Simone Battistella, Manager von Ducati-Pilot Andrea Dovizioso, weiß um die Schwierigkeit, derzeit zu trainieren – und hat für alle Fahrer einen guten Rat.

Aktuell weiß niemand genau, wann die MotoGP in die Saison 2020 starten kann. Das Coronavirus breitet sich weiterhin rasant aus, sodass mit einem regulären Rennbetrieb in absehbarer Zeit wohl nicht zu rechnen ist. Viele Fahrer leben in häuslicher Isolation, an eine normale Saison-Vorbereitung ist dadurch kaum zu denken.

Auch für Simone Battistella, der als Manager unter anderem Ducati-Star Andrea Dovizioso betreut, ist die Situation völlig neu. Im Video-Chat mit Niki Kovacs hat er jetzt verraten, was ihn aktuell beschäftigt. „Es ist für uns alle seltsam. Vieles wurde gecancelt oder verschoben“, sagt der Italiener, der in London lebt.

„Was wir im Moment tun ist, die Logistik zu reorganisieren. Für den ersten Teil der Saison war ja schon alles gebucht. Außerdem gilt es sicherzustellen, dass die Fahrer in der Lage sind zu trainieren. Und sich somit fit zu halten, während sie die neuen Regeln in ihren Ländern einhalten“, erklärt der Fahrermanager.

Chaos wegen Corona-Virus: MotoGP in der Warteschleife

Training auf dem Bike nur mit negativem Test

Seine Schützlinge sollen sicher sein, aber auch trainiert und motiviert bleiben. „Wir stehen jeden Tag mit ihnen in Kontakt. Damit wir wissen, wie es ihnen geht und was sie tun. Viel mehr können wir im Moment nicht machen.“ Ihre Trainings-Möglichkeiten sind aufgrund geltender Ausgangssperren in vielen Ländern begrenzt.

„Wir versuchen, ihnen dabei zu helfen, ihr Training zu organisieren. Weil uns dafür aber nicht die gewohnten Mittel zur Verfügung stehen, müssen wir neue finden“, weiß Battistella. „Aktuell können sie nur zu Hause trainieren. Also wenn sie einen eigenen Fitnessraum oder dergleichen haben. Öffentliche Studios sind ja geschlossen.“

„Was das Motorradfahren angeht, brauchen sie eine medizinische Bestätigung darüber, dass sie nicht infiziert sind. Für den Fall können sie auf einem Bike trainieren, aber ohne Kontakt zu anderen. Das macht es schwierig. Denn wenn Du trainieren gehst, brauchst Du in der Regel einen Mechaniker oder Assistenten.“

MotoGP-Fahrermanager empfiehlt mentales Training

Und als wäre das nicht schon kompliziert genug, seien zudem auch noch alle Strecken geschlossen. „Ich weiß nicht, wie die Situation in Spanien ist. Aber ich schätze sehr ähnlich zu der in Italien“, sagt Battistella. Beide Länder stellen die mit Abstand meisten Fahrer in den drei Klassen der Motorrad-WM 2020.

Um die freie Zeit sinnvoll zu nutzen, empfiehlt der Manager mentales Training. „Die Fahrer, mit denen ich arbeite, machen das. Ich halte das für wichtig. Denn so ist man nicht nur beschäftigt, sondern kann die extra Zeit nutzen. Um an Details zu feilen, um die man sich im Winter oder während der Saison nicht kümmert.“

„Aber wenn es darum geht zu bewerten, wie sich die Situation auf die Fahrer auswirkt, werden wir erst dann mehr wissen, wenn sie wieder auf die Strecke gehen und Rennen fahren. Ob sie dann auf den Punkt genau da sind, zurückliegen – oder vielleicht sogar übermotiviert sind“, blickt Battistella voraus…