Takaaki Nakagami bekommt in der MotoGP-Saison 2021 identisches Material wie die drei anderen Honda-Piloten – seinen neuen LCR-Vertrag hat er quasi für sich selbst ausgehandelt.

Wenn Takaaki Nakagami in Zukunft an das zweite Aragon-Wochenende der MotoGP-Saison 2020 zurückdenkt, werden ihm zweieinhalb positive und ein negativer Aspekt einfallen.

Advertisement

Negativ ist, dass der Japaner am Sonntag direkt in der ersten Runde in Führung liegend stürzte. Und damit ausgerechnet bei jenem Rennen, bei dem er bislang am konkurrenzfähigsten war, seine erste Nullnummer des Jahres verbuchte.

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Teruel-GP

Aragon 2: Erste Karriere-Pole für Nakagami

Positiv ist, dass Nakagami am Samstag erstmals in seiner MotoGP-Karriere die Pole-Position eroberte. Nicht minder positiv ist die Bekanntgabe vom Donnerstag, wonach er von HRC (Honda Racing Corporation) einen neuen Zweijahres-Vertrag bis Ende 2022 erhalten hat. Der Plan sieht vor, dass der Japaner mindestens bis Ende 2021 für das LCR-Team fährt, in dem er aktuell seine dritte und bislang beste MotoGP-Saison absolviert.

Und der aus aktueller Sicht halbwegs positive Aspekt ist ein Bestandteil des neuen Vertrags. Nämlich, dass Nakagami in der Saison 2021 die neueste Spezifikation der Honda RC213V fahren wird. Ob das jedoch tatsächlich einen Vorteil beziehungsweise Fortschritt mit sich bringen wird, muss sich erst noch zeigen.

Schließlich ist Nakagami in der laufenden Saison mit seiner 2019er-Honda der mit Abstand punktbeste Honda-Fahrer im Feld. Allerdings dürfte allen voran der massive Aufwärtstrend von Alex Marquez auf der aktuellen RC213V Nakagami Hoffnung machen. Diese Hoffnung besteht umso mehr, da es für 2021 Modifikationen am Bike geben soll.

2021 erstmals vier Werks-Hondas in der MotoGP

„Honda unternimmt für kommendes Jahr eine zusätzliche Anstrengung. Denn sie werden vier Bikes der Version 2021 produzieren“, erklärt LCR-Teamchef Lucio Cecchinello gegenüber ‚MotoGP.com‘. Und ergänzt: „Soweit ich weiß, wird es das erste Mal für HRC sein, dass es vier Werksmaschinen geben wird. Das ist eine unglaubliche Anstrengung, die Hondas Bekenntnis zur MotoGP-Klasse unterstreicht.“

Nakagami bestätigt: „Ich kann sagen, dass ich nächstes Jahr das neueste Motorrad fahren werde. Es werden somit vier exakt gleiche Bikes sein.“ Diese werden von Marc Marquez und Pol Espargaro im Honda-Werksteam und von Alex Marquez und eben Nakagami im LCR-Honda-Team pilotiert. „Ich freue mich über die Verkündung des neuen Mehrjahres-Vertrags mit HRC“, so Nakagami, der auf Nachfrage bestätigt: „Es sind zwei Jahre.“

Ob Nakagami dann auch 2022 wieder das neueste Bike bekommt, steht derzeit aber noch nicht fest. „Das weiß ich noch nicht“, antwortet er. Und erklärt, warum: „Über 2022 haben wir noch gar nicht gesprochen. Wir haben uns auf die kommende Saison konzentriert, und in der werde ich das neueste Bike haben. So ist momentan der Stand.“

LCR-Pilot ist zugleich sein eigener Manager

LCR-Teamchef Cecchinello kommentiert den neuen Honda-Vertrag für Nakagami mit Genugtuung. „Wir freuen uns sehr für ‚Taka‘, denn er hat es verdient. Wir alle wissen, dass er sich in den letzten Jahren stark verbessert hat. Er wird von Jahr zu Jahr besser. Und angesichts dessen, wo er jetzt in der Gesamtwertung steht, hat er die weitere Zusammenarbeit mit HRC wirklich verdient.“

Mit Blick auf 2022 präzisiert Cecchinello, dass Nakagami für dieses zweite Vertrags-Jahr zwar an Honda, aber noch nicht zwingend an LCR gebunden ist. „Das ist eine Sache, in die ich nicht involviert bin, weil ich die Details des Vertrags nicht vorliegen habe“, so der LCR-Teamchef. Er könne sich durchaus vorstellen, dass es im Fall der Fälle „eine gewisse Option im Sinne von Honda gibt“.

Unterstützung in Person eines Managers hat Nakagami für seine Vertrags-Verlängerung mit Honda übrigens nicht zurate gezogen. „Ich mache das alles selber. Ich habe keinen Manager“, sagt der LCR-Pilot. Und verrät: Auch in der Vergangenheit habe ich immer persönlich mit Kuwata-San (HRC-Renndirektor Tetsuhiro Kuwata, Anm. d. Red.) verhandelt. So einfach ist das. Für die Zukunft werde ich mir aber vielleicht mal einen Manager zulegen.“