Die 2020er-Reifen bringen die MotoGP durcheinander: Aktuell deutet vieles darauf hin, dass sich Suzuki am besten auf die neuen Michelin-Reifen eingestellt hat.

Der Sieg von Fabio Quartararo beim Katalonien-Grand-Prix war nach dem Ausfall von Valentino Rossi und der Schrecksekunde von Franco Morbidelli eigentlich nur noch Formsache. Mehr als drei Sekunden lag Quartararo vorne. Doch am Ende wurde es aber noch einmal spannend, denn in der letzten Runde verlor der Spitzenreiter fast eine Sekunde auf Suzuki-Pilot Joan Mir, der nach 24 Runden nur 0,9 Sekunden hinter dem Franzosen ins Ziel fuhr. Welche Rolle spielen dabei die Reifen?

Advertisement

Die Yamaha beanspruchte den Hinterreifen deutlich stärker als die Suzuki. Doch so große Unterschiede sah man in den vergangenen Jahren nur selten. Es ist offensichtlich, dass die Hersteller die 2020er-Generation der Michelin-Reifen noch nicht richtig verstanden haben. Einige Hersteller kommen damit besser zurecht als andere.

„Mit Sicherheit haben die Reifen einen Einfluss“, bemerkt Barcelona-Sieger Quartararo. „Aber sie haben auf alle Fahrer einen Einfluss. Ich denke schon, dass sie alle Fahrer gleich beeinflussen.“ Vor allem zwischen der Yamaha M1 und der Suzuki GSX-RR gibt es große Unterschiede.

Wrap-Up: Die Experten-Analyse zum Katalonien-GP

Reifen: Yamaha auf eine Runde schwer zu schlagen

Während die Yamaha die Reifen auf eine Runde am besten nutzt, hat die Suzuki gegen Rennende Vorteile. Yamaha-Pilot Quartararo bestätigt: „Unser Motorrad hat Vorteile im Qualifying und zu Rennbeginn. Doch wir haben gegen Rennende deutlich stärker zu kämpfen als sie (die Suzukis; Anm. d. Red.).“

„Jeder hat seine Stärken und Schwächen, wenn es um die Reifen geht. Wir müssen das Maximum herausholen und versuchen, zu verstehen, warum wir am Rennende so viel Zeit verlieren“, kommentiert der WM-Führende.

Suzuki-Pilot Joan Mir will die Reifen-Debatte nicht überbewerten. „Das ist Racing. Es ist unmöglich, einen Reifen zu haben, der in der letzten Runde so gut ist wie in der ersten. Das gilt vor allem für die MotoGP. Jeder weiß das. Wir versuchen, bestmöglich mit den Reifen umzugehen“, erklärt der Spanier.

Gutes Reifenmanagement: Suzuki punktet mit Konstanz

„Die verschiedenen Motorräder haben wie bereits erwähnt positive und negative Aspekte. Wir versuchen, unsere Stärken bestmöglich auszunutzen“, stellt der Suzuki-Pilot klar. „Wir sind konstant. Das müssen wir zu 100 Prozent ausnutzen.“

Alex Rins bestätigte in Barcelona, dass Suzuki die Reifen gut im Griff hat. Der Spanier kam als Dritter ins Ziel. „In der MotoGP geht es darum, einen Kompromiss mit dem Motorrad zu finden. Daran arbeiten wir ständig“, bemerkt Rins. Er übt jedoch keine Kritik am MotoGP-Reifenausrüster: „Michelin versucht, die bestmögliche Qualität zu liefern.“

Das Rennen der MotoGP: Grand Prix of Catalunya