Im zweiten Freien Training war Johann Zarco Schnellster. Valentino Rossi wurde vor Lecuona-Ersatzmann Mika Kallio nur Vorletzter.

Johann Zarco (Avintia-Ducati) setzte sich beim zweiten Training zum MotoGP-Saisonfinale in Portimao stark in Szene und sicherte sich die Bestzeit. Zarco umrundete den Kurs in 1:39.417 Minuten und war damit knapp schneller als Maverick Vinales (Yamaha) und Aleix Espargaro (Aprilia).

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Wie bereits in FP1 konnten die 22 Piloten auch in FP2 länger als gewohnt trainieren. Da die MotoGP erstmals in Portimao gastiert, wurden die Freitags-Trainings der Königsklasse auf jeweils 70 Minuten verlängert. In FP1 war Lokalmatador Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) mit einer 1:40.122er-Runde der schnellste Fahrer.

Zwischen den beiden Trainings konnten die Teams die gesammelten Daten vom Vormittag auswerten und Anpassungen an den Abstimmungen der Maschinen vornehmen. Da die Fahrer zu Beginn des FP2 Longruns fuhren, blieb Oliveiras FP1-Bestzeit lange Zeit unerreicht.

Stürze von Rins und Nakagami

Bereits nach fünf Minuten fand sich Suzuki-Pilot Alex Rins im Kiesbett wieder. In Kurve 8 war der Spanier gestürzt, nachdem das Vorderrad die Haftung verlor. Die Suzuki mit der Nummer 42 wurde beim Sturz kaum beschädigt und auch Rins blieb unverletzt. Dank der Marshalls konnte Rins die Maschine wieder anschieben und sie zur Suzuki-Box zurückbringen.

Nach der Halbzeit des FP2 landete Takaaki Nakagami (LCR-Honda) in Kurve 4 im Kiesbett. Der Japaner konnte binnen weniger Minuten an die LCR-Box zurückkehren. Nakagami hielt sich die linke Hand und signalisierte, dass er sich verletzt hat.

Auch Rossi landet im Kiesbett

Valentino Rossi war 20 Minuten vor dem Ende des FP2 das nächste Sturzopfer. Der Italiener war genau wie Nakagami eine Viertelstunde zuvor in Kurve 4 gestürzt. 16 Minuten vor dem Ablaufen der Uhr kehrte Rossi an die Yamaha-Box zurück, wirkte aber nicht, als ob er sich in Eile befindet, den Rest der Session noch zu nutzen.

Miguel Oliveira hatte das FP2 lange Zeit angeführt. Der Portugiese lag mit einer 1:40.270er-Runde vorn. Honda-Ersatzpilot Stefan Bradl setzte sich 20 Minuten vor Ende des FP2 an die Spitze der Wertung. Der Zahlinger unterbot Oliveiras Zeit um 0,030 Sekunden.

Yamaha-Piloten verdrängen Bradl von der Spitze

Doch Bradl durfte sich nicht lange über die Spitzenposition freuen. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) kratzte mit einer 1:40.079er-Runde an der ersten 1:39er-Zeit. Mit seiner Zeit übernahm Morbidelli die Führung in der Tageswertung.

Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales fuhr 14 Minuten vor dem Ende des FP2 mit einer 1:39.931er-Zeit als erster Fahrer unter 1:40 Minuten. In der finalen Viertelstunde notierten viele Fahrer persönliche und absolute Sektor-Bestzeiten.

Knappe Abstände beim finalen Showdown

Sechs Minuten vor dem Ende des FP2 schob sich Jack Miller (Pramac-Ducati) an die Spitze der Wertung. Der Australier schraubte die Bestzeit auf 1:39.895 Minuten herunter. Und auch der neue Weltmeister meldete sich in der Schlussphase des FP2 mit starken Rundenzeiten zurück. Joan Mir (Suzuki) schob sich mit einer 1:39.954er-Runde in die Top 4.

Johann Zarco (Avintia-Ducati) überraschte vier Minuten vor dem Ende des FP2 mit der provisorischen Bestzeit. Der Franzose fuhr in 1:39.744 Minuten die bisher schnellste Rundenzeit des Wochenendes. Eine Runde später verbesserte Zarco die Bestmarke auf 1:39.417 Minuten.

Zarco konnte in den finalen Minuten nicht mehr an der Spitze verdrängt werden. Der ehemalige Moto2-Champion holte sich mit seiner 2019er-Ducati die Bestzeit. Maverick Vinales kam beim finalen Versuch bis auf 0,119 Sekunden heran und beendete das FP2 als Zweiter.

Ducati, Yamaha und Aprilia in den Top 3

Aprilia konnte sich über die drittschnellste Zeit freuen. Aleix Espargaro lag am Freitag nur 0,228 Sekunden zurück. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) und Brad Binder (KTM) komplettierten die Top 5, die durch lediglich 0,280 Sekunden voneinander getrennt wurden.

Aktuell ebenfalls auf Q2-Kurs befinden sich Joan Mir (Suzuki), Andrea Dovizioso (Ducati), Pol Espargaro (KTM), Jack Miller (Pramac-Ducati) und Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha). Die Top 10 lagen innerhalb von weniger als einer halben Sekunde.

Stefan Bradl (Honda) scheiterte knapp an den Top 10. Obwohl er nur 0,492 Sekunden Rückstand hatte, beendete er das FP2 nur auf der elften Position. Bradl war aber schnellster Honda-Pilot. Markenkollege Takaaki Nakagami (LCR-Honda) wurde Zwölfter, Cal Crutchlow (LCR-Honda) beendete das FP2 auf Position 14 und Honda-Werkspilot Alex Marquez fand sich auf Position 18 wieder.

Rossi am Freitag nur Vorletzter

Absolut enttäuschend verlief der Tag für Valentino Rossi. Beim Abschieds-Wochenende vom Yamaha-Werksteam schloss er den Freitag mit dem 21. und damit vorletzten Platz ab. Rossi lag 1,862 Sekunden zurück. Nur Tech-3-KTM-Ersatzpilot Mika Kallio war langsamer als der 41-jährige Italiener.

Das FP3 der MotoGP wird am Samstagvormittag um 10:55 Uhr gestartet. Im Gegensatz zum FP1 und FP2 haben die Piloten im FP3 aber nur 45 Minuten Trainingszeit.