Mit Verspätung sollte die MotoGP am 5. April in Austin in die Saison starten – doch auch dort treten jetzt wegen des Corona-Virus verschärfte Maßnahmen in Kraft.

Eigentlich sollte die MotoGP nach den virusbedingten Renn-Absagen in Katar und Thailand beim Großen Preis der USA (3. – 5. April 2020) in ihre Saison 2020 starten. Doch auch dieser Termin gerät nun offenbar erheblich ins Wanken. Denn die Gastgeberstadt Austin hat jüngst den Ausnahmezustand ausgerufen.

Am Freitag erklärte Bürgermeister Steve Adler zusammen mit Richterin Sarah Eckhardt aus dem Bezirk Travis, zu dem der Circuit of the Americas eigentlich gehört, einen „lokalen Katastrophenzustand“ hinsichtlich der Bedrohung durch das Corona-Virus.

Mit weitreichenden Konsequenzen: Das bedeutet, dass die Stadt nun alle Veranstaltungen mit 2.500 oder mehr Teilnehmern aussetzen wird. Es sei denn, die Organisatoren der Veranstaltung können dem Gesundheitsamt nachweisen, dass geeignete Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung ansteckender Krankheiten getroffen werden.

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Finale Entscheidung fällt Ende nächster Woche

In diesem Zusammenhang wurde das Festival South by Southwest (SXSW), das am 13. März in Austin beginnen sollte, bereits abgesagt. Bisher gibt es laut Medienberichten mindestens 17 bestätigte Coronavirus-Fälle im US-Bundesstaat Texas, allerdings keinen speziell in Austin. Umso bemühter ist man, die Ausbreitung einzudämmen.

Was das für die MotoGP und den Großen Preis der USA konkret bedeutet, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Herve Poncharal, Teamchef von Tech 3, verriet im Gespräch mit Eurosport Niederlande, dass man voraussichtlich nächste Woche mehr wisse.

„Wir müssen positiv bleiben und das Glas halb voll sehen. Im Moment werden wir großartige Moto3- und Moto2-Rennen haben, wir vermissen die MotoGP. Über Texas werden wir früher als über Katar Bescheid wissen. Die Entscheidung, ob wir dort fahren oder nicht, fällt also bis Ende nächster Woche“, blickt Poncharal voraus.

MotoGP-Saisonstart doch erst in Argentinien?

Stand jetzt werde man in Austin starten. Doch der MotoGP-Teamchef weiß: „Die Situation entwickelt sich von Tag zu Tag. Jeder, der jetzt eine Erklärung oder eine Vorhersage abgibt, ist ein Narr, und ich möchte nicht wie ein Narr dastehen.“

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Sollte es zum Äußersten kommen und auch Austin ausfallen oder verschoben werden müssen, stünde als nächstes Argentinien auf dem Programm. „Nichts hält die Meisterschaft davon ab, in Argentinien zu starten“, ist sich Poncharal sicher. Allerdings wurden jüngst auch dort die ersten Fälle von Corona gemeldet.

Erst am Donnerstag hatte die Dorna einen neuen MotoGP-Kalender 2020 veröffentlicht. Er sieht Austin als Saisonauftakt für die Königsklasse vor. Thailand, ursprünglich zweite Saisonstation, wurde in den Oktober verschoben. Dafür musste Aragon Platz machen, wo der Grand Prix nun eine Woche früher stattfinden soll.