt und ein paar Meter sich und Rins gelegt. Hinter den beiden klaffte nach acht Runden bereits von mehr als anderthalb Sekunden. Gleichzeitig schrumpfte Zarcos Vorsprung auf die beiden Verfolger Mir und Marquez.

Honda verliert zwei aussichtsreiche Kandidaten

In Runde elf legte sich zuerst Mir die Ducati zurecht. Kurz darauf kam auch Marquez vorbei, musste sich aber mit einem Gegenangriff von Zarco auseinandersetzen und verlor so wichtige Zeit auf Mir. Doch es kam noch schlimmer, denn bei noch zehn zu fahrenden Runden stürzte Marquez übers Vorderrad und schied aus.

Damit hatte Honda zwei aussichtsreiche Kandidaten im Kampf um das Podest frühzeitig verloren. Das Podium schien sich nun zwischen Morbidelli und den beiden Suzuki-Piloten zu entscheiden, wobei Mir nicht wirklich Zeit auf das Spitzenduo gutmachen konnte. Der WM-Leader lag bereits mehr als zwei Sekunden zurück.

Zumindest drohte keine Gefahr von hinten, denn Zarco hatte seinerseits über fünf Sekunden Rückstand auf Mir. Dessen WM-Rivale Quartararo kämpfte in der zweiten Hälfte der Top 10 mit Vinales und Miguel Oliveira um die Plätze sechs bis acht. Dovizioso, zunächst Teil dieser Gruppe, musste abreißen lassen und fiel zurück.

MotoGP: Erneut zwei Suzukis auf dem Podest

In den Schlussrunden konnte Suzuki dem Tempo von Morbidelli an der Spitze dann endgültig nichts mehr entgegensetzen. Der Petronas-Pilot überquerte die Ziellinie mit 2,205 Sekunden Vorsprung auf Rins. Mir lief wiederum 3,171 Sekunden hinter Rins ein. Nach Aragon 1 standen somit erneut beide Suzukis auf dem Treppchen.

KTM-Pilot Pol Espargaro beendete das Rennen als starker Vierter vor Zarco, der sich am Ende knapp gegen Oliveira durchsetzen konnte. Beide trennten im Ziel gerade mal 0,038 Sekunden. Vinales, Quartararo, Iker Lecuona und Danilo Petrucci komplettierten die Top 10.

Andrea Dovizioso kam nicht über Platz 13 hinaus. Er landete damit noch hinter Crutchlow und Stefan Bradl, der Zwölfter wurde. Insgesamt sahen nur 15 Fahrer die Zielflagge. Tito Rabat und Bradley Smith belegte die letzten beiden Plätze. Aleix Espargaro war mit einem technischen Problem an seiner Aprilia spät ausgeschieden. Auch Francesco Bagnaia stellte seine Ducati vorzeitig ab.

Das Rennen der MotoGP: Grand Prix of Teruel