Lokalmatador Miguel Oliveira ließ es in der Quali krachen. Stefan Bradl überraschte. Weltmeister Joan Mir enttäuschte.

Tech-3-KTM-Pilot Miguel Oliveira hat sich die Pole-Position beim MotoGP-Saisonfinale in Portugal gesichert. Der Portugiese setzte sich beim finalen Versuch im Q2 mit einer 1:38.892er-Runde an die Spitze und war damit knapp schneller als Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) und Jack Miller (Pramac-Ducati).

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„Es fühlt sich sehr gut an“, freut sich Lokalmatador Oliveira über die Pole-Position. „Immer, wenn ich auf dieser Strecke fahre, genieße ich jede Runde. Das war heute der Schlüssel für diese gute Performance. Wenn man Spaß hat, dann ist es einfacher. Es ist schön, dass mir die erste Pole in Portugal gelungen ist. Natürlich wollen wir morgen ein starkes Rennen zeigen und den Job erledigen.“

Morbidelli kämpft sich über das Q1 in die erste Startreihe

Mit Startplatz zwei zeigte Franco Morbidelli, der über das Q1 in den finalen Durchgang kam, eine nervenstarke Vorstellung. „Es war ein harter Tag, aber er hat positiv geendet“, bilanziert der Italiener. „Am Vormittag haben wir beim Motorrad Dinge ausprobiert, aber sie haben mir nicht gefallen. In FP4 und in Q1 haben wir weitergearbeitet. Ich konnte schnell fahren, war aber am Limit.“

„In Q2 fühlte ich mich gut und konnte attackieren“, schildert Morbidelli. „Fast hätte ich die Pole-Position erobert. Danke an das Team. Wir haben unseren Weg etwas verloren, aber haben dann sehr gut gearbeitet.“

Miller beim Pramac-Abschied in Startreihe eins

Jack Miller war als Dritter bester Ducati-Pilot. „Ehrlich gesagt, hier ist es etwas einfacher, wenn man ein Ziel vor sich hat“, stellt der Australier nach dem Q2 fest. „Dann ist Pol leider von der Strecke gefahren und ich musste es alleine probieren. In einigen Kurven hätte ich es etwas besser machen können, aber ich bin mit meiner Zeit sehr zufrieden.“

„Es war am Nachmittag etwas schwieriger, weil der Wind in der letzten Kurve etwas beängstigend war“, berichtet Miller. „Mein Motorrad war das ganze Wochenende unglaublich und auch die Strecke ist unglaublich. Man hat immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Es wird ein langes, schwieriges Rennen. Überholen ist schwierig, weshalb der Start aus der ersten Reihe wichtig ist.“

Morbidelli lange Zeit auf Pole-Kurs

Nach dem ersten Schlagabtausch im Q2 führte Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) die Wertung mit einer 1:39.245er-Zeit an. Diese Rundenzeit fuhr Morbidelli mit dem Medium-Hinterreifen, während die Konkurrenz mit der weichen Mischung unterwegs war. Jack Miller (Pramac-Ducati) und Johann Zarco (Avintia-Ducati) lagen auf den Positionen zwei und drei.

Morbidelli unterbot seine eigene Zeit beim zweiten Versuch auf 1:39.141 Minuten. Honda-Ersatzpilot Stefan Bradl schob sich auf die dritte Position, wurde wenig später aber von Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) aus der ersten Reihe verdrängt. Und auch Cal Crutchlow (LCR-Honda) befand sich auf Kurs zur ersten Startreihe. In der finalen Minute notierten mehrere Fahrer absolute Sektor-Bestzeiten.

Oliveira mit starkem Finish im Q2

Mit der ersten 1:38er-Runde festigte Morbidelli seine erste Position, doch Lokalmatador Miguel Oliveira konnte die Zeit des Italieners um 0,044 Sekunden unterbieten und holte sich die Pole-Position. Morbidelli rutschte auf die zweite Position. Jack Miller komplettierte die Top 3 mit 0,146 Sekunden Rückstand auf die Pole-Zeit.

Cal Crutchlow beendete das finale MotoGP-Qualifying seiner Karriere auf der vierten Position und teilt sich am Sonntag die zweite Startreihe mit Fabio Quartararo und Stefan Bradl. Johann Zarco (Avintia-Ducati) teilt sich die dritte Reihe mit Maverick Vinales (Yamaha) und Pol Espargaro (KTM). In Reihe vier stehen Alex Rins (Suzuki), Takaaki Nakagami (LCR-Honda) und Andrea Dovizioso (Ducati).

Ducati-Ölspur sorgt für kleine Verzögerung

Der erste Qualifying-Durchgang begann fünf Minuten später als geplant. Nachdem Johann Zarcos Ducati in FP4 Öl auf der Strecke verteilt hatte, mussten die Verantwortlichen den Bereich kontrollieren, um sicherzustellen, dass die Bedingungen sicher sind.

Zahlreiche prominente Namen trafen im ersten Qualifying-Durchgang aufeinander. Mit dabei waren unter anderem Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi, MotoGP-Laufsieger Cal Crutchlow (LCR-Honda), Weltmeister Joan Mir (Suzuki) und auch Valencia-Sieger Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha).

Beim ersten Versuch legte Franco Morbidelli mit einer 1:39.603er-Runde vor. Doch die Zeit des Italieners wurde gestrichen, weil er über die Streckenbegrenzung fuhr. Aleix Espargaro (Aprilia) rückte auf die provisorische Spitzenposition vor. Ebenfalls auf Q2-Kurs befand sich Brad Binder (KTM). Valentino Rossi lag nur auf der fünften Position. Joan Mir war nur Sechster.

Rossi und Joan Mir enttäuschen im Q1

Doch das finale Wort war noch nicht gesprochen. Beim zweiten Versuch notierten mehrere Fahrer absolute Bestzeiten. Cal Crutchlow schob sch mit einer 1:39.250er-Runde an die Spitze. Franco Morbidelli war nur 0,026 Sekunden langsamer und meisterte zusammen mit Crutchlow den Aufstieg ins Q2.

Für Valentino Rossi und Joan Mir war das Qualifying bereits nach dem ersten Durchgang gelaufen. Rossi muss am Sonntag von Startplatz 17 in sein letztes Rennen als Yamaha-Werkspilot starten. Weltmeister Joan Mir steht nur auf Startplatz 20 .

Das finale MotoGP-Rennen der Saison 2020 wird am Sonntag um 15:00 Uhr (MEZ) gestartet.

Qualifying MotoGP: Grande Prémio de Portugal