Bradley Smith, Schnellster im ersten Training, hob via Highsider ab. WM-Leader Quartararo muss um Quali für Q2 zittern.

Pramac-Ducati-Pilot Jack Miller hat sich im zweiten Freien Training zum Frankreich-Grand-Prix in Le Mans die Bestzeit geholt. Miller fuhr am Freitagnachmittag eine 1:34.133er-Runde und war damit knapp vier Zehntelsekunden schneller als Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales.

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Zu Beginn von FP2 trauten sich nur sechs Fahrer auf die Strecke. Valentino Rossi (Yamaha) und Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) nahmen die Session mit Slicks in Angriff. Doch Regenreifen waren in den ersten Minuten von FP2 die bessere Wahl. Am Ende hatte sich bereits eine trockene Linie gebildet. Ein leichter Nieselregen verschlechterte die Bedingungen zwischenzeitlich wieder.

Lokalmatador Johann Zarco (Avintia-Ducati) gab beim ersten Versuch das Tempo vor. Der Franzose lag nach zehn Minuten mit einer 1:40.943er-Runde vorn. Damit war Zarco bereits knapp drei Sekunden schneller als Bradley Smith (Aprilia) in FP1. Später wurde Zarco durch technische Probleme zurückgeworfen.

Miller schiebt sich mit Slicks an die Spitze

Kurz vor der Halbzeit von FP2 zog Jack Miller die Aufmerksamkeit auf sich, als er mit einem Satz weicher Trockenreifen einige beeindruckende Runden fuhr. Zu diesem Zeitpunkt fuhr Miller über drei Sekunden pro Runde schneller als die anderen Fahrer. Es zeichnete sich ab, dass der Kurs trocken genug war, um Slicks zu verwenden.

Miller lag mit einer 1:36.432er-Runde vorn. Jetzt wechselten auch die anderen Fahrer auf Trockenreifen. Beinahe alle Fahrer notierten persönliche Verbesserungen, doch an Millers Zeit bissen sich die Gegner minutenlang die Zähne aus.

Erst 15 Minuten vor dem Ende von FP2 konnte Millers Zeit unterboten werden. Zuerst schob sich Takaaki Nakagami (LCR-Honda) auf die erste Position, wurde nach wenigen Sekunden aber von Alex Rins (Suzuki) verdrängt. Nakagami legte nach und übernahm erneut die Spitzenposition. Doch das letzte Wort war noch lange nicht gesprochen.

Auf der beinahe komplett trockenen Piste purzelten die Rundenzeiten. Zehn Minuten vor dem Ende von FP2 lag Nakagami mit einer 1:35.612er-Runde vorn. Alex Rins und Iker Lecuona (Tech-3-KTM) folgten auf den Positionen zwei und drei.

Aprilia-Drama und Dovizioso-Sturz

Nach dem Erfolgserlebnis in FP1 dank der Session-Bestzeit von Bradley Smith erlebte Aprilia in der Schlussphase des FP2 binnen weniger Minuten zwei Rückschläge. Zuerst stürzte Aleix Espargaro und wenig später flog Bradley Smith via Highsider im hohen Bogen von seiner Aprilia.

Huge highside for Smith

Nightmare couple of minutes for Aprilia! 😱Bradley Smith suffers a monster highside, moments after a crash for Aleix Espargaró! 💢#FrenchGP 🇫🇷

Gepostet von MotoGP am Freitag, 9. Oktober 2020

Neun Minuten vor dem Ende des FP2 erwischte es Andrea Dovizioso. Der Ducati-Werkspilot stürzte in Kurve 3. Zu diesem Zeitpunkt lag der Vize-Weltmeister nur auf der 19. Position der Wertung und hatte über drei Sekunden Rückstand.

Takaaki Nakagamis Zeit wurde sechs Minuten vor dem Ende von FP2 von LCR-Teamkollege Cal Crutchlow unterboten. Wenig später übernahm Petronas-Yamaha-Pilot Franco Morbidelli die Führung. Doch dann meldete sich Jack Miller zurück und übernahm mit einer 1:34.566er-Runde erneut die Spitzenposition.

Vinales und Mir tauschen Nettigkeiten aus

Yamaha-Pilot Maverick Vinales musste zwischenzeitlich die Strecke verlassen, weil er über das Limit gegangen war. Bei der Rückkehr auf die Strecke fuhr Vinales etwas unvorsichtig zurück auf die Linie und zog sich damit den Zorn von Suzuki-Pilot Joan Mir zu. Die beiden Spanier tauschten sich mit Gesten einige Freundlichkeiten aus.

Takaaki Nakagami brachte sich mit einem Sturz um die Chance, seine Zeit weiter zu verbessern. Jack Miller behauptete sich an der Spitze der Wertung. Bei den Bedingungen war der Australier klar der schnellste Fahrer. Im Verkehr konnte Miller nicht frei fahren, holte sich mit einer 1:34.133er-Runde dennoch die Bestzeit.

Maverick Vinales hatte 0,367 Sekunden Rückstand und reihte sich auf der zweiten Position ein. Takaaki Nakagami behauptete sich trotz des Sturzes in den Top 3. Auf Position vier folgte Lokalmatador Johann Zarco.

Rossi schafft den Sprung in die Top 5

Valentino Rossi schob sich beim finalen Versuch in die Top 5 und hatte 0,879 Sekunden Rückstand auf Millers Zeit. Danilo Petrucci (Ducati), Cal Crutchlow (LCR-Honda), Alex Marquez (Honda), Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) und Pol Espargaro (KTM) komplettierten die Top 10.

Erneut außerhalb der Top 10 landeten die beiden Suzuki-Werkspiloten. Alex Rins wurde Elfter, Joan Mir landete auf der zwölften Position. WM-Leader Fabio Quartararo beendete das FP2 nur auf Position 13 und wäre damit nicht direkt für das Q2 qualifiziert, sollte es am Samstagvormittag regnen.

Stefan Bradl (Honda) fuhr in FP2 insgesamt 16 Runden und reihte sich auf Position 17 ein. Der Rückstand des Deutschen betrug 2,345 Sekunden. Andrea Dovizioso (Ducati) konnte nach seinem Sturz nicht mehr ins Geschehen eingreifen und beendete den Freitag deshalb nur auf Position 19. Brad Binder (KTM) stürzte in der Schlussphase und wurde mit 6,292 Sekunden Rückstand Letzter.