Maverick Vinales beendet den MotoGP-Test am Dienstag als Spitzenreiter. Das Funk-System der Dorna wird von vielen Fahren getestet. Yamaha und Honda mit neuen Auspuffen.

Am Dienstag zwischen den beiden Misano-Rennen hatten die MotoGP-Teams die Chance, ihre Motorräder zu testen, um die Probleme vom ersten Wochenende zu untersuchen. Außerdem bereiteten die Teams das zweite Wochenende vor und tüftelten an ersten Entwicklungen für 2021. Zudem wurde beim MotoGP-Test das neue Funk-System der Dorna getestet.

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Nicht mit dabei war der Sieger vom Sonntag. Petronas-Yamaha-Pilot Franco Morbidelli verzichtete auf den Testtag. Der Italiener hatte sich den Magen verstimmt und schont seine Kräfte für das zweite Heimspiel am bevorstehenden Wochenende. Ebenfalls nicht mit dabei waren Honda-Pilot Stefan Bradl, LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow und Tech-3-KTM-Pilot Iker Lecuona.

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MotoGP-Test: Yamaha mit neuem Auspuff unterwegs

Aus technischer Sicht das Highlight des Tages war ein neuer Auspuff von Yamaha. Valentino Rossi testete eine Neuentwicklung, die laut Experten die Haltbarkeit verbessern soll. Der neue Auspuff ist deutlich länger als der bisher verwendete.

Das soll dabei helfen, das Drehmoment bei mittleren Drehzahlen zu erhöhen. Entsprechend weniger hoch müssen die Fahrer die Motoren drehen, was die Haltbarkeit verbessert. Ebenfalls denkbar ist, dass der längere Auspuff dabei hilft, die Hitze besser vom Motor abzutransportieren.

Neben dem neuen Auspuff sah man im Lager von Yamaha auch eine neue Carbon-Schwinge an Maverick Vinales‚ Maschine. Der Spanier testete zudem einen Bremshebel für das Hinterrad, nach dem Vorbild von Automatik-Rollern.

Vinales stürzte am Dienstag, beendete den Tag aber mit der Tages-Bestzeit. Der Pole-Setter vom vergangenen Renn-Wochenende umrundete den Kurs in 1:31.532 Minuten. Zum Vergleich: Die Pole-Runde vom Samstagnachmittag war nur 0,121 Sekunden schneller. Yamaha-Teamkollege Rossi fand sich nur auf der 17. Position wieder.

Erster großer Test des neuen Funk-Systems

Ein weiteres Gesprächsthema war der Test des neuen Funk-Systems. Bereits im Laufe des Renn-Wochenendes testete Honda-Pilot Stefan Bradl den Funk. Dieser soll dabei helfen, die Fahrer über Gefahren zu informieren. Nach den Zwischenfällen bei den Österreich-Rennen äußerten die Fahrer den Wunsch, dass die Dorna noch einmal das Thema Funk aufnehmen soll. Binnen zwei Wochen entwickelten die Verantwortlichen eine Testversion.

Laut den ersten Aussagen der Fahrer waren die Informationen klar verständlich. Die lauten Fahrgeräusche überlagerten die Ansagen nicht. Kritisiert wurde aber, dass die Fahrer den Motor nicht mehr wie gewohnt wahrnehmen konnten.

Honda ermöglicht Nakagami Test der 2020er-Maschine

Honda war beim Test nur mit zwei Fahrern vertraten. Neben Werkspilot Alex Marquez drehte auch LCR-Pilot Takaaki Nakagami seine Runden. Der Japaner testete am Vormittag die 2020er-Honda von Stefan Bradl, der nicht am Test teilnahm. In der Tageswertung landete Nakagami mit einer 1:31.803er-Runde auf der zweiten Position. Bei Werkspilot Alex Marquez wurde ein überarbeiteter Auspuff gesichtet.

Johann Zarco war als Dritter der bestplatzierte Ducati-Pilot. Der Franzose fuhr schneller als im Q2 am Samstag, drehte 96 Runden und verwies KTM-Pilot Pol Espargaro auf die vierte Position. Suzuki-Pilot Alex Rins machte die Markenvielfalt als Fünfter perfekt. Der Spanier war marginal schneller als Teamkollege Joan Mir, der Sechster wurde.

WM-Leader Andrea Dovizioso beendete den MotoGP-Test auf der achten Position, direkt hinter Ducati-Markenkollege Francesco Bagnaia. Dovizioso konnte beim Test Vergleiche fahren und verstand besser, was am Renn-Wochenende nicht nach Plan lief. Für den Rest der Saison ist „Dovi“ dank des Tests deutlich optimistischer. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) und Brad Binder (KTM) komplettierten beim Misano-Test die Top 10.

Ergebnis MotoGP-Test in Misano:

01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:31.532 Minuten (92 Runden)
02. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) – 1:31.803 (76)
03. Johann Zarco (Avintia-Ducati) – 1:31.899 (96)
04. Pol Espargaro (KTM) – 1:32.054 (73)
05. Alex Rins (Suzuki) – 1:32.114 (76)
06. Joan Mir (Suzuki) – 1:32.162 (75)
07. Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati) – 1:32.207 (26)
08. Andrea Dovizioso (Ducati) – 1:32.290 (45)
09. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) – 1:32.336 (107)
10. Brad Binder (KTM) – 1:32.453 (78)
11. Alex Marquez (Honda) – 1:32.480 (93)
12. Jack Miller (Pramac-Ducati) – 1:32.510 (67)
13. Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) – 1:32.529 (51)
14. Aleix Espargaro (Gresini-Aprilia) – 1:32.535 (65)
15. Bradley Smith (Gresini-Aprilia) – 1:32.590 (94)
16. Danilo Petrucci (Ducati) – 1:32.679 (88)
17. Valentino Rossi (Yamaha) – 1:32.946 (90)
18. Tito Rabat (Avintia-Ducati) – 1:33.306 (71)

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