Suzuki-Pilot Joan Mir legt mit seinem MotoGP-Debütsieg eine Hand an den WM-Titel – Yamaha erlebt in Valencia 1 ein absolutes Fiasko – Honda-Ersatzpilot Stefan Bradl wird Zwölfter.

Suzuki-Werkspilot Joan Mir hat seinen ersten Sieg in der MotoGP eingefahren. Der Spanier setzte sich beim Europa-Grand-Prix in Valencia klar gegen Teamkollege Alex Rins durch. Platz drei ging an KTM-Werkspilot Pol Espargaro.

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Für Yamaha lief das Rennen überhaupt nicht nach Plan. Die WM-Anwärter Maverick Vinales und Fabio Quartararo beendeten das Rennen außerhalb der Top 10. Und auch Ducati verlor in der WM weiter den Anschluss.

Joan Mir vergrößerte mit dem Sieg den Vorsprung in der WM auf 37 Punkte. Somit kann der Spanier bereits am kommenden Wochenende vorzeitig Weltmeister werden. „Es fühlt sich so an wie immer, aber ich bin natürlich glücklicher. Mir hat dieser Sieg gefehlt“, kommentiert Mir nach seinem Debütsieg.

Rennen MotoGP: Grand Prix of Europe

WM-Leader Mir baut seinen Vorsprung aus

„Ich denke, der Sieg ist im perfekten Moment gekommen. Das Team hat an diesem Wochenende sehr gut gearbeitet. Ich habe mich mit dem Motorrad sehr wohlgefühlt. Danke an das gesamte Team.Wenn man gut arbeitet, steht man auf der höchsten Stufe des Podiums“, so der WM-Favorit.

Suzuki-Teamkollege Alex Rins hatte im ersten Valencia-Rennen keine Antwort auf Joan Mirs Form parat. „Es war ein sehr schnelles Rennen. Als ich geführt habe, habe ich mich gut gefühlt. Aber dann habe ich in Kurve 11 einen Schaltfehler gemacht und bin etwas von der Linie abgekommen. Deshalb hat mich Joan überholt. Ich versuchte ihm zu folgen, aber Joan ist ein sehr hohes Level gefahren. Gratulation an Suzuki! Wir werden sehen, ob wir das Motorrad für das nächste Rennen besser abstimmen können“, so Rins.

Nach 27 Runden lag KTM-Pilot Pol Espargaro nur 1,2 Sekunden zurück. „Es war hart“, kommentiert der Spanier. „Die blauen Raketen waren vor allem in den Rechtskurven schnell. Auf der Bremse habe ich etwas aufgeholt, aber beim Kurvenspeed habe ich auf sie verloren.“

Espargaro holt weiteres Podium für KTM

„Ich glaube, wir haben die perfekte Reifenwahl getroffen. Den harten Vorder- und den mittleren Hinterreifen haben wir das ganze Wochenende nicht verwendet. Wir haben gepokert, aber ich habe auf der Bremse nicht genug Zeit aufgeholt, um den Nachteil in den Kurven aufzuholen“, berichtet Pol Espargaro. „Es ist ein weiterer Podestplatz für mich und KTM. Es fühlt sich super gut an.“

KTM-Werkspilot Pol Espargaro startete von der Pole-Position ins Rennen. Neben der Werks-KTM mit der Nummer 44 standen Suzuki-Pilot Alex Rins und LCR-Honda-Pilot Takaaki Nakagami. WM-Leader Joan Mir ging von Startplatz fünf aus Reihe zwei ins erste Valencia-Rennen.

Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) pokerte und setzte als einziger Fahrer auf den harten Hinterreifen. Der Rest des Feldes verwendete die Medium-Mischung. Morbidellis Reifenpoker sollte nicht aufgehen. Der Italiener kam außerhalb der Top 10 ins Ziel.

Den besten Start erwischte Pol Espargaro, der knapp vor Alex Rins als Führender in die erste Kurve bog. Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales startete auf Grund der Strafe für die Verwendung des sechsten Motors aus der Boxengasse und eilte dem Feld mit etwa 14 Sekunden Rückstand hinterher.

Quartararo fällt gleich zu Beginn weit zurück

Noch in der ersten Runde stürzte WM-Kandidat Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha). Der Franzose rutschte parallel mit Aprilia-Pilot Aleix Espargaro von der Strecke. Quartararo nahm das Rennen mit 30 Sekunden Rückstand auf. Somit lagen Yamahas WM-Anwärter Maverick Vinales und Fabio Quartararo auf den Positionen 19 und 20 außerhalb der Punkteränge.

Suzuki-Pilot Alex Rins übernahm in Runde zwei die Führung. Der Spanier zog an Landsmann Pol Espargaro vorbei. Beide Suzukis präsentierten sich in guter Form. Joan Mir hatte sich bereits auf die dritte Position vorgekämpft und befand sich auf Kurs, seinen Vorsprung in der WM auszubauen.

Aprilia-Ersatzpilot Lorenzo Savadori rutschte in Runde drei von der Strecke. In Runde vier übernahm Joan Mir die zweite Position. Die beiden Werks-Suzukis führten das Rennen an. Dahinter fuhren die KTM-Piloten Pol Espargaro und Miguel Oliveira auf den Positionen drei und vier.

Valencia 1: Herber Rückschlag für Yamaha

Valentino Rossis (Yamaha) Rennen war nach vier Runden vorzeitig beendet. Der Italiener musste seine Yamaha M1 zu Beginn der fünften Runde mit einem Defekt abstellen. Beim Beschleunigen konnte Rossi keine Leistung abrufen. Von den Yamaha-Verantwortlichen wurde ein Defekt der Benzinpumpe vermutet.

Es folgten Stürze von Francesco Bagnaia (Pramac-Ducati) und Cal Crutchlow (LCR-Honda). Dadurch rutschte Maverick Vinales in die Punkteränge vor. Und auch Fabio Quartararo hatte noch Chancen, in die Punkte zu fahren.

An der Spitze kontrollierte Alex Rins das Rennen, konnte Teamkollege Joan Mir aber nicht abschütteln. Eine halbe Sekunde hinter dem Suzuki-Duo fuhr Pol Espargaro auf der dritten Position. Eine weitere halbe Sekunde dahinter lag Miguel Oliveira auf der vierten Position. Honda-Pilot Takaaki Nakagami hielt als Fünfter den Anschluss an die Spitze und lag zur Halbzeit des Rennens etwa zwei Sekunden zurück.

Keine Ducati in den Top 5 zu finden

Zu Beginn der zweiten Rennhälfte verloren Miguel Oliveira und Takaaki Nakagami den Anschluss an die Top 3. Pol Espargaro versuchte, den Anschluss an die beiden Suzukis zu halten. Die beste Ducati fuhr auf Position sechs. Avintia-Pilot Johann Zarco behauptete sich mit seiner 2019er-Desmosedici vor Pramac-Pilot Jack Miller. Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso fuhr auf Position neun.

In Runde 15 übernahm Takaaki Nakagami die vierte Position von Miguel Oliveira. An der Spitze geriet Alex Rins immer stärker unter Druck von Joan Mir. Pol Espargaro beobachtete das Duell der Suzukis von Position drei aus und lag in Schlagdistanz zum Führungsduo.

Joan Mir übernimmt Führung von Alex Rins

In Runde 17 übernahm Joan Mir die Führung. Alex Rins hatte den Einlenkpunkt von Kurve 8 verpasst. Joan Mir nutzte die Chance und zog innen am Teamkollegen vorbei. Mir pushte hart, um sich von Rins abzusetzen.

Im finalen Renndrittel vergrößerte sich der Vorsprung von Joan Mir. Alex Rins‘ Rückstand wuchs fünf Runden vor Rennende auf über eine Sekunde an. KTM-Pilot Pol Espargaro übte Druck auf Alex Rins aus.

Vier Runden vor Rennende verabschiedete sich Alex Marquez (Honda) mit einem Sturz aus dem Rennen. Kurz zuvor war Andrea Dovizioso vorbeigegangen. Dovizioso hatte großes Glück, dass er nicht von Marquez‘ Honda getroffen wurde.

Vorentscheidung in der Weltmeisterschaft

Der Sieg von Joan Mir geriet in den letzten Runden nicht mehr in Gefahr. Der Spanier holte sich seinen ersten Sieg in der MotoGP. Es war Mirs erster Grand-Prix-Sieg seit dem Gewinn des Moto3-Rennens in Sepang in der Saison 2017.

Suzuki-Teamkollege Alex Rins kam mit 0,651 Sekunden Rückstand ins Ziel. Pol Espargaro wurde mit 1,203 Sekunden Rückstand Dritter. Takaaki Nakagami kam als Vierter ins Ziel. Miguel Oliveira komplettierte die Top 5.

Jack Miller (Pramac) wurde als Sechster bester Ducati-Pilot. Markenkollege Johann Zarco (Avintia) verlor in der Schlussphase einige Positionen. Brad Binder (KTM) fuhr die schnellste Runde des Rennens und kam trotz der Long-Lap-Penalty für die Kollision in Aragon als Siebter ins Ziel.

Ducati und Yamaha enttäuschen in Valencia

Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso zeigte ein weiteres enttäuschendes Rennen und wurde Achter. Johann Zarco und Danilo Petrucci komplettierten die Top 10. Keiner der Yamaha-Piloten meisterte den Sprung in die Top 10. Franco Morbidelli war als Elfter bester Yamaha-Fahrer.

Stefan Bradl (Honda) beendete den Europa-Grand-Prix auf Position zwölf und lag über 24 Sekunden zurück. Maverick Vinales kassierte nach dem Start aus der Boxengasse drei Punkte für Platz 13. Fabio Quartararo erhielt zwei Punkte für Platz 14 und wurde als Letzter gewertet.

Am kommenden Wochenende gastiert die MotoGP ein weiteres Mal in Valencia, bevor es zum Saisonfinale nach Portimao geht. Joan Mir kann am kommenden Wochenende vorzeitig den WM-Titel sicherstellen.