FIM-Präsident Jorge Viegas hält nicht viel von der Idee, MotoGP-Rennen ohne die kleinen Klassen zu fahren: Für ihn sind das größte Corona-Risiko die Zuschauer.

Aktuell ist unklar, ob und wenn ja wann die MotoGP in die Saison 2020 startet. Die strikten Einreise-Verbote der Länder im Zuge der Corona-Krise schließen eine Rückkehr zur Normalität aus. Hinter den Kulissen wird derzeit diskutiert, die Saison mit Geisterrennen zu retten. Dafür soll die Anzahl der Personen im Fahrerlager auf das Nötigste reduziert werden. Weitere Idee: Nur mit einer MotoGP-Minimalbesetzung zu starten, und die kleinen Klassen weiter warten zu lassen.

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Jorge Viegas, Präsident des Motorrad-Weltverbands FIM, ist allerdings gegen diese Idee. „Ich erkenne keine Notwendigkeit dafür. Wir arbeiten mit Leuten aus schätzungsweise 15 verschiedenen Ländern. Unabhängig davon, ob MotoGP, Moto2 oder Moto3“, kommentiert Viegas gegenüber ‚GPSpirit‘.

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Viegas: „Wenn MotoGP, dann alle Klassen“

„Das wäre höchstens dann denkbar, wenn es ein Limit von, sagen wir, 100 Leuten gibt. Doch davon gehe ich nicht aus“, erklärt der FIM-Verantwortliche. Auch für die MotoE sieht Viegas noch nicht schwarz. „Mein Gefühl sagt mir, dass auch alle anderen Klassen fahren, wenn die MotoGP fährt. Ich sehe nichts, was dagegen sprechen sollte.“

WM-Rennen mit vollen Tribünen werden allerdings mit jeder Woche unwahrscheinlicher. In Deutschland sind Großveranstaltungen bis Ende August verboten. Und auch andere Länder haben Events ab einer bestimmten Größe langfristig untersagt.

„Das größte Risiko sind die Zuschauer“

„Das größte Risiko geht von den Zuschauern aus“, ist Viegas überzeugt. „Hier rede ich von Tausenden von Menschen, die aufeinander treffen. Bei den Leuten im Fahrerlager können wir den Sicherheitsabstand einhalten und damit vorsichtiger sein.“

Der FIM-Präsident geht davon aus, dass es im Fahrerlager extreme Sicherheits-Vorschriften geben würde, sofern die MotoGP wieder Rennen bestreiten kann. „Jeder würde eine Maske und Handschuhe tragen und vorsichtig sein“, prophezeit er. Und unterstreicht: „Ich habe nie darüber nachgedacht. (Nur die MotoGP fahren zu lassen, Anm. d. Red.). Ich denke nicht, dass das die Lösung ist.“