Fabio Quartararo bleibt in Jerez eine Klasse für sich. Maverick Vinales und Valentino Rossi auf dem Podium. Viele Stürze und zwei technische Defekte prägen das Rennen.

Unantastbar: Fabio Quartararo hat auch das zweite MotoGP-Rennen in Jerez dominiert. Mit großem Vorsprung kam der Petronas-Yamaha-Pilot vor seinen Markenkollegen Maverick Vinales und Valentino Rossi ins Ziel. Für Rossi ist es der erste Podestplatz seit dem Grand Prix der USA 2019 in Austin.

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„Ich bin sehr sehr glücklich, weil es lange her ist, dass ich ein gutes Ergebnis eingefahren habe“, sagte der Italiener zu seinem Podest-Erfolg im Parc Ferme. „Ich freue mich auch für David (Munoz, Crew-Chief; Anm. d. R.) und mein gesamtes Team. Es war ein langes und schwieriges Rennen. Es ist zwar kein Sieg, aber ähnlich.“

Fabio Quartararo siegt zum zweiten Mal in Folge

Diesen sicherte zum zweiten Mal in Folge Fabio Quartararo. „Oh mein Gott, das war ein richtig hartes Rennen!“, gibt er zu. „Das Tempo hat von Beginn an gestimmt und das freut mich total. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, außer vielen Dank an mein Team. Es fühlt sich so gut an, zweimal hintereinander gewonnen zu haben.“

Vinales erklärt P2: „Ich bin völlig fertig“

Als sein großer Herausforderer war eigentlich Vinales gehandelt worden, doch er hatte Fabio Quartararo auch diesmal nicht entgegen zu setzen: „Ich bin total außer Atem! Anfangs wollte ich Fabio überholen, habe dabei aber die Linie verpasst und er und Vale kamen wieder an mir vorbei. Ich bin völlig fertig! Mehr ging heute nicht.“

Das Rennen über 25 Runden war ein echter Härtetest für die Fahrer und ihre Bikes. Mit 37 Grad Luft- und fast 60 Grad Asphalttemperatur war es der heißeste Tag dieses Grand-Prix-Wochenende. Man musste sich das Rennen über die Distanz also clever einteilen, um die eigene Fitness sowie die Reifen zu verwalten.

Diesmal waren sich bei den Reifen alle mit einer Ausnahme einig: Vorne fiel die Wahl auf den harten Vorderreifen, hinten auf den weichen. Einzig Alex Rins entschied sich auch am Vorderreifen für die weiche Mischung. Der Suzuki-Pilot ging angeschlagen ins Rennen, ebenso wie Cal Crutchlow. Weltmeister Marc Marquez fehlte.

KTM-interne Kollision in der Startphase

Am Start sicherte sich Fabio Quartararo von der Pole die Führung, Vinales blieb Zweiter und Rossi komplettierte die Yamaha-Dreifach-Führung. Dahinter kam es zur Kollision zwischen den KTM-Markenkollegen Binder und Oliveira. Der Portugiese wurde von seiner Maschine katapultiert und landete im Kies, Binder konnte weiterfahren.

Noch im Verlauf der ersten Runde wagte Vinales einen ersten Angriff auf Quartararo, verbremste sich allerdings und fiel auch hinter Rossi zurück. Bagnaia, nach dem Start auf Platz vier zu finden, attackierte Pramac-Teamkollege Miller und wäre dabei fast von seiner Ducati geflogen, fing einen Sturz im Marquez-Style aber noch ab.

Nach wenigen Runden hatte sich Quartararo an der Spitze bereits einen Vorsprung von zwei Sekunden erarbeitet. Das lag auch daran, dass Vinales hinter Rossi festhing und einfach nicht vorbeikam. Beide zogen das Pramac-Duo hinter sich her. LCR-Honda-Pilot Nakagami hielt auf dem sechsten Platz den Anschluss.

Pramac-Piloten zeigen starke Rennpace

Die beiden Werksducatis von Dovizioso und Petrucci waren nach den ersten fünf Runden an neunter und zehnter Stelle zu finden. Enttäuschend verlief das Rennen bis dahin für die hoch gehandelten KTMs. Nach der Kollision beim Start war Binder nur noch 19. Sein Teamkollege Pol Espargaro verharrte auf dem zwölften Rang.

Er rückte erst eine Position vor, als sein vor ihm fahrender Bruder Aleix Espargaro in Kurve 2 stürzte und ausschied. An der Spitze drehte Fabio Quartararo weiter einsam seine Runden. Nach zehn Umläufen lag sein Vorsprung bereits bei vier Sekunden. Rossi konnte sich auf Platz zwei wiederum leicht von Vinales absetzen.

Dieser bekam Druck von den Pramac-Piloten und musste beide schließlich passieren lassen. Kurz darauf ging auch Mordidelli an ihm vorbei, der zuvor Nakagami bezwungen hatte. Damit war Vinales nur noch Sechster. Doch ein Konkurrent nahm sich selbst aus dem Rennen, denn Miller warf seine Ducati in Kurve 9 weg.

Technikdefekte bei Morbidelli & Bagnaia

Deutlich besser lief es für Teamkollege Bagnaia, der Platz zwei von Rossi übernahm und sich rasch frei fahren konnte. Damit lagen bei noch zehn zu fahrenden Runden zwei Fahrer aus Satellitenteams vorn, gefolgt von Rossi, Morbidelli, Vinales und Nakagami. Mir, Dovizioso, Pol Espargaro und Alex Marquez lagen in den Top 10.

Insgesamt befanden sich nur noch 15 Fahrer auf der Strecke. Auch Lecuona, Petrucci und Binder waren gestürzt. In Runde 16 kam ein technischer Defekt hinzu: Diesmal erwischte es Morbidelli, der ähnlich wie Yamaha-Markenkollege Rossi in der Vorwoche machtlos ausrollte und seine Maschine schließlich abstellen musste.

Und es kam noch schlimmer, denn auch den auf Platz zwei liegenden Bagnaia ereilte ein technisches Problem. Aus seiner Pramac-Ducati rauchte es, sodass der Italiener aufgeben musste. Damit lagen drei Yamahas auf den ersten drei Plätzen, doch die Reihenfolge war bei noch fünf zu fahrenden Runden nicht ganz fixiert.

Fabio Quartararo außer Reichweite: Vinales krallt sich Rossi

Fabio Quartararo war mit mehr als sieben Sekunden Vorsprung zwar komplett außer Reichweite. Doch zwischen Rossi und Vinales ging es eng zu. Doch der Spanier biss sich an seinem Teamkollegen rundenlang die Zähne aus. Erst im vorletzten Umlauf fand Vinales einen Weg vorbei, er profitierte dabei von einem Fehler Rossis.

Der Italiener konnte nicht mehr antworten und sicherte Platz drei hinter Quartararo und Vinales ab. Nakagami schnupperte zwar am Podium, musste sich aber letztlich mit Rang vier zufriedengeben. Dennoch ein starkes Ergebnis für den Honda-Piloten. Das gilt auch Mir, der mit seiner Suzuki als Fünfter über die Ziellinie fuhr.

Dovizioso fuhr ein unauffälliges Rennen, sammelte als Sechster aber wichtige Punkte für die WM. Nach den Ausfällen von Petrucci, Miller und Bagnaia war er der beste Ducati-Fahrer. Pol Espargaro holte für KTM auf Platz sieben erneut gut Punkte. MotoGP-Rookie Alex Marquez verzeichnete als Achter sein bisher bestes Ergebnis.

Rins kämpft sich durch und wird Zehnter

Johann Zarco schaffte es auf Platz neun mit der Avintia-Ducati erstmals in die Top 10. Ein beherztes Rennen zeigte auch Rins, der trotz Schulterproblemen durchhielt und mit einem zehnten Platz belohnt wurde. Die überigen Plätze gingen an Tito Rabat (Avintia-Ducati), Bradley Smith (Aprilia) und LCR-Pilot Crutchlow.

Fabio Quartararo mit WM-Führung

Mehr als diese 13 Fahrer sahen die Zielflagge nicht. In der WM führt Fabio Quartararo dank seiner zwei Siege mit einer perfekten Ausbeute von 50 Punkten vor Vinales (40) und Dovizioso (26). Dahinter kommen Nakagami und Pol Espargaro jeweils auf 19 Zähler. Rossi belegt nach zwei Rennen Platz sechs und 16 Punkten.

Rennen MotoGP: Grand Prix of Andalucía