Nach seinem Formel-1-Test und dem Start bei den 12 Stunden von Abu Dhabi steht offenbar fest: MotoGP-Star Valentino Rossi sieht seine Motorsport-Zukunft auf vier Rädern.

MotoGP-Ikone Valentino Rossi nutzte die Winterpause nicht nur, um den F1-Mercedes von Lewis Hamilton zu testen. Auf vier Rädern stellte sich der 40-Jährige am Wochenende auch dem echten Wettbewerb und nahm gemeinsam mit Halbbruder Luca Marini und Kumpel Uccio an den 12 Stunden von Abu Dhabi teil. Prompt schaffte es das Trio aufs Podest.

Ein solches Szenario könnte sich der „Doctor“ in Zukunft durchaus öfter vorstellen. „Ich habe immer gesagt, dass ich ein Jahrzehnt in der Welt der Autos verbringen will, wenn ich mit den Motorrädern aufhöre“, blickt Rossi im Gespräch mit ‚Sky Sport Italia‘ voraus. Sein MotoGP-Vertrag mit Yamaha läuft Ende 2020 aus – es könnte der letzte sein.

Und schon jetzt scheint der Italiener für die Zukunft zu planen: „Wir haben uns das Level ein wenig angesehen. Meiner Meinung nach wären das die Autos, die für mich am geeignetsten sind. Es gibt fünf bis sechs Rennen im Jahr, die ich gerne machen würde. Die 24 Stunden von Le Mans und Spa sind vielleicht die schönsten mit diesen Autos.“

Rossi: „Muss mich leider schon bald entscheiden“

Außerdem verrät Rossi, dass er gerne das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring bestreiten würde. „Denn es ist eine Strecke, die ich liebe“, sagt er. Wann all das soweit sein wird, hängt davon ab, wie sich der 40-Jährige nächstes Jahr in Bezug auf seine weitere MotoGP-Karriere entscheidet. Für ihn ist es die 21. Saison in der Königsklasse.

„Nächstes Jahr wird entscheidend sein. Ende 2020 läuft mein Vertrag aus. Also muss ich leider schon bald entscheiden, was ich tun werde. Ob ich weitermachen will, oder eben nicht. Und das wird natürlich stark von den Ergebnissen abhängen“, betont Rossi. 2019 war schon die zweite Saison in Folge, in der der Altmeister keinen Rennsieg mehr feiern konnte.

„Wir haben einige Änderungen im Team vorgenommen. Mal sehen, ob wir wettbewerbsfähiger und schneller sein können“, sagt er weiter. Und spricht damit unter anderem den Wechsel seines Crew-Chiefs an. „Um weiterzumachen, müssen wir stärker sein als in diesem Jahr. Wenn das nicht der Fall sein sollte, ist es für mich besser, Nein zu sagen.“

Platztausch mit Bottas? „Das wäre für mich in Ordnung“

Auch mit Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton habe er sich am Rande ihres Fahrzeug-Tauschs über die Zukunft unterhalten, verrät Rossi. „Lewis sagte mir, dass ich noch Zeit habe. Leider sitzt mir das Alter im Nacken. Aber wenn Bottas mit der M1 neben Vinales fahren wollte, wäre das für mich in Ordnung“, scherzt der „Doctor“ über einen Platztausch.

„Wir hätten dann zwei Paarungen: Hamilton-Rossi in der Formel 1 und Bottas-Vinales in der MotoGP.“ Für Rossi war die Fahrt im Mercedes zwar nicht seine Premiere in einem Formel-1-Auto, aber dennoch einzigartig. „Es war so schön. Ich habe mich wie ein Formel-1-Fahrer gefühlt und es sehr genossen. Die Formel 1 ist überirdisch, beinahe surreal.“