Auch im zweiten MotoGP-Training von Australien hat Maverick Vinales die Nase klar vorn – Marc Marquez wird von Jorge Lorenzo ausgebremst und ärgert sich.

Maverick Vinales feiert beim Australien-GP auf auf Philipp Island einen perfekten Freitag: Nach der Bestzeit am Morgen beendete der Yamaha-Pilot auch das zweite Freie Training an der Spitze. Mit 1:28,824 Minuten distanzierte er Andrea Dovizioso (Ducati) auf Platz zwei um eine halbe Sekunde. Nur hauchdünn dahinter belegte Cal Crutchlow (LCR-Honda) Rang drei.

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Im Vergleich zur Morgen-Session hatten sich die Bedingungen komplett gedreht. Die Sonne schien und die Temperaturen kletteren auf 20 (Luft) bzw. 37 Grad (Asphalt). Bei den Reifen entschied sich die Mehrheit im Feld für den weichen Vorder- und mittelharten Hinterreifen. Einzig die beiden Honda-Piloten Marc Marquez und Crutchlow begannen die Session auf der Kombination Hart-Hart.

Damit setzte sich Marquez nach wenigen Umläufen auch gleich an die Spitze, doch Vinales und auch Danilo Petrucci (Ducati) waren nur wenig langsamer als der Weltmeister. Nach zehn Minuten übernahm Vinales erstmals die Führung und verfehlte eine 1:29er-Zeit dabei nur knapp. Diese fiel dann aber nur wenig später.

Vinales auch im Trockenen mit starker Pace

Anders als die Konkurrenz, die nach sechs bis acht Runden den ersten Boxenstopp einlegte, blieb der Yamaha-Pilot wie schon am Morgen länger auf der Strecke und zeigte eine solide Pace. Das Klassement führte er nach dem ersten Run vor Marquez, Petrucci, Suzuki-Pilot Joan Mir und Crutchlow an.

Während Vinales die Box ansteuerte, gingen Marquez und Petrucci für ihren zweiten Run auf die Strecke. Letzterer hatte dafür einen frischen Soft-Reifen am Hinterrad montiert und überholte Marquez im Klassement. Der wiederum blieb seiner Reifenwahl hard-hard treu, um die Rennpace im Trockenen zu analysieren. Und diese sah durchaus vielversprechend aus, denn Marquez markierte eine neue Bestzeit.

Während sich Petrucci und Vinales mit knapp drei Zehnteln Rückstand noch in Schlagdistanz befanden, fehlte Alex Rins auf Rang vier bereits eine halbe Sekunde. Yamaha-Pilot Valentino Rossi lag bei noch 20 Minuten auf der Uhr nur an zehnter Stelle. Sein Rückstand betrug mehr als eine Sekunde – und er wuchs an, als Teamkollege Vinales das Tempo mit einem frischen harten Hinterreifen erneut anzog.

Marquez und Lorenzo geraten aneinander

In der Schlussphase wechselten die meisten Fahrer dann auf die weichste Mischung, um noch eine Zeit-Attacke zu starten. Diesmal zog auch Marquez mit, der in der Zwischenzeit von zwei Ducatis auf Platz vier verdrängt worden war. Mit Vinales konnte aber diesmal weder er noch ein anderer mithalten.

Das lag auch daran, dass Marquez auf seiner letzten fliegenden Runde im Verkehr stecken blieb und in den letzten beiden Sektoren wichtige Zeit verlor. Dabei wurde es ausgerechnet mit Teamkollege Jorge Lorenzo brenzlig: Marquez lief auf, es kam zur Berührung und zu einer eindeutigen Geste seitens Marquez.

Davon unbeeindruckt beendete Vinales die Session als Schnellster. Und das deutlich vor Dovizioso, der sich mit seiner Schlussrunde noch auf den zweiten Platz vorkämpfte. Dahinter reihten sich Crutchlow und Petrucci ein. Die Drei trennten am Ende nur sieben Tausendstel. Mit Jack Miller landete eine weitere Ducati in den Top 5. Marquez wurde nach seinem Scharmützel mit Lorenzo Sechster.

Honda-Neuling Zarco schneller als Lorenzo

Rossi beendete das Training an siebter Stelle mit 0,612 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen an der Spitze. Suzuki-Pilot Rins, Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) und Aleix Espargaro (Aprilia) komplettierten die Top 10. Späte Stürze erlebten Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati/14.) und Pol Espargaro (KTM/17.), die entsprechend weit hinten landeten.

Johann Zarco hatte nach seinem starken Auftakt im ersten Freien Training auf trockener Strecke zunächst etwas mehr zu kämpfen, konnte sich aber zusehends steigern und seinen Rückstand auf 1,617 Sekunden verkürzen. Das bedeutete Platz 15. Damit lag er eine Position vor Lorenzo, der Sechzehnter wurde.

Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) verfolgte die Session aus der Box und griff selbst nicht ins Geschehen ein. Er hatte sich nach seinem Sturz im ersten Training entschieden auszusetzen, um seinen angeschlagenen linken Knöchel zu schonen. Für morgen hofft der Franzose jedoch, wieder fit zu sein.