Sollte es die Lage bis dahin erlauben, könnte im Juli in Jerez das erste MotoGP-Rennen 2020 stattfinden – für eine Entscheidung ist es laut Carmelo Ezpeleta aber noch zu früh.

Im Sommer soll die internationale Motorsport-Saison wieder losgehen. Die Motorrad-WM plant mit ersten Rennen Ende Juli oder Anfang August. „Brünn und Spielberg haben immer noch ihre ursprünglichen Termine“, verweist Carmelo Ezpeleta bei ‚GPRoundtable‘ auf den 9. August für Tschechien und den 16. August für Österreich.

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„Wenn wir können, wollen wir diese beiden Termine auch so behalten“, nennt der Dorna-Boss die aktuellen Planungen. Das Fachmagazin ‚Speedweek‘ berichtete jüngst von einem Saison-Auftakt am 19. Juli in Jerez. Diesen Termin bestätigt Ezpeleta nicht explizit, denn dafür ist die Corona-Situation noch zu ungewiss.

Dennoch spricht der Spanier von derartigen Plänen. „Wenn wir schon vor Brünn und Österreich fahren können – und wir sehen uns diese Möglichkeit an – werden wir in Spanien starten. Das ist die Idee. Wir glauben, dass wir in der dritten oder vierten Mai-Woche einen Kalender vorlegen können, wenn die Lage etwas klarer ist.“

Spielberg 2019 – Das Rennen des Jahres

Dorna-Boss Ezpeleta bestätigt Jerez-Plan

Denn Spanien ist in Europa eines der Länder, das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffen ist. Erst Anfang Mai gab es dort nach mehrwöchiger Ausgangssperre die ersten Lockerungen. Allerdings nur mit zeitlicher Beschränkung, wann welche Altersgruppe auf die Straße darf.

Deshalb muss Ezpeleta noch einige Wochen warten, bis sich klarer abzeichnet, ob im Juli in Spanien tatsächlich ein MotoGP-Rennen durchgeführt werden kann. Auch im spanischen Fußball steht aktuell alles still. Und es ist unklar, ob die Saison der Primera Division (natürlich ohne Fans im Stadion) überhaupt fortgesetzt werden kann.

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa hielt sich am 26. April in einer Pressekonferenz bedeckt. „Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob der Profi-Fußball vor dem Sommer wieder aufgenommen werden kann. Das wäre rücksichtslos von mir.“ Zuletzt waren die Corona-Zahlen in Spanien jedoch rückläufiger, was für neuen Optimismus sorgt.

Entscheidung über Übersee-Rennen im September

Momentan plant MotoGP-Promoter Dorna ab Sommer ausschließlich mit Europa-Rennen, womöglich auch mit mehreren auf einer Strecke. „Von Juli bis November wollen wir zehn bis elf Rennen in Europa machen“, erklärt Ezpeleta. Es soll immer an zwei Wochenenden hintereinander gefahren werden, gefolgt von einem freien Wochenende.

„Im September werden wir bekannt geben, ob Rennen außerhalb Europas möglich sind“, hält Ezpeleta diese Option offen. Der Dorna-Boss ist aber pessimistisch. „Ohne Zuschauer sind Rennen außerhalb von Europa nicht durchführbar. Denn ohne Fans an der Strecke zahlen die Promoter keine Antrittsgebühr. Wir könnten es auf unsere Kosten durchführen.“

„Rennen ohne Einnahmen sind außerhalb Europas schwer machbar. Das ist die Situation. Sollten die Promoter außerhalb Europas Rennen mit Zuschauern durchführen oder uns eine Kompensations-Summe bezahlen können, dann würde es gehen“, meint der MotoGP-Manager.

Die hohen Kosten für Übersee-Rennen sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein wesentlicher Faktor. In Europa kann alles von Strecke zu Strecke auf der Straße transportiert werden. „Die Meisterschaft kann also zehn oder elf Rennen in Europa umfassen, vielleicht sogar 14. Das werden wir aber erst im September kommunizieren – und nicht später“, sagt Ezpeleta. „Während also noch Rennen in Europa auf dem Plan stehen, werden wir wissen, ob die Saison länger dauern kann. Das ist der fairste Weg.“