Maverick Vinales fährt am Mittwoch in Valencia mit der neuen Yamaha Bestzeit – auch Honda, Ducati, KTM und Suzuki setzen die Tests mit neuen Entwicklungen fort.

Am Mittwoch setzten die MotoGP-Teams ihre Testfahren auf dem Circuit Ricardo Tormo unweit von Valencia fort. Alle Werks-Teams bis auf Aprilia, bei denen das 2020er-Bike noch nicht fertig ist, absolvierten wieder ein straffes Programm. Die neuen Entwicklungen wie Chassis und Motor standen im Fokus. Mit 1:29,849 Minuten stellte Maverick Vinales die Bestzeit auf. Und unterbot damit sogar die Pole-Zeit vom letzten Samstag.

Bei Yamaha stand wieder die Arbeit mit dem neuen Motorrad im Vordergrund. Der neue Motor ist offenbar ein Fortschritt, so Vinales: „Es sind immer noch 8 km/h Unterschied. Ich bin viel im Windschatten gefahren, um zu verstehen, ob es besser ist oder nicht. Der Motor lief sehr geschmeidig, besser als im Vorjahr.“

Während Vinales mit dem neuen Bike die Bestzeit markierte, fuhr auch Rossi viel mit dem neuen Prototypen. Er rollte allerdings am Vormittag in Kurve 10 mit einem technischen Problem aus. Später konnte der Altmeister die Arbeit fortsetzen. Am späten Nachmittag rückte er zum Vergleich auch mit dem 2019er-Modell aus. Rossi nutzte die Test-Zeit und fuhr bis kurz vor 17:00 Uhr. Es war der zweite Tage mit seinem neuen Crew-Chief David Munoz.

Im Petronas-Team waren Fabio Quartararo und Franco Morbidelli wieder schnell unterwegs (Platz zwei und drei). Beide probierten in Valencia neben der Carbon-Schwinge nur Kleinigkeiten beim Set-up aus, um für Yamaha und Öhlins Daten zu sammeln. Beim nächsten Test kommende Woche in Jerez soll auch das Kundenteam schon den 2020er-Motor testen dürfen.

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Valencia: Honda probiert viele neue Entwicklungen

Im Honda-Lager arbeiteten Marc Marquez und Stefan Bradl mit neuen Entwicklungen für die nächste Saison. Da beide am Dienstag gestürzt waren, mussten die Honda-Mechaniker die Motorräder neu aufbauen. Gleich am Vormittag blieb Bradl mit einem technischen Problem stehen. Marquez fuhr teilweise mit einem schwarzen Bike, auf dem auch orange lackierte Verkleidungsteile zu sehen waren.

Für den Nachmittag hatte Honda ein neues, schwarzes Motorrad für Marc Marquez bereitgestellt. Auffällig war die Aerodynamik, die sehr an die Ducati-Lösung erinnert. Marc Marquez kam in Valencia auf insgesamt 71 Runden, Bradl auf 54 und somit auf mehr als gestern. Cal Crutchlow führte ebenfalls Vergleiche zwischen dem 2019er-Bike und dem neuen durch. Kurz vor 16:00 Uhr hatte der Brite im dritten Sektor einen harmlosen Ausrutscher.

Moto2-Weltmeister Alex Marquez drehte am Mittwoch 79 Runden. Diesmal war kein Sturz dabei. Seine persönliche Bestzeit konnte er um etwas mehr als eine halbe Sekunde verbessern. Heute war Alex Marquez auch schneller als KTM-Rookie Brad Binder. Schnellster Rookie war wieder Iker Lecuona (Tech-3-KTM), der mit Platz 15 erneut beeindrucken konnte.

Ducati: Petrucci pausiert wegen Schulter-Problemen

Ducati-Fahrer Danilo Petrucci verzichtete aufgrund von Schmerzen in seiner linken Schulter auf den heutigen Tag. Der Italiener will sich bis zum Jerez-Test schonen. Somit setzten Andrea Dovizioso und Michele Pirro die Arbeit fort. Im Fokus stand wieder das neue Chassis, mit dem man das Turning-Verhalten verbessern will.

Nachdem Dovizioso gestern die größeren Neuheiten ausprobiert hatte, arbeitete seine Crew heute daran auszusortieren, welches Material für die Zukunft am besten geeignet ist. Beim Jerez-Test wird man die Teile und vor allem das neue Chassis mit mehr Flex erneut evaluieren. Mit Rundenzeiten glänzte Ducati am Mittwoch nicht. Das stand aber nicht im Vordergrund.

KTM: Pol Espargaro stürzt mit neuem Bike

Pol Espargaro arbeitete in Valencia mit dem neuen KTM-Chassis weiter. Es gab heute auch schon eine weiterentwickelte Variante. Allerdings stürzte der Spanier mit dem neuen Motorrad am späten Vormittag in Kurve 10. Auch Dani Pedrosa war wieder im Einsatz. Beide lieferten Feedback, während sich die Rookies Binder und Lecuona auf sich konzentrieren konnten. Binder hatte um 16:30 Uhr einen Crash in Kurve 10.

Bei diesem Test arbeitete erstmals Pete Benson für KTM. Er wird künftig das Testteam mit seiner Expertise verstärken. Benson hat lange für Honda gearbeitet und wurde unter anderem mit Nicky Hayden Weltmeister. Zudem kennt er das Kalex-Chassis von seiner Zeit bei Marc VDS sehr gut. Zuletzt war Benson bei BMW in der Superbike-WM.

Suzuki arbeitet mit neuem Motor

Bei Suzuki steht bei diesem Test und beim nächsten in Jerez der neue Motor im Fokus. Sowohl Joan Mir als auch Alex Rins sehen kleine Fortschritte und etwas mehr Topspeed. Man will aber mit zusätzlicher Power nicht die Stärke der GSX-RR, nämlich das vorzügliche Handling und den Kurvenspeed, beeinträchtigen.

Suzuki hat an der Elektronik gearbeitet, um den Motor besser abzustimmen. Außerdem wurden Vergleiche mit dem 2019er-Triebwerk durchgeführt. Ob man wirklich mehr Power gefunden hat, werden Tests auf weiteren Strecken zeigen. Ab Februar wird Suzuki das Augenmerk auf das Chassis und das Gesamtpaket legen.

Aprilia von Iannone steht in Flammen

Bei Aprilia wird das neue Bike erst im Februar zum Sepang-Test fertig. Trotzdem war man wieder mit Aleix Espargaro, Andrea Iannone und Bradley Smith im Einsatz. Da man in den vergangenen Monaten immer wieder Probleme mit der Elektronik hatte, konzentrierte man sich auf diesen Bereich. Sonstige technische Neuerungen gab es für das „alte“ Motorrad nicht.

Einen brenzligen Moment in Valencia gab es bei Iannone. Kurz vor der Mittagspause fing seine RS-GP auf der Zielgeraden plötzlich Feuer. Der Italiener konnte das Motorrad in Kurve 1 anhalten. Ein Streckenposten war gleich mit einem Feuerlöscher zur Stelle. Diese Situation sorgte für eine Unterbrechung der Session, um zu checken, ob sich Öl auf dem Asphalt verteilt hatte. Am Nachmittag rollte Smith einmal mit einem Problem aus, als er gerade die Boxengasse verlassen hatte.

Am 25. und 26. November testen die MotoGP-Teams in Jerez. Ab 1. Dezember gilt dann das Test-Verbot bis zum Sepang-Test Anfang Februar.

Rundenzeiten beim Valencia-Test (Mittwoch):

01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:29,849 Minuten (67 Runden)
02. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) – 1:30,013 (64)
03. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) – 1:30,114 (52)
04. Cal Crutchlow (LCR-Honda) – 1:30,316 (73)
05. Joan Mir (Suzuki) – 1:30,427 (61)
06. Alex Rins (Suzuki) – 1:30,503 (57)
07. Marc Marquez (Honda) – 1:30,556 (71)
08. Pol Espargaro (KTM) – 1:30,685 (46)
09. Valentino Rossi (Yamaha) – 1:30,781 (68)
10. Jack Miller (Pramac-Ducati) – 1:30,854 (59)
11. Andrea Dovizioso (Ducati) – 1:31,143 (42)
12. Tito Rabat (Avintia-Ducati) – 1:31,258 (63)
13. Michele Pirro (Ducati) – 1:31,424 (40)
14. Dani Pedrosa (KTM) – 1:31,470 (48)
15. Iker Lecuona (Tech-3-KTM) – 1:31,515 (57)
16. Aleix Espargaro (Gresini-Aprilia) – 1:31,526 (43)
17. Karel Abraham (Avintia-Ducati) – 1:31,597 (59)
18. Stefan Bradl (Honda) – 1:31,657 (54)
19. Andrea Iannone (Gresini-Aprilia) – 1:31,800 (38)
20. Alex Marquez (Honda) – 1:32,235 (79)
21. Bradley Smith (Gresini-Aprilia) – 1:32,249 (32)
22. Brad Binder (KTM) – 1:32,367 (66)
23. Danilo Petrucci (Ducati) – keine Zeit (0)
24. Mika Kallio (KTM) – keine Zeit (0)