Yamaha und Suzuki präsentieren sich auch am zweiten Tag des Katar-Tests bärenstark – bei Honda stürzen sowohl Marc Marquez als auch Cal Crutchlow.

Am zweiten Tag des MotoGP-Tests auf dem Losail Circuit in Doha/Katar bestätigten die Reihen-Vierzylinder von Yamaha und Suzuki ihre Konkurrenzfähigkeit. Fabio Quartararo markierte mit 1:54,038 Minuten die Bestzeit. Damit war der Franzose um vier Zehntelsekunden schneller als die Samstags-Bestzeit von Alex Rins. Aber auch der Suzuki-Pilot legte zu und beendete den Sonntag auf dem zweiten Platz. Honda erlebte dagegen wieder einen schwierigen Tag.

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Auch am Sonntag konzentrierte sich das Geschehen auf die letzten vier Stunden, als die Dämmerung über der Strecke hereinbrach und es kühler wurde. Tagsüber wurden Asphalt-Temperaturen von rund 45 Grad Celsius gemessen. Als die Nacht hereinbrach und unter Flutlicht gefahren wurde, brachte das aber ein anderes Problem mit sich.

Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit bildet sich am Abend Tau auf dem Asphalt. Deshalb wurde die Startzeit beim Saison-Auftakt in zwei Wochen bereits um zwei Stunden vorverlegt. Trotzdem waren heute auch in der letzten Stunde – der Test dauerte bis um 20:00 Uhr Ortszeit – einige Fahrer auf der Strecke.

Im Wesentlichen setzten alle Teams ihr Programm vom Vortag fort. Neben diversen längeren Runs nahmen auch einige Piloten eine Zeitattacke in Angriff. Die Renn-Vorbereitung stand bei den meisten im Vordergrund. Die Zeitabstände waren erneut sehr eng, denn am Ende des Tages befanden sich 13 Fahrer innerhalb einer Sekunde.

Katar-Test: Highlights vom 1. Tag

Yamaha-Star Vinales in der Favoritenrolle?

In den Top 5 waren insgesamt drei Yamaha-Fahrer zu finden. Maverick Vinales folgte als Dritter und Franco Morbidelli, der einen 2020er-Motor in einem Chassis aus dem Vorjahr fährt, als Vierter. Valentino Rossi hatte schon am Vortag gemeint, dass ihm „zwei bis drei“ Zehntelsekunden fehlten. Das war auch heute der Fall. Als Neunter hatte der Altmeister 0,7 Sekunden Rückstand.

Insgesamt ist man im Yamaha-Lager zufrieden. Denn man konnte die Fortschritte von Sepang auch in Katar bestätigen. Vor allem Vinales hinterließ auf Longruns und auf einer fliegenden Runden einen sehr konkurrenzfähigen Eindruck. Bei der Pace war Quartararo nicht ganz so schnell wie bei der Zeitattacke.

Suzuki bestätigte ebenfalls den starken Eindruck vom Vortag. Sowohl Rins als auch Joan Mir befanden sich immer im Spitzenfeld der Zeitenliste. Auch im Qualifying-Modus, eine Schwäche der GSX-RR im Vorjahr, konnte Rins wieder eine gute Runde fahren. Mir stürzte in der letzten Stunde bei seiner Zeitattacke und blieb deshalb Siebter.

Marc Marquez und Crutchlow fliegen ab

Schrott gab es bei Honda. Stürzte am Vortag Rookie Alex Marquez, so erwischte es heute Marc Marquez und Cal Crutchlow. Drei Stunden vor Test-Ende stürzte der Weltmeister in Kurve 9. Seine Honda wurde dabei komplett zerstört. Beobachtern zufolge soll das Bike sogar in zwei Teile zerbrochen sein.

Marquez blieb dabei glücklicherweise unverletzt. Crutchlow rutschte in Kurve 2 aus und begab sich für einen kurzen Check ins Medical Center. Der Brite fuhr anschließend nicht mehr auf die Strecke. Marquez dagegen drehte noch einige Runden. Interessant: Bei Honda tauchte auch ein Schalter für ein mögliches Holeshot-Device für den Start auf. Gerüchten zufolge könnte Stefan Bradl das System vor einigen Wochen in Jerez getestet haben.

Marquez fuhr keine Zeitattacke und hatte im Tages-Ergebnis als 14. eine Sekunde Rückstand. Crutchlow war als 21. wie am Vortag am Ende des Feldes zu finden. Bester Honda-Pilot war Takaaki Nakagami als Zehnter. Der Japaner fährt im LCR-Team die 2019er-Honda. Rookie Alex Marquez blieb heute sturzfrei und wurde 19.

Ducati: Zarco erstmals im Spitzenfeld

Indes bestätigte Jack Miller, dass er das neue System, mit dem Ducati das Heck absenken kann, seit dem Thailand-GP im Vorjahr verwendet. Bei den Tests arbeiten auch Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci damit, wollten sich dazu bisher aber nicht äußern. Bester Ducati-Pilot am Sonntag war Francesco Bagnaia mit 0,5 Sekunden Rückstand als Fünfter.

Ein Ausrufezeichen setzte Johann Zarco, der mit der Vorjahres-Ducati im Avintia-Team immer besser zurechtkommt. Der Franzose hatte als Sechster nur eine halbe Sekunde Rückstand, wobei er diese Zeit bei einem fliegenden Angriff fuhr. Die Zusammenarbeit zwischen Avintia und Ducati wird zudem auch immer intensiver.

KTM schrammt knapp an Top 10 vorbei

Aprilia-Pilot Aleix Espargaro hatte in Kurve 4 einen leichten Ausrutscher. Ansonsten zeigte er erneut Potenzial mit der neuen RS-GP. Mit 0,7 Sekunden Rückstand belegte der Spanier Platz zehn. Teamkollege Bradley Smith wurde zwar nur Letzter, doch Aprilia verfolgt mit ihm ein anderes Programm. Smith soll die Haltbarkeit der neuen Teile testen.

KTM war auch am zweiten Tag nicht in den Top 10 zu finden. Und das, obwohl Pol Espargaro seine Zeit vom Vortag um fast sechs Zehntelsekunden verbessern konnte. Sein Rückstand auf die Spitze betrug 0,852 Sekunden. Das bedeutete im engen Feld Platz 13. Espargaros Teamkollegen waren außerhalb der Top 15 zu finden.

Am Montag geht der Katar-Test zu Ende. Es ist der letzte Test-Tag vor dem Saison-Auftakt am 8. März an gleicher Stelle.

Übersicht: Die Zeiten beim Katar-Test (Sonntag)

01. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) – 1:54,038 Minuten (65 Runden)
02. Alex Rins (Suzuki) +0,162 Sekunden (53)
03. Maverick Vinales (Yamaha) +0,226 (68)
04. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) +0,443 (70)
05. Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati) +0,482 (52)
06. Johann Zarco (Avintia-Ducati) +0,527 (56)
07. Joan Mir (Suzuki) +0,574 (52)
08. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,624 (60)
09. Valentino Rossi (Yamaha) +0,702 (52)
10. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +0,721 (43)
11. Aleix Espargaro (Gresini-Aprilia) +0,724 (33)
12. Danilo Petrucci (Ducati) +0,814 (49)
13. Pol Espargaro (KTM) +0,852 (54)
14. Marc Marquez (Honda) +1,055 (46)
15. Jack Miller (Pramac-Ducati) +1,156 (42)
16. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +1,314 (54)
17. Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) +1,562 (53)
18. Iker Lecuona (Tech-3-KTM) +1,606 (53)
19. Alex Marquez (Honda) +1,687 (48)
20. Brad Binder (KTM) +1,892 (57)
21. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +2,140 (27)
22. Bradley Smith (Gresini-Aprilia) +2,369 (52)