Ducati-Kundenfahrer Michael Ruben Rinaldi lässt die WSBK-Elite in Aragon alt aussehen: Der junge Italiener spricht über den harte Weg an die Weltspitze

Knapp zwölf Jahre nach Troy Bayliss‘ Abschieds-Siegen beim WSBK-Finale 2008 in Portimao triumphierte heute erneut eine Ducati mit der Startnummer 21. Kundenpilot Michael Ruben Rinaldi holte sich beim zweiten Aragon-Wochenende in souveräner Manier den Sieg im ersten Hauptrennen . Es war der erste Sieg für den 24-jährigen Italiener aus Rimini.

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„Ich freue mich sehr. Bereits am Freitag lief es gut. Heute Morgen lief es ebenfalls gut. Ich wusste, dass ich um den Sieg kämpfen kann. Ich dachte an nichts anderes und hatte im Rennen einfach Spaß. Deshalb bin ich jetzt hier. Ich werde aber noch ein paar Stunden brauchen, um es zu realisieren“, kommentiert Rinaldi.

„Ich widme den Sieg meiner Familie und den Leuten, die in den schwierigen Momenten für mich da waren. Manchmal sehen die Leute nicht, was alles dahinter steckt. Um heute hier zu sein, musste ich unglaubliche Opfer bringen“, bemerkt der Ducati-Pilot.

Teruel Round: Rennen 1

Der steinige Weg an die Weltspitze

„Ich kann mich so glücklich schätzen. Hinter mir stehen Menschen, die immer an mich geglaubt haben, auch wenn ich im vergangenen Jahr eine schreckliche Saison hatte. Diese Leute standen immer hinter mir und glaubten an mich“, so Rinaldi.

„Ich danke auch meiner Familie. Seitdem ich ein Kind war, halfen sie mir. Ich bin in einer normalen Familie aufgewachsen. Ich hatte nie die Möglichkeit, Sponsoren mitzubringen“, erklärt der Italiener. „Es ist alles hart erarbeitet.“

Deutliche Steigerung von 2019 zu 2020

Im Vergleich zur WSBK-Saison 2019 wirkt Rinaldi wie ausgewechselt. Der Wechsel von Barni zu GoEleven tat dem Italiener gut. Zudem passte der ehemalige Superstock-Champion seine Herangehensweise an und erzielt in diesem Jahr deutlich bessere Ergebnisse als in seiner ersten vollen WSBK-Saison vor einem Jahr.

„Ich änderte mein Training, meine Ernährung und meine mentale Einstellung. Vorher arbeitete ich jeden Tag, doch ich denke, dass man es auch genießen muss. Man darf nicht immer nur an den Rennsport denken. Man muss sich Zeit für sich selbst nehmen. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Ich war entspannt und bereit, wenn die Rennen bevorstanden“, schildert er.

Das Risiko des SCX-Reifens zahlte sich aus

Einer der Faktoren für den Sieg war der weiche SCX-Hinterreifen. Im Gegensatz zu Jonathan Rea fuhr Rinaldi mit dem für das Superpole-Rennen entwickelten SCX-Reifen. „Ich probierte ihn im FT2 und dachte mir, dass er in den ersten Runden besser ist und sich dann ähnlich wie der SC0-Reifen verhält. Deshalb riskierten wir es. Wir hatten nichts zu verlieren. Es funktionierte“, freut sich der Ducati-Pilot.

„Mein Team hatte tolle Arbeit geleistet. In der letzten Runde nahm ich Tempo raus, weil ich sechs Sekunden Vorsprung hatte. Ich sagte mir, dass ich mir meine Zeit nehmen muss“, berichtet Rinaldi, der aus der ersten Reihe startete und sich noch in der ersten Runde an die Spitze kämpfte.

„Ich wusste, dass ich in den ersten Runden die anderen Fahrer überholen muss. Darauf konzentrierte ich mich. Ich musste mein eigenes Tempo fahren. Das machte ich in Runde eins. Mein Start war nicht perfekt, aber ich machte das in der ersten Runde wieder gut. Ich fuhr mein Tempo. Und das war besser, als ich dachte. Beeindruckend!“, so der Aragon-Sieger.