Stefan Bradl bleibt Testfahrer für Honda. Für das Rennen in Portimao hat der Deutsche bereits vor Ort getestet.

Seit 2018 ist Stefan Bradl Test- und Ersatzfahrer für Honda. Das wird auch im nächsten Jahr der Fall sein. Honda hat den Vertrag des Deutschen für die MotoGP-Saison 2021 verlängert. „Wir sind sehr glücklich und werden auch im nächsten Jahr mit ihm als Testfahrer weitermachen“, bestätigt Teamchef Alberto Puig.

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Der Ex-Rennfahrer aus Spanien findet lobende Worte für Bradl: „Stefan hat fantastische Fortschritte gemacht. Zu Saisonbeginn war ein Jahr als Testfahrer geplant, aber dann kam Corona. Als er dann für Marc eingesprungen ist, musste er seine Einstellung ändern. Das hat er auch gemacht.“

„Er hat seinen Speed gefunden. Mit so vielen Tests und so vielen Rennen haben wir ihn natürlich stark belastet. Er hat sehr hart gearbeitet. Honda schätzt seine Arbeit. Die Daten, die er uns liefert, sind sehr interessant. Deshalb wird Honda im nächsten Jahr mit Stefan weitermachen.“

Seit Brünn bestreitet Bradl anstelle des verletzten Marc Marquez die Rennen. Im Regen von Le Mans glänzte er mit Platz acht. Zuletzt fuhr der Moto2-Weltmeister von 2011 dreimal hintereinander in die WM-Punkteränge.

Weiterer Test im Dezember

Bradl ist bei Honda der „Kilometersammler“, denn zwischen Valencia 2 und Portimao testete er am Dienstag und Mittwoch zwei Tage lang in Jerez. Das Programm ist geheim. „Mir ist es nicht erlaubt, über den Jerez-Test zu sprechen“, ist Bradls einzige Auskunft darüber.

Im Kalenderjahr 2020 ist auch noch ein weiterer Test geplant, wie er bestätigt: „Wir werden Mitte Dezember einen weiteren Test in Jerez haben. Wir wollen unser Programm fortsetzen. Deswegen freue ich mich auf drei Wochen Pause.“

Bevor es soweit ist, steht noch das Saisonfinale in Portimao auf dem Programm. Anfang Oktober testete Bradl vor dem Grand Prix von Frankreich schon eineinhalb Tage mit der RC213V auf der anspruchsvollen Strecke an der Algarve in Portugal.

„Es ist eine schöne Strecke, es geht hoch und runter. 2017 war ich mit der Superbike-WM hier. Ich habe aber keine guten Erinnerungen, weil ich gestürzt bin und mich beim Handgelenk verletzt habe. Mit der MotoGP habe ich es mehr genossen, weil die Elektronik hilft und der Asphalt neu ist.“

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Portimao: Bradl glaubt nicht an Vorteil für sich

Bradl glaubt nicht daran, dass er einen großen Vorteil hat, weil er mit dem MotoGP-Bike in Portimao gefahren ist, während der Großteil des Feldes nur mit Straßenmotorrädern die Strecke kennenlernen konnte.

„Es ist fast jeder hier gefahren. Auch wenn sie auf einem Superbike waren, haben sie ihren Speed gefunden. Mein Vorteil wird nicht so groß sein, weil alle in letzter Zeit viel fahren. Jeder Hersteller hat schon Daten von dieser Strecke, wie zum Beispiel für die Getriebeabstimmung.“

„Die Trainings sind verlängert worden, weshalb man leichter Änderungen vornehmen kann. Vielleicht haben in den ersten 20 Minuten Aleix oder ich einen kleinen Vorteil, aber dann werden alle aufschließen. Ich erwarte aber nicht, dass die Rundenzeiten so eng wie in Valencia beisammen sein werden.“

Bradls Programm ist auch an diesem Wochenende ein Mix zwischen der Arbeit als Renn- und Testfahrer: „Wir testen immer. Natürlich fahren wir Rennen, aber es ist immer eine Kombination aus Tests und Rennen. An einigen Wochenenden hatten wir dadurch gute Ergebnisse, manchmal hatten wir nicht den gewünschten Erfolg.“

„In den vergangenen Rennen haben wir immer gute Lösungen gefunden. Auch an diesem Wochenende werden wir etwas probieren, aber das ist auch für einen regulären Rennfahrer normal. Wir kämpfen nicht um den WM-Titel. Aber es ist okay. Ich habe mich daran gewöhnt, und auch das Team hat sich daran gewöhnt. Von meiner Seite ist das okay.“