LCR-Teamchef Lucio Cecchinello verneigt sich zwar vor Valentino Rossi, sieht aber in Marc Marquez dessen logischen Nachfolger – und als neue Benchmark in der MotoGP.

Valentino Rossi oder Marc Marquez? Diese einfache aber brisante Frage teilt die Motorrad-Welt in zwei Lager. Die Fans des jeweiligen Lagers haben stets eine Liste passender Argumente parat, die für ihr Idol sprechen. Doch wie beurteilen vergleichsweise neutrale Protagonisten das Duell der beiden Ausnahme-Könner? Im Gespräch mit ‚BT Sports‘ hat sich MotoGP-Teamchef Lucio Cecchinello jetzt zu diesem Thema geäußert.

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„Das ist keine schwierige Frage. Ich wähle Marc Marquez, weil es in jedem Sport eine Evolution gibt. Es gibt eine Weiterentwicklung des Fahrstils. Es ist eine natürliche Evolution“, begründet der Landsmann von Valentino Rossi. Dennoch ist er sich bewusst, was Rossi für den Sport getan hat.

„Marquez hat das Niveau deutlich erhöht“

„Man sollte auf jeder Strecke eine Statue zu Ehren von Valentino aufstellen, weil er den Motorrad-Sport auf ein neues Level gehoben hat. Er hat maßgeblich dabei geholfen, den Motorrad-Sport extrem beliebt zu machen. Das ist fantastisch. Doch wenn man sich anschaut, wie sich der Sport entwickelt hat, dann würde ich Marc Marquez wählen. Weil er das Niveau erhöht hat“, erklärt Cecchinello.

„Vorher gab es Fahrer, die mit dem Hinterreifen sliden konnten. Das passierte in den 1980ern und 90ern. Danach gab es Fahrer, die über beide Reifen rutschen konnten. Jetzt gibt es Marquez, der mit seiner Technik einen Sturz verhindern kann, nachdem das Vorderrad die Haftung verloren hat. Das ist keine Reaktion, bei der Glück eine Rolle spielt. Es ist eine Technik“, stellt der LCR-Honda-Teamchef klar.

„Es ist eine Technik, die Fahrer aus Valentinos Ära nicht angewendet haben“, konstatiert Cecchinello. Und erwartet in den nächsten Jahren weitere Evolutionen: „Ich gehe davon aus, dass Marc die neue Fahrer-Generation inspirieren wird, das zu machen. Wir werden also Fahrer sehen, die diese Technik weiter vorantreiben.“