Im zweiten Training von Misano liegen die Top 5 innerhalb einer Zehntelsekunde: Binder (KTM) und Nakagami (Honda) bieten Yamaha Paroli – Valentino Rossi nicht in den Top 10.

Brünn-Sieger Brad Binder (KTM) beendete das Freitags-Training zum zweiten MotoGP-Rennen in Misano an der Spitze. Die Abstände im „Mini-Qualifying“ waren extrem eng, die Top 5 befanden sich innerhalb einer Zehntelsekunde. Valentino Rossi (Yamaha) verpasste als 15. den Einzug in die Top 10.

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Bei deutlich wärmeren Temperaturen als im Vormittags-Training setzten die Teams ihre Arbeit an Details für das Rennen fort. So rückte Maverick Vinales (Yamaha) mit der neuen Carbon-Hinterradschwinge und dem Medium-Hinterreifen aus. Vergangenen Sonntag fuhr er noch die harte Version.

Vinales verwendete weiterhin als einziger Yamaha-Fahrer den neuen, langen Auspuff. Mit Top-Zeiten glänzte er bei Longruns jedoch nicht. Auch Rossi fehlte im Renntrimm rund eine halbe Sekunde auf die schnellsten Zeiten der Konkurrenz.

Die MotoGP in Misano 2: Alle jagen Dovizioso

Schrecksekunde für Pol Espargaro

Nicht optimal begann das Training für Pol Espargaro. Der KTM-Fahrer war zwar schnell, er stürzte aber in Kurve 13 und wurde mit einem Moped zurück an die Box gebracht. Im Ducati-Werksteam wurde bei den Bikes von Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci an der Fahrwerkshöhe gearbeitet.

Die beste und konstanteste Rennpace mit gebrauchten Reifen zeigten Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) und Joan Mir (Suzuki). Auch Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati) war wie am vergangenen Sonntag sehr gut unterwegs.

In den finalen zehn Minuten gab es dann das Mini-Qualifying für die wichtigen Plätze in den Top 10.

Misano 2: Extrem enge Zeitabstände

KTM hat im Vergleich zum vergangenen Wochenende Fortschritte gemacht. Binder ließ sich von Vinales zur Bestzeit (1:31.628 Minuten) ziehen. Der Südafrikaner war um zwei Tausendstelsekunden schneller als Takaaki Nakagami, der der beste Honda-Fahrer war.

Auf den Plätzen drei und vier folgten die beiden Yamaha-Fahrer Quartararo und Vinales. Pol Espargaro gab nach seinem Crash wieder Gas und sicherte sich noch Platz fünf. Da Miguel Oliveira Achter wurde, brachte KTM drei Fahrer in die Top 10.

Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) hielt mit seiner Vormittagszeit Rang sechs. Auch Mir und Oliveira konnten ihre FT1-Zeit nicht verbessern, blieben aber in den Top 10. Mit Danilo Petrucci und Johann Zarco rundeten zwei Ducati-Fahrer vorläufigen Q2-Plätze ab.

Rossi fehlen entscheidende Zehntel

Die ersten zehn Fahrer befanden sich in einer halben Sekunde. Bagnaia konnte in seiner fliegenden Runde nicht deutlich zulegen und wurde Elfter. Dovizioso unterbot seine Vormittags-Zeit gar nicht. Der Misano-Sieger von vor zwei Jahren war somit Zwölfter.

Rossi ging zum Schluss mit einem weichen Hinterreifen auf Zeitenjagd, doch dem Routinier fehlten die entscheidenden Zehntelsekunden. Am Ende fehlten ihm zwei Zehntel auf einen Platz in den Top 10. Auf Binder betrug Rossis Rückstand 0,6 Sekunden. Somit wurde der Italiener am Freitag nur 15.

Nachdem Stefan Bradl am Vormittag 21 Runden gefahren war, rückte der Deutsche am Nachmittag nicht mehr aus. Sein Wochenende ist vorzeitig vorbei, weil er weiterhin Probleme mit dem rechten Arm hat. Damit hat Honda in Misano nur noch Nakagami und Alex Marquez im Einsatz.

Die Königsklasse ist am Samstag ab 9:55 Uhr wieder mit dem dritten Freien Training auf der Strecke.